Bachelorarbeit, 2008
34 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Darstellung des Begriffs und der Funktion von Sprache
2.1. Was ist Sprache?
2.2. Die Funktion von Sprache
3. Die Grenzen zwischen Mensch und Menschenaffe
3.1. Verwandtschaftsbeziehungen
3.2. Vergleichende Betrachtung von Mensch und Menschenaffe
3.3. Problematik eines Vergleichs zwischen Mensch und Menschenaffe
4. Ausdrucks- und Verständigungsformen der Schimpansen
4.1. Lautäußerungen
4.2. Ausdrucksbewegungen
5. Primatenforschung
5.1. Ammenaufzucht
5.2. Erste Forschungsansätze zum Erwerb der Lautsprache
6. Verständigung durch die American Sign Language
6.1. Woshoe lernt die American Sign Language
6.2. Loulis
7. Weitere Beispiele für Kommunikationsforschung
7.1. Sarah
7.2. Sherman und Austin
7.3. Kanzi
8. Ergebnisse der Kommunikationsforschung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Schimpansen dazu in der Lage sind, menschliche Sprache zu erlernen und zu nutzen, und analysiert die fundamentalen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen menschlicher und primatischer Kommunikation.
6.1. Woshoe lernt die American Sign Language
Im Juni 1966 nahmen die Gardners das einjährige Schimpansenbaby Washoe zu sich. Die Methode der Ammenaufzucht behielten die Gardners bei, da diese schon bei Gua und Viki positiven Einfluss nahm. In Washoes Gegenwart wurden alle Gespräche in der American Sign Language geführt, um sie im Glauben zu lassen, dies sei die einzige Möglichkeit zu kommunizieren und um dadurch ihre Motivation zum Gebrauch der Gebärden zu steigern. Roger Fouts trat im September 1967 eine Assistentenstelle bei den Gardners an. Neben ihm und den Gardners hatte Washoe drei weitere ständige Betreuer, die den ganzen Tag aufmerksam mit ihr umgingen.
Während sie aß, badete und angekleidet wurde, sprachen wir durch Gebärden mit ihr. Wir erfanden aufregende Spiele, führten neue Spielsachen, Bücher und Zeitschriften ein und stellten besondere Alben mit Washoes Lieblingsbildern zusammen – all dies, um ihr den Gebrauch von ASL im Alltag vorzuführen. (Fouts 2000, 45)
Die Gardners zweifelten nicht daran, dass Washoe zu mehr in der Lage war, als um Nahrung, Wasser und Spielsachen zu bitten.
Für die Gardners war Washoe [...] ein Primat mit dem starken Bedürfnis, zu lernen und zu kommunizieren. Washoe sollte Fragen stellen, unsere Tätigkeiten kommentieren und unser Gespräch anregen. Sie sollte in eine echte wechselseitige Kommunikation mit Menschen treten. (ebd., 46)
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Fragestellung, ob Schimpansen fähig sind, sich menschlicher Sprache zu bedienen.
2. Darstellung des Begriffs und der Funktion von Sprache: Definition von Sprache als Zeichensystem und Mittel zur Kommunikation unter Berücksichtigung verschiedener linguistischer Ansätze.
3. Die Grenzen zwischen Mensch und Menschenaffe: Erörterung der biologischen Verwandtschaft sowie der Schwierigkeiten beim Vergleich geistiger Leistungen zwischen den Spezies.
4. Ausdrucks- und Verständigungsformen der Schimpansen: Überblick über die natürliche Kommunikation der Primaten mittels Lautäußerungen und Körpersprache.
5. Primatenforschung: Darstellung der historischen Ansätze der Ammenaufzucht und erster Versuche zum Spracherwerb.
6. Verständigung durch die American Sign Language: Detaillierte Analyse der Forschungsprojekte mit Washoe und Loulis zum Erwerb von Gebärdensprache.
7. Weitere Beispiele für Kommunikationsforschung: Untersuchung alternativer Methoden wie der Arbeit mit Symbolen bei Sarah, Sherman, Austin und Kanzi.
8. Ergebnisse der Kommunikationsforschung: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Sprachfähigkeit von Schimpansen im Vergleich zum Menschen.
Schimpansen, Primatenforschung, American Sign Language, Sprache, Kommunikation, Washoe, Loulis, Kanzi, Zeichensprache, Kognition, Verhaltensforschung, Lautsprache, Symbolik, Interaktion, Evolution
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit Schimpansen in der Lage sind, menschliche Kommunikationsformen zu erlernen und anzuwenden.
Der Fokus liegt auf der Definition von Sprache, der biologischen Verwandtschaft zwischen Mensch und Schimpanse sowie der Analyse verschiedener Forschungsprojekte zur Kommunikation bei Primaten.
Die zentrale Frage ist, ob Schimpansen dazu fähig sind, sich der menschlichen Sprache zu bemächtigen und ob diese Fähigkeit eine fundamentale Gemeinsamkeit der Arten darstellt.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene historische Forschungsprojekte zur Kommunikation bei Menschenaffen kritisch auswertet und vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung von Mensch und Tier, die Analyse natürlicher Ausdrucksformen von Primaten sowie die detaillierte Darstellung konkreter Sprachlernprojekte.
Die wichtigsten Begriffe sind Schimpansen, Kommunikation, American Sign Language, Primatenforschung, Spracherwerb und kognitive Fähigkeiten.
Da Schimpansen anatomisch bedingt Schwierigkeiten mit der Lautsprache haben, erwies sich die visuell-gestische Kommunikation der Gebärdensprache als biologisch passenderer Ansatz.
Es belegt, dass Schimpansen Gebärden nicht nur erlernen, sondern diese auch spontan einsetzen und die Sprache sogar an nachfolgende Generationen weitergeben können.
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