Examensarbeit, 2004
70 Seiten, Note: 14 Punkte
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
I. Planung der Unterrichtseinheit
1. Einleitung
2. Übersicht über die geplante Unterrichtseinheit
3. Lernbedingungen
3.1 Allgemeine Lernbedingungen
3.1.1 Die Schule
3.1.2 Der Klassenraum
3.1.3 Die Lerngruppe
3.1.4 Das Arbeits- und Sozialverhalten
3.1.5 Die Lehrperson
3.2 Spezielle Lernbedingungen
3.2.1 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
3.2.2 Lesefertigkeit/Lesefähigkeit der Kinder
3.2.3 Schulische und private Vorerfahrung mit Ganzschriften
3.2.4 Vorerfahrungen zur Thematik und Methodik
3.3 Folgerungen für den Unterricht
4. Inhaltsanalyse
4.1 Sachanalyse
4.1.1 Über den Autor und die Illustratorin
4.1.2 Die Ganzschrift „Neben mir ist noch Platz“
4.1.2.1 Bibliographische und formale Angaben
4.1.2.2 Inhaltsangabe und Aufbau
4.1.2.3 Fremdverstehen/Integration: Thematische Schwerpunktsetzung und Aktualität
4.2 Didaktische Erschließung und Begründung
4.2.1 Zur Bedeutung der Leseförderung durch eine Ganzschrift
4.2.2 Zur Bedeutung der Fremdbegegnung
4.3 Bezüge zum hessischen Rahmenplan Grundschule
5. Unterrichtskonzeption und Methode
5.1 Handlungs- und Produktionsorientierung
5.2 Artikulationsstufen im Deutschunterricht
5.2.1 Motivation
5.2.2 Antizipation
5.2.3 Textrezeption
5.2.4 Textanalyse und -reflexion
5.2.5 Ergebnissicherung
5.3 Differenzierung
5.4 Modifikation durch die Schüler
II. Durchführung der Unterrichtseinheit
6. Reflektierende Darstellung des durchgeführten Unterrichts
6.1 Erste Sequenz: Einführung der Ganzschrift und kennen lernen der Hauptfiguren.
6.2 Zweite Sequenz: Steffi und Aischa nähern sich einander an und werden Freunde.
6.3 Dritte Sequenz: Durch Unwissenheit und Missverständnisse entsteht ein Bruch in der Freundschaft.
6.4 Vierte Sequenz: Steffi und Aischa müssen Abschied nehmen.
6.4.1 Ausführliche Darstellung der 11. Stunde: Das Ende der Ganzschrift: Naima kommt in die Klasse
6.4.1.1 Zur Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
6.4.1.2 Lernbedingungen
6.4.1.2.1 Spezielle Lernbedingungen
6.4.1.2.2 Folgerungen für die Stunde
6.4.1.3 Ergänzende Inhaltsanalyse
6.4.1.3.1 Sachanalyse
6.4.1.3.2 Didaktische Analyse mit Bezug zum Rahmenplan
6.4.1.4 Lernziele
6.4.1.5 Verlaufsplanung
6.4.1.6 Reflexion des tatsächlichen Stundenverlaufs
6.5 Fünfte Sequenz: Sicherung und Reflexion der Einheit
III. Auswertung der Unterrichtseinheit
7. Auswertung der Ergebnisse
7.1 Reflexion der Unterrichtseinheit anhand der Leitfragen
7.1.1 Werden die Kinder durch die Ganzschrift angeregt, sich mit der Thematik der Fremdbegegnung /des Fremdverstehens auseinanderzusetzen und bietet es ihnen auch eine Hilfe für ihre Lebenswelt?
7.1.2 Inwieweit sind die gewählten Methoden, insbesondere die Handlungs- und Produktionsorientierung, geeignet, um die Auseinandersetzung mit der Thematik des Fremdverstehens zu erreichen?
7.1.3 Tragen der inhaltliche Schwerpunkt sowie die gewählten Methoden der Einheit dazu bei, die Lust am Lesen zu wecken?
7.2 Resümee und Ausblick
IV. Anhang
A1 Literaturverzeichnis
Die vorliegende pädagogische Prüfungsarbeit zielt darauf ab, die Leselust von Grundschulkindern der dritten Klasse durch die Bearbeitung der Ganzschrift „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar zu fördern. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob und wie Schüler durch diese Lektüre für die Thematik der Fremdbegegnung und des Fremdverstehens sensibilisiert werden können und welche Rolle handlungs- und produktionsorientierte Methoden bei diesem Prozess sowie bei der Förderung der Lesekompetenz spielen.
Didaktische Erschließung und Begründung
Zahlreiche Studien der Medien- und Leseforschung bestätigen inzwischen die Effizienz einer schulischen Leseförderung. Eine richtungweisende Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, dass die Lesekompetenz eine wesentliche funktionale Voraussetzung für die differenzierte Nutzung anderer Medien darstellt. Eine entscheidende Rolle kommt dabei dem Deutschunterricht zu: „Die Schule hat die Chance, dem Lesen seinen Platz im Medienensemble zu sichern, es als kulturelle Praxis zu stabilisieren und zu stärken“.
Im Gegensatz zu den Eltern besteht im Unterricht eher die Möglichkeit, den Kindern die Erfahrung zu vermitteln, dass das Lesen belohnend sein kann und ihnen Anregungen aufzuzeigen, mit Literatur kreativ umzugehen. Laut Hurrelmann/Hammer übernehmen Kinder diese Anregungen dann auch in ihrer Freizeit. Daher könnte eine bewusste Leseförderung ihren Beitrag zur Stabilisierung der Lesekultur bei den Kindern liefern.
Leseförderung meint dabei die pädagogische Unterstützung aller Schüler, die Sicherung und Ausdifferenzierung dieser Kulturtechnik, den Aufbau von Lesemotivation, die Hilfe bei der Ausbildung stabiler Lesegewohnheiten und persönlicher Leseinteressen, die Ermöglichung von Lesefreude und letztendlich die Ermittlung von positiven Leseerfahrungen, die sich wiederum auf den Mediengebrauch zu Hause auswirken. Das Ziel, eine lebenslange Freude am Lesen zu erwecken ist vor allem in unserer medialen Gesellschaft von großer Bedeutung und sollte daher möglichst früh angestrebt werden (Leitfrage 3). Eine Möglichkeit dazu ist der Einsatz von interessanten und motivierenden Ganzschriften.
1. Einleitung: Erläutert die persönliche Motivation der Autorin zur Wahl der Ganzschrift, die Bedeutung von Literatur für Kinder und stellt die drei zentralen Leitfragen der Arbeit vor.
2. Übersicht über die geplante Unterrichtseinheit: Beschreibt den fächerübergreifenden Ansatz, der neben dem Deutschunterricht insbesondere den Sachunterricht, Religion, Kunst und Musik zur Bearbeitung der Thematik „Das Fremde spüren - dem Anderen begegnen“ einbezieht.
3. Lernbedingungen: Analysiert detailliert die schulischen Rahmenbedingungen, die Klassensituation der 3b sowie die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Kinder für den Literaturunterricht und ihre bisherigen Vorerfahrungen.
4. Inhaltsanalyse: Bietet eine detaillierte Sachanalyse des Autors Paul Maar und der Ganzschrift, inklusive formaler Angaben, Inhaltsangabe sowie einer didaktischen Begründung zur Bedeutung der Leseförderung und Fremdbegegnung.
5. Unterrichtskonzeption und Methode: Begründet den Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Verfahren, erläutert die methodischen Artikulationsstufen im Unterricht und beschreibt Ansätze zur Differenzierung und Modifikation durch die Schüler.
6. Reflektierende Darstellung des durchgeführten Unterrichts: Dokumentiert den tatsächlichen Unterrichtsverlauf in fünf Sequenzen, inklusive detaillierter Berichte über die Stunden 1 bis 11 und die reflektierenden Gespräche mit den Schülern.
7. Auswertung der Ergebnisse: Reflektiert den Erfolg der Unterrichtseinheit anhand der eingangs formulierten Leitfragen und zieht ein Resümee über die erreichten Lernziele in Bezug auf Fremdverstehen und Lesemotivation.
Ganzschrift, Leseförderung, Fremdbegegnung, Fremdverstehen, Grundschule, Handlungs- und Produktionsorientierung, Deutschunterricht, Literaturpädagogik, Interkulturelles Lernen, Lesemotivation, Unterrichtsplanung, Sozialverhalten, Integration, Empathie, Grundschuldidaktik.
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Unterrichtseinheit in einer dritten Grundschulklasse, die sich anhand der Ganzschrift „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar mit Themen wie Freundschaft, Ausgrenzung und Fremdheit auseinandersetzt.
Die zentralen Themen sind die Förderung der Leselust bei Grundschülern, die interkulturelle Bildung, die Vermittlung von Empathie für „das Andere“ sowie die Reflektion über gesellschaftliche Vorurteile.
Das Hauptziel ist es, bei den Schülern Verständnis für fremde Lebenswelten zu wecken und die Fähigkeit zum „Fremdverstehen“ durch die intensive, aktive Auseinandersetzung mit einer literarischen Ganzschrift zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht. Dabei werden Methoden wie Rollenspiele, das Kartontheater, das Schreiben von Tagebucheinträgen und Denkmonologen sowie die Erstellung eines eigenen Buches genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Planung der Einheit, eine detaillierte Inhalts- und Sachanalyse der Lektüre, die Darstellung der methodischen Konzeption sowie eine ausführliche, reflektierende Dokumentation des tatsächlich durchgeführten Unterrichts.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die handlungs- und produktionsorientierte Didaktik, die Lesemotivation, das interkulturelle Lernen sowie die Bedeutung der Identifikation als Voraussetzung für das Textverständnis.
Das Kartontheater dient als neue, motivierende Methode, die es den Kindern ermöglicht, in andere Perspektiven zu schlüpfen, Konfliktsituationen aus dem Buch handelnd nachzuerleben und eigenständige Lösungsstrategien zu entwickeln.
Die Kinder reagieren auf die im Buch thematisierte Gewalt und Ausgrenzung mit großer Betroffenheit und Empathie. Die Arbeit zeigt, dass die Schüler durch den Austausch im Unterricht selbstständig zu einem reflektierten Urteil gelangen, das keine weitere moralische Belehrung erfordert.
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