Bachelorarbeit, 2012
46 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Prämienprinzipien
2.1 Eigenschaften von Prämienprinzipien
2.2 Das Nettoprämien-Prinzip
2.3 Das Perzentil-Prinzip
3 Explizite Prämienprinzipien
3.1 Das Erwartungswert-Prinzip
3.2 Das Varianz-Prinzip
3.3 Das Semivarianz-Prinzip
3.4 Das Standardabweichung-Prinzip
3.5 Das Semistandardabweichung-Prinzip
3.6 Das Mittelwert-Prinzip
3.7 Das Esscher-Prinzip
3.8 Das Karlsruhe-Prinzip
4 Prämien und Verlustfunktionen
4.1 Das Nettoprämien-Prinzip
4.2 Das Erwartungswert-Prinzip
4.3 Das Mittelwert-Prinzip
4.4 Das Esscher-Prinzip
4.5 Erfahrungstarifierung
5 Prämien und Nutzenfunktionen
5.1 Arrow-Pratt-Maß
6 Die Aufteilung der Prämie
6.1 Ausgleich im Kollektiv
6.2 Additive Prämienprinzipien
6.3 Subadditive Prämienprinzipien
6.4 Das Kovarianz-Prinzip
Diese Arbeit befasst sich mit der mathematischen Kalkulation von Prämien im Schadenversicherungswesen durch die Anwendung verschiedener Prämienprinzipien. Das Ziel ist es, Methoden zu analysieren, mit denen Versicherungsunternehmen faire Risikoprämien festsetzen können, ohne die Stabilität der Leistungsversprechen zu gefährden.
3.2 Das Varianz-Prinzip
Definition 3.3. Sei LH := {X ∈ L2(R+)|P({X > E[X] + γVar(X)}) > 0} für γ ∈ R+.
Die Abbildung H : LH −→ R+ mit H(X) := E[X] + γVar(X) heißt dann Varianz-Prinzip zum Parameter γ.
Der folgende Satz zeigt, dass wir so ein Prämienprinzip definiert haben, es jedoch keine der gewünschten Eigenschaften erfüllt.
Satz 3.4. Das Varianz-Prinzip ist ein Prämienprinzip. Es ist weder proportional (und damit auch nicht positiv homogen) noch isoton bezüglich der stochastischen Ordnung (und damit auch nicht isoton bezüglich der stop-loss Ordnung)
Beweis. Zunächst zeigen wir, dass die Bedingungen für ein Prämienprinzip erfüllt sind: Seien X, Y ∈ LH beliebig und γ ∈ R+.
(i) Aus PX = PY folgt E[X] = E[Y ] sowie Var(X) = Var(Y ), also auch E[X] + γVar(X) = E[Y ] + γVar(Y ) und damit H(X) = H(Y ).
(ii) Da Var(X) ≥ 0 für alle X ∈ LH gilt E[X] ≤ E[X] + γVar(X) = H(X).
(iii) Da X ∈ LH gilt P({X > H(X)}) = P({X > E[X] + γVar(X)}) > 0.
Zur Nichtproportionalität: Sei c ∈ (0, 1) mit cX ∈ LH . Dann gilt: H(cX) = E[cX] + γVar(cX) = cE[X] + γc2Var(X) = c(E[X] + γcVar(X)) = c(E[X] + γVar(X) = cH(X).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Prämienkalkulation in der Schadenversicherung und definiert den Rahmen für die nachfolgenden Analysen verschiedener Prämienkonzepte.
2 Prämienprinzipien: Dieses Kapitel führt mathematische Grundlagen ein und definiert Bedingungen sowie wünschenswerte Eigenschaften, die ein sinnvolles Prämienprinzip erfüllen sollte.
3 Explizite Prämienprinzipien: Es werden verschiedene Familien von Prämienprinzipien untersucht, die die Prämie explizit als Funktion von Momenten des Risikos definieren.
4 Prämien und Verlustfunktionen: Hier wird der Zusammenhang hergestellt, wie sich bestimmte Prämienprinzipien durch die Minimierung einer Verlustfunktion mathematisch begründen lassen.
5 Prämien und Nutzenfunktionen: Dieses Kapitel behandelt das Nullnutzen-Prinzip und untersucht Nutzenfunktionen sowie das absolute Arrow-Pratt-Risikoaversionsmaß.
6 Die Aufteilung der Prämie: Es wird analysiert, wie sich Gesamtprämien für einen Bestand von Risiken auf einzelne Bestandteile verteilen lassen, insbesondere unter Berücksichtigung des Risikoausgleichs im Kollektiv.
Prämienprinzip, Risikoprämie, Nettoprämie, Sicherheitszuschlag, Schadenversicherung, Erwartungswert-Prinzip, Varianz-Prinzip, Verlustfunktion, Nutzenfunktion, Nullnutzen-Prinzip, Arrow-Pratt-Maß, Risikoausgleich, Kollektiv, Stochastische Ordnung, Stop-loss Ordnung.
Die Arbeit befasst sich mit der mathematischen Herleitung und Untersuchung von Methoden, sogenannte Prämienprinzipien, zur Kalkulation von Versicherungsprämien in der Schadenversicherung.
Die zentralen Themen umfassen die mathematische Definition von Prämien, die Analyse expliziter Prinzipien (wie Varianz- oder Erwartungswert-Prinzip), die verknüpfte Nutzung von Verlust- und Nutzenfunktionen sowie die Verteilung von Prämien in Versicherungsbeständen.
Ziel ist es, die mathematischen Grundlagen für eine "faire" Prämienkalkulation zu legen, die sowohl die Stabilität des Versicherungsunternehmens sichert als auch das individuelle Risiko des Versicherungsnehmers angemessen berücksichtigt.
Die Arbeit stützt sich primär auf versicherungsmathematische Methoden, insbesondere die stochastische Modellierung, die Verwendung von Nutzen- und Verlustfunktionen sowie die Analyse der stochastischen Ordnung von Risiken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Prämienprinzipien, die Untersuchung expliziter und auf Verlustfunktionen basierender Prinzipien, die Anwendung von Nutzenfunktionen (Nullnutzen-Prinzip) und schließlich die Methodik zur Aufteilung von Prämien auf Risikokollektive.
Zu den Kernbegriffen zählen Prämienprinzip, Risikoprämie, Sicherheitszuschlag, Schadenversicherung, Nullnutzen-Prinzip, Arrow-Pratt-Maß und Risikoausgleich.
Das no-arbitrage Kriterium (Forderung (iii) an ein Prämienprinzip) stellt sicher, dass das Versicherungsunternehmen keinen risikolosen Gewinn erzielen kann, indem es fordert, dass die Schadenhöhe mit einer positiven Wahrscheinlichkeit über der festgelegten Prämie liegen muss.
Das Karlsruhe-Prinzip ist ein Spezialfall des Esscher-Prinzips, der entsteht, wenn die Funktion g(x) als Potenzfunktion x^k mit einem Parameter k definiert wird.
Das Kovarianz-Prinzip ermöglicht es, die Gesamtprämie eines Bestandes basierend auf dem Beitrag der einzelnen Risiken zur Gesamtkovarianz zu zerlegen, was eine verursachungsgerechtere Aufteilung der Sicherheitszuschläge in abhängigen Risikostrukturen erlaubt.
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