Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Konsumentenforschung
2.1 Begriffe und Ziele der Konsumentenforschung
2.1.1 Abgrenzung zur Marktforschung
2.1.2 Trendforschung als Teil der Konsumentenforschung
2.1.3 Herausforderungen der Konsumentenforschung
2.2 Elemente der Konsumentenforschung
2.2.1 Ökonomisch geprägte Elemente
2.2.2 Soziale Elemente
2.2.3 Situative Elemente
2.3 Modelle der Konsumentenforschung
2.3.1 Black – Box - Modell
2.3.2 Strukturmodell
2.3.3 Neuromarketing
2.4 Resultate der Konsumentenforschung
2.5 Bedeutung der Konsumentenforschung in der Praxis
3 Grundlagen der Einkaufsstättengestaltung
3.1 Begriffe und Ziele der Einkaufsstättengestaltung
3.2 Formen der Einkaufsstättengestaltung
3.3 Veränderung der Einkaufsstättengestaltung im Zeitverlauf
3.3.1 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts
3.3.2 Ab den fünfziger Jahren
3.4 Kriterien zur Beurteilung einer erfolgreichen Einkaufsstättenwahl
3.5 Aktuelle Entwicklung bei der Gestaltung von Einkaufsstätten
4 Neue Formen der Einkaufsstättengestaltung
4.1 Sinnmärkte - Mood Manufacturing
4.2 Local Heroes als Retail Brands
4.3 Neo Ökologie
4.4 Vergleichende Analyse
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Zukunftsbild für den stationären Einzelhandel bei der strategischen Ausgestaltung von Einkaufsstätten zu entwerfen, wobei die aktuellen Trends und Erkenntnisse der Konsumentenforschung als Grundlage für ein neues Anforderungsprofil dienen.
2.3.3 Neuromarketing
Unter Neuromarketing versteht man in der weiten Definition, die Nutzung und Interpretation vielfältiger Erkenntnisse aus der Hirnforschung im Bereich des Marketings. Ziele des Neuromarketings sind, bislang unsichtbare und nicht nachvollziehbare kognitive Prozesse zur Entscheidung eines potentiellen Konsumenten für bzw. gegen ein Produkt, herauszufinden. Während man lange Zeit auch im Marketing von bewusst und rational denkenden Kunden ausgeht, zeigt die aktuelle Hirnforschung, dass der unbewusste Anteil an einer Entscheidung um ein vielfaches größer ist als der bewusste (ca. 80 – 95%). Die wichtigste Entdeckung der modernen Neurowissenschaft ist die Erkenntnis, dass das Gehirn die aufgenommenen Informationen assoziiert, verarbeitet und daraus resultierend ein bestimmtes Gefühl verknüpft. Erst durch Operationalisierung und Messung werden dabei die Begriffe, (Punkt 2.3.2) Emotion, Motivation und Einstellung klar differenziert. Der Mensch hat diese Funktion als eine Art Schutzmechanismus in sich gespeichert, um gemachte Erfahrungen in wiederkehrenden Situationen abzurufen und richtig zu handeln.
Jede Wahrnehmung wird im Großhirn in eine neuromentale „Suchmaschine“ eingegeben, welche bewertet und alle bis dahin erlebten Erfahrungen vergleicht. Dabei laufen gleichzeitig fünf Such- und Erkenntnismaschinen ab. Dazu zählen die Bilderkennung, die Spracherkennung, die Geruchs- und Geschmackserkennung, sowie die Erkennung von Tastreizen. Aus dieser Datenbank entwickelt das Gehirn schließlich eine emotionale Empfindung. Gleichzeitig geht die Information von dem erfahrenen Eindruck an die Muskulatur. Die Muskelspannung ändert sich und wir erleben ein positives bzw. negatives Gefühl. Hinter den beschriebenen Vorgängen steckt ein wichtiges Prinzip der Neurokommunikation - das 90:10 Prinzip der Wahrnehmung. Der Kunde richtet intuitiv seine Aufmerksamkeit auf negative Aussagen bzw. Reize aus. Sind 90 Prozent der wahrgenommenen Reize gegenüber einem Unternehmen positiv, reagiert der Kunde aber mit 90 Prozent seiner Aufmerksamkeit auf die restlichen 10 Prozent negativer wahrgenommener Reize.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Krisensituation des Einzelhandels ein und definiert das Ziel der Arbeit, ein Zukunftsbild für die strategische Einkaufsstättengestaltung zu entwickeln.
2 Grundlagen der Konsumentenforschung: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen und ökonomischen Grundlagen des Käuferverhaltens sowie relevante Modelle wie das Black-Box-Modell und Neuromarketing.
3 Grundlagen der Einkaufsstättengestaltung: Hier werden die historischen Veränderungen der Handelsformen sowie die aktuellen Beurteilungskriterien für eine erfolgreiche Standort- und Verkaufsraumgestaltung dargelegt.
4 Neue Formen der Einkaufsstättengestaltung: Dieses Kapitel stellt zukunftsweisende Konzepte wie Sinnmärkte, Local Heroes und Neo Ökologie vor und vergleicht diese kritisch.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und liefert ein Fazit bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit des stationären Handels durch Emotionalisierung und Regionalität.
Konsumentenforschung, Einkaufsstättengestaltung, Emotion Selling, Neuromarketing, Einzelhandel, Kundenverhalten, Nachhaltigkeit, Regionalität, Sinnmärkte, Local Heroes, Neo Ökologie, Retail Branding, Servolation, Kundenbindung, Erlebniswelten.
Die Arbeit untersucht, wie sich der stationäre Einzelhandel in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld durch moderne Konzepte der Einkaufsstättengestaltung und Erkenntnisse aus der Konsumentenforschung behaupten kann.
Die zentralen Felder umfassen die Verhaltenspsychologie des Kunden, die historische Entwicklung der Ladenformate, sowie moderne Ansätze wie das Neuromarketing und die Integration ökologischer Aspekte.
Ziel ist es, ein zukunftsorientiertes Anforderungsprofil für die strategische Ausgestaltung von Einkaufsstätten zu erstellen, das Kunden durch ein individuelles und emotionales Erlebnis nachhaltig bindet.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche, die Analyse bestehender psychologischer Modelle (S-O-R-Ansatz, Black-Box) sowie empirische Studien aus der Marktforschung und dem Einzelhandel.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Konsumentenforschung, eine historische Aufarbeitung der Handelsentwicklung und die detaillierte Vorstellung und Analyse neuer Geschäftsformen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Emotion Selling, Prosumer, Servolation, Nachhaltigkeit und regionale Differenzierung aus.
Es verdeutlicht, dass Konsumenten intuitiv extrem auf negative Reize reagieren; daher müssen Händler die fehlerfreie und positive Gestaltung ihrer Verkaufsräume priorisieren, um nicht durch kleine Mängel Kunden zu verlieren.
Luxese beschreibt ein bipolares Konsumverhalten, bei dem Verbraucher zwischen Phasen der Askese (Sparsamkeit) und Phasen des bewussten Konsums (Luxus) wechseln, worauf der Handel mit flexiblen Angeboten reagieren muss.
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