Diplomarbeit, 2012
142 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Entstehung von HipHop in den USA
2.1 Leg‘ die Scheibe auf, bis sie kratzt: DJing
2.2 Dreh‘ dich und tanz‘ um dein Leben: Breaking
2.3 Zeig‘, dass du da warst: Writing
2.4 Dichter der neuen Generation: MCing
2.5 HipHop als lebendige Kultur: Die neuen Elemente
2.6 From Old School to New School to Next School
3. HipHop in Deutschland
3.1 HipHop in der BRD (vor der Wende)
3.2 HipHop in der DDR
3.3 HipHop im wiedervereinigten Deutschland
3.4 Alte Schule versus Neue Schule
3.5 Migranten im HipHop: Die vergessene Generation
4. Herkunft und Entwicklung von Sprechgesang
4.1 Die Bedeutung von Battles für die HipHop-Kultur
4.2 Gangsta-Rap: Ein besonderes Subgenre
4.3 Tupac versus Biggie: Der Sündenfall
4.4 Die Jahrhundertwende: Rap in Deutschland wird hart
5. HipHop goes Science
6. HipHop in der Öffentlichkeit und in den Medien
6.1 Sexistisch und vulgär: Öffentliche Kritik an Rap
6.2 Vom Index in die Charts: Rap in Deutschland wird populär
6.3 HipHop in den journalistischen Medien in Deutschland
6.4 Das medial vermittelte Image von Rap in Deutschland
7. Musikjournalismus und Kunstkritik
7.1 Das Berufsbild des modernen Musikjournalisten
7.2 Besonderheiten und zentrale Merkmale der Musikkritik
7.3 Konsequenzen: Musikjournalisten versus Rapper
8. Empirische Studie zur Darstellung der HipHop-Kultur in den Printmedien
8.1 Hypothesen
8.2 Methodik: Inhaltsanalyse
8.3 Die Stichprobe
8.4 Einschlusskriterium 1: “Leitmedien”, die Crème de la Crème
8.4.1 Focus
8.4.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
8.4.3 SPIEGEL
8.4.4 Süddeutsche Zeitung
8.4.5 ZEIT
8.5 Einschlusskriterium 2: Auswahl des Untersuchungszeitraumes
8.6 Einschlusskriterium 3: Der Suchbegriff
8.7 Stichproben-Ziehung
8.8 Operationalisierung und Kategoriensystem
9. Datenauswertung und Interpretation
9.1 Hypothese 1: Rap beherrscht die Berichterstattung über HipHop
9.2 Hypothese 2: Bei der Berichterstattung überwiegt die Gattung Rezension
9.3 Hypothese 3: Wenn über HipHop berichtet wird, dann meist im Feuilleton
9.4 Hypothese 4: Pro Medium berichten nur wenige Journalisten über HipHop
9.5 Hypothese 5: Im Fokus stehen Künstler aus den USA und Deutschland
9.6 Hypothese 6: Journalisten berichten häufig über Gangsta-Rap
9.7 Hypothese 7: HipHop wird in den Medien negativ dargestellt
9.8 Gütekriterien
9.8.1 Objektivität
9.8.1 Reliabilität
9.8.3 Validität
9.8.4 Repräsentativität
9.9 Quellenkritik
10. Zusammenfassung
11. Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht mittels einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse, wie führende deutsche Printmedien über die HipHop-Kultur berichten. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob HipHop in diesen Medien tatsächlich einseitig negativ dargestellt wird oder ob das Image durch eine Überrepräsentation spezifischer Subgenres wie Gangsta-Rap verzerrt wahrgenommen wird.
2.1 Leg‘ die Scheibe auf, bis sie kratzt: DJing
HipHop entstand in den 1970er Jahren in New York auf sogenannten Block Partys, also Straßen- und Parkfesten. Ausgangspunkt war ein bis dato unbekannter Sound, der von einer Hand voll Leuten produziert wurde, die als „DJ“ (Discjockey oder Disc-Jockey) auftraten. Der Begriff DJ wurde zuerst von Radiomachern benutzt, die Schallplatten auflegten, doch die Radio-DJs sollten durch das neue Straßenphänomen bald in Vergessenheit geraten.
Denn die neue Art des Musikmachens war überaus erfolgreich: „HipHop schlug ein wie eine Bombe“ (Klausegger 2009:16). Und das, obwohl die Block Partys eher aus einer Not heraus entstanden sind: Den Jugendlichen aus den New Yorker Armenvierteln fehlte das Geld, um sich „in bombastischen Tanzpalästen […] zwischen glitzernden Lichteffekten und aufsteigendem Nebel selbst [zu inszenieren]“ (Hundgen 1989:174). Sie mussten sich also etwas anderes einfallen lassen, um sich zu amüsieren – und das taten sie auch. „They gave house parties and sometimes rented community centers in the projects to throw larger parties where they charged admission to cover expenses and make a little extra money. The story of hip-hop begins here, with a young DJ of Jamaican descent trying his hand at throwing parties” (Fricke/Ahearn 2002:23).
Also begannen lokale DJs wie Clive Campbell, besser bekannt als Kool Herc, in öffentlichen Parks, verlassenen Fabrikhallen, auf Schulhöfen und der Straße aufzulegen. Dafür brauchte ein DJ lediglich ein kleines „sound system“, also eine „mobile Kombination von zwei Plattenspielern, Mischpult, Verstärker und Lautsprecher“ (Müller-Bachmann 2002:93). Kool Herc legte bei diesen Partys nicht einfach Schallplatten auf, sondern „spielte nur die Instrumentalstellen und baute diese aus, bis sie wie neue Platten klangen“ (George 2006:36). Weil das Publikum an diesen Stellen am ausgiebigsten feierte, besorgte sich Kool Herc einen zweiten Plattenspieler und kaufte seine Lieblingsplatten doppelt, um die B-beats nach Belieben zu verlängern.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Etablierung von HipHop und formuliert das Ziel, das durch Medienberichterstattung verzerrte Image der Kultur empirisch zu hinterfragen.
2. Die Entstehung von HipHop in den USA: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge der vier HipHop-Elemente in der sozialen und ökonomischen Notlage der South Bronx nach.
3. HipHop in Deutschland: Es wird die Adaption von HipHop in West- und Ostdeutschland beschrieben und der schwierige Prozess der Etablierung einer eigenen Identität dargestellt.
4. Herkunft und Entwicklung von Sprechgesang: Dieses Kapitel analysiert die oralen Traditionen der afroamerikanischen Kultur und deren Bedeutung für die Entstehung des Rap.
5. HipHop goes Science: Der Fokus liegt auf der Entwicklung von HipHop als akademisches Forschungsfeld und der Rolle des Wissens als fünftes Element.
6. HipHop in der Öffentlichkeit und in den Medien: Es wird der mediale Umgang mit HipHop untersucht, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der kontroversen Berichterstattung über Rap liegt.
7. Musikjournalismus und Kunstkritik: Dieses Kapitel beleuchtet das Berufsbild und die Herausforderungen des Musikjournalismus im Kontext einer subjektiven Kunstform.
8. Empirische Studie zur Darstellung der HipHop-Kultur in den Printmedien: Hier werden das methodische Vorgehen, die Stichprobe und das Kategoriensystem der Inhaltsanalyse dargelegt.
9. Datenauswertung und Interpretation: Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Inhaltsanalyse bezüglich der sieben aufgestellten Hypothesen.
10. Zusammenfassung: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden resümiert und auf ihre Bedeutung hin geprüft.
11. Ausblick: Der Autor skizziert zukünftige Forschungsfelder und die Notwendigkeit weiterer medienwissenschaftlicher Untersuchungen.
HipHop, Rap, Gangsta-Rap, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Musikjournalismus, Leitmedien, Subkultur, Identitätsbildung, Kulturwissenschaft, Printmedien, Integrationsprojekt, Sozialrealismus, Rezeption, Kulturkritik.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie die führenden deutschen Print-Leitmedien über die HipHop-Kultur berichten und ob das oft als negativ wahrgenommene Image tatsächlich durch eine einseitige Medienberichterstattung begründet ist.
Die Themen umfassen die Geschichte der HipHop-Kultur, die soziologische Bedeutung von Rap, die Rolle des Musikjournalismus sowie eine empirische medienwissenschaftliche Inhaltsanalyse.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Vielfalt der HipHop-Kultur und ihrer medialen Darstellung zu untersuchen und zu klären, ob ein negativer Bias gegenüber spezifischen Subgenres wie dem Gangsta-Rap besteht.
Es wird eine quantitative und qualitative Inhaltsanalyse von 1009 Artikeln führender deutscher Printmedien aus dem Zeitraum 2000 bis 2011 durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte historische Aufarbeitung, eine Reflexion über Musikjournalismus und den empirischen Teil, der die erhobenen Daten systematisch auswertet.
HipHop, Rap, Gangsta-Rap, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Musikjournalismus und Imagebildung sind die entscheidenden Begriffe.
Der Autor wählt diesen Schwerpunkt, weil sich gezeigt hat, dass dieses spezifische Subgenre in der Berichterstattung überrepräsentiert ist und maßgeblich das mediale Image der gesamten Kultur prägt.
Die Kultur ist das Analyseobjekt, wobei der Autor einen Brückenschlag zwischen der Szene-Perspektive als Aktivist und der nötigen akademischen Distanz sucht, um eine objektive Bewertung der Medieninhalte zu gewährleisten.
Die Untersuchung widerlegt die These einer generell negativen Darstellung, stellt jedoch fest, dass die mediale Berichterstattung stark von einer einseitigen Fokussierung auf Gangsta-Rap geprägt ist, was das Image der gesamten Kultur verzerrt.
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