Bachelorarbeit, 2013
78 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen des Islamic Finance
2.1 Entwicklung Islamic Banking
2.1.1 Islamkonforme Banken & Versicherungen
2.1.2 Marktgröße & Marktentwicklung
2.2 Islamic Banking in Europa am Beispiel Großbritannien
2.3 Islamic Banking in Deutschland
2.3.1 Zustandsbeschreibung
2.3.2 Marktpotential
2.4 Shariahboards
2.4.1 Rolle von Shariahboards
2.4.2 Merkmale und Anforderungen an ein Shariahboard
2.4.3 AAOIFI
3. Grundlagen islamisches Recht
3.1 Koran
3.2 Sunnah
3.3Ijmah
3.4 Qiyas
3.5 weitere Rechtsquellen
4. Gebote und Verbote der Shariah sowie Islamic Banking-Modelle
4.1 Riba / Zinsverbot
4.1.1 Definition
4.1.2 Arten von Riba
4.1.3 Quellen für das Riba-Verbot
4.1.4 Ökonomische und soziale Aspekte
4.2 Gharar / Spekulationsverbot
4.3. Maysir / Glücksspielverbot
4.4 weitere moralische und ethische Einschränkungen
4.5 steuerrechtliche Grundlagen
4.6 Modelle mit Gewinn- und Verlustbeteiligung
4.6.1 Musharakah
4.6.2 Mudaraba
4.7 Finanzierungsmodelle
4.7.1 Murabaha
4.7.2 Ijara
4.7.3 Istisna
5. Kritische Evaluierung des Islamic Finance zur Einschätzung der Tauglichkeit für den deutschen Markt
5.1 Unterschiedliche Rechtsschulen
5.1.1 Übersicht
5.1.2 Rolle der Rechtsschulen in Deutschland
5.2 Situation und mögliche Barrieren speziell in Deutschland
5.2.1 Bildungsniveau
5.2.2 Mangelndes Interesse
5.2.3 Bisherige Analysen des Marktpotentials für islamische Banken und der Nachfrage in Deutschland
5.2.3.1 Stresemann-Studie
5.2.3.2 IFIBAF – Studie
5.2.4 Praxisbeispiel: Finanzberatung „iFIS My Islamic Banking“ mit Bezugnahme auf die zuvor behandelten Barrieren
6. Fazit
6.1 Zielerreichung
6.2 Perspektiven
Die vorliegende Bachelorarbeit evaluiert die Tauglichkeit von Islamic Banking für den deutschen Finanzmarkt. Dabei wird untersucht, wie islamische Prinzipien, Gebote und Verbote mit dem deutschen Rechtsrahmen in Einklang gebracht werden können, welche Marktbarrieren existieren und welches Potenzial für islamkonforme Finanzprodukte bei der in Deutschland lebenden muslimischen Bevölkerung besteht.
4.1.1 Definition
Das Verbot des Zinsnehmens und Zinsgebens ist das stärkste der Verbote im Islam. Das arabische Wort Riba bedeutet dabei nicht Zins, sondern Zuwachs und charakterisiert das Wachstum ohne etwas dafür investiert zu haben. Folglich sind nicht alle Geschäfte, die das Wort Zins beinhalten gleichzusetzen mit dem koranischen Zinsverbot. Ein Beispiel hierfür ist der Mietzins, bei dem der Mieter für die Überlassung des Wohnraumes monatlich an den Vermieter Geld bezahlt. Dies ist auch im Islam erlaubt, da der Vermieter eine Gegenleistung, nämlich das Benutzen des Wohnraumes stellt. Riba lässt sich in zwei Arten unterteilen: Riba al-Fadl und Riba al-Nasiah.
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Zinsverbot der Menschheit seit vielen Jahren bekannt ist. Aristoteles verurteilte den Zins, in Rom waren Zinsgeschäfte verboten. Die Bibel kennt das Zinsverbot im Alten Testament und in den Psalmen. Juden sind Zinsgeschäfte untereinander untersagt, sogar der Hinduismus und der Buddhismus kennen das Zinsverbot. Zusammengefasst: der Begriff des Zinsverbotes ist jeder großen Religion bekannt sowie durch alle Zeitalter hindurch den Menschen ein Begriff gewesen.
Der Begriff Riba wird im Koran nicht genauer definiert. Die Mehrzahl der islamischen Rechtsgelehrten ist sich darüber einig, dass mit Riba das strikte Zinsverbot und der Wucher gemeint sind. Die Begründung fußt auf der Auffassung, dass alle Stellen, in welchen der Koran Riba nennt, den logischen Schluss eines sehr strikt einzuhaltenden Verbotes von Zins und Wucher nahelegen. Interessant ist die Parallele zum deutschen Recht nach Paragraph 138 Abs. 2 BGB, nach welchem der Wucher zum Schutz des Schwächeren verboten ist. Seit Aufkommen islamischer Banken ist das Zinsthema zentral und regt immer wieder zu Diskussionen an. Hier wird oft herausgestellt, dass ein System ohne Zinsen nicht funktionieren kann. In diesem Zusammenhang ist der Fakt bemerkenswert, dass die islamische Kultur ohne Zinssystem aufgestiegen ist und zwischenzeitlich fortschrittlicher als die Kultur des Okzidents war. Dies lässt den Rückschluss zu, dass wirtschaftlicher Fortschritt ohne Zinsen möglich ist.
1. Einleitung: Die Arbeit identifiziert die Lücke im deutschen Bankenmarkt für islamkonforme Produkte und leitet die Forschungsfrage aus der Finanzkrise und der demografischen Situation ab.
2. Theoretische Grundlagen des Islamic Finance: Dieses Kapitel erläutert die Historie, die weltweite Verbreitung und die spezifische Bedeutung von Shariahboards für die Zertifizierung islamischer Finanzprodukte.
3. Grundlagen islamisches Recht: Es werden die primären und sekundären Rechtsquellen des Islams (Koran, Sunnah, Ijmah, Qiyas) sowie deren Bedeutung für das Verständnis moderner Finanzgeschäfte dargestellt.
4. Gebote und Verbote der Shariah sowie Islamic Banking-Modelle: Dieses Kapitel detailliert die zentralen Verbote wie das Zinsverbot und erläutert alternative, partizipative Finanzierungsmodelle wie Murabaha oder Mudaraba.
5. Kritische Evaluierung des Islamic Finance zur Einschätzung der Tauglichkeit für den deutschen Markt: Eine Analyse von Marktbarrieren, Bildungsstatistiken und Fallstudien, die die Erfolgsaussichten islamischer Finanzinstitute in Deutschland kritisch hinterfragt.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Islamic Banking in Deutschland trotz anfänglicher Hürden ein ungenutztes Marktpotenzial besitzt und bei professioneller Umsetzung langfristig erfolgreich sein kann.
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Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des islamischen Finanzwesens und bewertet kritisch, ob und unter welchen Bedingungen islamkonforme Bankprodukte auf dem deutschen Markt tauglich und erfolgreich sein können.
Die Schwerpunkte liegen auf den religiösen Geboten und Verboten des Islams (insbesondere Zins- und Spekulationsverbot), den konkreten Finanzierungsmodellen sowie einer sozioökonomischen Analyse der Zielgruppe in Deutschland.
Das Ziel ist es, das Marktpotenzial für Islamic Banking in Deutschland zu evaluieren, die Tauglichkeit existierender Finanzmodelle zu prüfen und Barrieren für potenzielle Anbieter zu identifizieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, den Vergleich von verschiedenen Rechtsauffassungen der islamischen Rechtsschulen sowie eine qualitative Auswertung durch ein Praxisbeispiel (Experteninterview).
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Quellen des islamischen Rechts, den spezifischen Verboten sowie der Funktionsweise islamischer Beteiligungs- und Finanzierungsmodelle im Vergleich zu konventionellen Systemen.
Kernbegriffe sind Riba (Zins), Gharar (Spekulation), Shariahboard (religiöses Kontrollorgan), Musharakah (Gewinn-Verlust-Beteiligung) und die Marktsituation für muslimische Haushalte in Deutschland.
Das Zinsverbot stellt das fundamentalste Verbot im islamischen Finanzwesen dar und erfordert daher komplett neue, vom konventionellen Zinsmodell unabhängige Finanzierungsstrukturen, was die Kernherausforderung für deutsche Banken darstellt.
Die Studie dient als wichtige empirische Basis, um das Interesse und die Sparziele muslimischer Haushalte in Deutschland besser zu verstehen und die Argumente gegen ein vermeintlich mangelndes Interesse zu hinterfragen.
Der Autor sieht in den Shariahboards ein essenzielles Kontroll- und Vertrauensorgan, beleuchtet jedoch auch kritisch die Herausforderungen bei der Standardisierung und der notwendigen ökonomischen Qualifikation der Gelehrten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Markt trotz bisheriger Rückschläge bei einzelnen Fonds ein unterschätztes Potenzial bietet, da eine wachsende und gut integrierte muslimische Zielgruppe eine große Nachfrage nach alternativen, ethisch konformen Finanzprodukten hat.
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