Bachelorarbeit, 2011
32 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Der demographische Wandel
1.1 Wichtige Begriffe des demographischen Wandels
1.2 Der aktuelle Stand der Bevölkerung Deutschlands
1.3 Geburtenrate als demografischer Faktor
1.4 Finanzielle Ursachen der Kinderlosigkeit
1.5 Strukturelle Ursachen der Kinderlosigkeit
1.6 Steigende Lebenserwartung als demografischer Faktor
1.7 Migration als demographischer Faktor
2. Die gesetzliche Rentenversicherung
2.1 Die Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung
2.2 Die Rentenreform von 1957
2.3 Entwicklungen der Rente bis zur Wiedervereinigung
2.4 Die Rentenreformen der Neunziger und der Zweitausender Jahre
2.5 Gleichbleibende Gesamtlast und steigende Verteilungsungerechtigkeit
3. Grundlagen einer zukunftsfähigen Rente
3.1 Wirtschaftliches Wachstum in einer schrumpfenden Gesellschaft
3.2 Produktivität als bestimmender Faktor wirtschaftlicher Entwicklung
3.3 Mögliche Prognosen über Deutschlands zukünftiges Wachstum
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit das System der gesetzlichen Rentenversicherung angesichts des demographischen Wandels und einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung tatsächlich an seine Grenzen stößt. Dabei wird analysiert, ob die oft prognostizierte Finanzierungskrise existiert oder ob der demographische Wandel primär als Vehikel für rentenpolitische Reformen dient, die das Lastenverhältnis zugunsten der Arbeitgeber verschieben.
1.4 Finanzielle Ursachen der Kinderlosigkeit
Über die Ursachen der Kinderlosigkeit ist viel spekuliert worden, jedoch ist davon auszugehen, dass es viele Faktoren gleichermaßen die Entscheidung für oder gegen Kinder beeinflussen. Ich möchte an dieser Stelle mit den eher weniger bekannten und seltener genannten ökonomischen und insbesondere steuerlichen und abgabenlastigen Ursachen der Kinderlosigkeit beginnen. Einerseits weil ich der Meinung bin, dass die strukturellen Dimensionen von Kinderlosigkeit, speziell bei Frauen, hinreichend bekannt und dokumentiert sind. Andererseits bin ich der Meinung, dass die ökonomischen Perspektive der Familiendiskriminierung weitaus weniger bekannt, aber in ihrer Wirkungsmacht ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.
Es handelt sich beim Verhältnis Kinderloser zu Familien aus ökonomischer Sicht um ein Free-Rider Problem: Wer in Deutschland Kinder hat, stellt für die Gesellschaft ein "Allmendegut" zur Verfügung, insbesondere für die sozialen Sicherungssysteme. Die heutigen Kinder sind die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von morgen, also auch die Finanziers der Rentenkassen. Es hat schließlich jeder einen Anspruch auf Rente durch Einzahlungen in die Rentenkasse erworben, unabhängig davon, ob und wie viele Kinder er hat. Allerdings nehmen Kinderlose mit ihrer erworbenen Rentenanwartschaft die Kinder Dritter in Anspruch, die quasi nicht nur ihre eigenen Eltern finanzieren, sondern auch für "Fremde" aufkommen müssen.
1. Der demographische Wandel: Das Kapitel analysiert die wesentlichen demographischen Determinanten wie Geburtenraten, Sterbeziffern, Lebenserwartung und Migration, die zu einer Alterung und Schrumpfung der deutschen Bevölkerung führen.
2. Die gesetzliche Rentenversicherung: Dieser Teil betrachtet die historische Entwicklung der Rentenversicherung von der Einführung unter Bismarck über die Reform von 1957 bis hin zur Einführung privater Vorsorgesysteme und der damit einhergehenden Veränderung der Lastenverteilung.
3. Grundlagen einer zukunftsfähigen Rente: Hier werden die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum, Produktivität und der Finanzierbarkeit der Rente untersucht, wobei auch Prognosen zum BIP-Wachstum bis 2060 kritisch beleuchtet werden.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine Finanzkrise der Rentenversicherung nicht zwingend aus dem demographischen Wandel folgt, sondern dass gesellschaftliche Solidarität durch politische Weichenstellungen zugunsten privater Vorsorge geschwächt wurde.
Demographischer Wandel, Gesetzliche Rentenversicherung, Kinderlosigkeit, Umlageverfahren, Produktivität, Wirtschaftswachstum, Sozialstaat, Generationenvertrag, Rentenreform, Alterssicherung, Solidarität, Verteilungsungerechtigkeit, Arbeitsmarkt, Demographisch-ökonomisches Paradoxon.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die gesetzliche Rentenversicherung angesichts einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung finanziert werden kann und ob die Zukunftsfähigkeit des Systems durch den demographischen Wandel ernsthaft gefährdet ist.
Zu den Kernpunkten gehören die demographische Entwicklung, die Geschichte der deutschen Rentenversicherung, die Auswirkungen von Rentenreformen auf die Lastenverteilung sowie der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Rentenfinanzierung.
Das Ziel ist es zu belegen, dass die gesetzliche Rente ein System mit Zukunft ist und der demographische Wandel häufig als Begründung für Reformen dient, die das Solidarprinzip schwächen.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, die auf statistischen Daten, demographischen Vorausberechnungen, einer Untersuchung der historischen Rentenentwicklung und volkswirtschaftlichen Theorien zum Wachstum basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des demographischen Wandels, eine historische und politische Analyse des Rentensystems und eine Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2060.
Zentrale Begriffe sind demographischer Wandel, gesetzliche Rentenversicherung, Verteilungsungerechtigkeit, Produktivität, Wirtschaftswachstum und Solidarität.
Der Autor betrachtet den demographischen Wandel als ein reales Phänomen, kritisiert jedoch, dass er oft als politisches Instrument genutzt wird, um soziale Sicherungssysteme zu Lasten der Arbeitnehmer umzubauen.
Laut dem Autor ist das Wirtschaftswachstum der entscheidende Faktor für die Finanzierbarkeit; er argumentiert, dass eine Steigerung der Produktivität und die wachsende Wirtschaft auch künftig eine ausreichende Rentenversorgung ermöglichen können.
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