Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Kulturelles und Individuelles Gedächtnis
2.1 Entstehung Kulturellen Gedächtnisses oder das Problem des Vergessens
2.2 Gedächtnismetaphern
3. Theorien des Archivs
3.1 Sigmund Freud und Jacques Derrida
4. Geschichte der Bücherverbrennung
4.1 Die Bücherverbrennung von 1933
4.2 Das Fortbestehen der verbrannten Bücher und deren Autoren
4.3 Die Salzmann-Sammlung
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Mechanismen des kulturellen Vergessens am Beispiel der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 und stellt die zentrale Frage, warum dieser bewusste Akt der Löschung kultureller Identität historisch nicht erfolgreich war.
4.1 Die Bücherverbrennung von 1933
Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wurde von der deutschen Studentenschaft geplant und durchgeführt, allerdings auch von der Reichsführung gebilligt und unterstützt. So hielt Propagandaminister Joseph Goebbels – Doktor der Germanistik – bei der Bücherverbrennung in Berlin eine Rede, welche im ganzen Reich über Rundfunk empfangen werden konnte.
Bereits am 13. April 1933 waren an deutschen Universitäten zwölf Thesen „Wider dem undeutschen Geist“, von der Deutschen Studentenschaft auf Plakaten gedruckt, aufgehängt worden. Diese Thesen riefen, gut einen Monat vor der Verbrennung, zur Sammlung der verfemten Literatur und gemeinsamen Verbrennung am 10. Mai 1933 auf. Die Thesen forderten Zensur und den Schutz der deutschen Sprache vor den Juden. Zwar sind die Autoren der Thesen nicht bekannt, es ist jedoch sicher, dass die Studenten dabei von dem nationalsozialistischen Literaturhistoriker Adolf Bartels unterstützt worden waren.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bücherverbrennungen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Erfolglosigkeit des bewussten Löschungsaktes.
2. Kulturelles und Individuelles Gedächtnis: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweisen des Gedächtnisses und die Bedeutung von Speichermedien für die kulturelle Identität.
2.1 Entstehung Kulturellen Gedächtnisses oder das Problem des Vergessens: Hier wird der Prozess der Entstehung kulturellen Gedächtnisses sowie die aktive und passive Komponente des Vergessens analysiert.
2.2 Gedächtnismetaphern: Es werden verschiedene Metaphern wie Magazin- oder Wachstafelmetaphern untersucht, um die Art und Weise der Erinnerungsdarstellung zu verdeutlichen.
3. Theorien des Archivs: Das Kapitel behandelt die Archivtheorien, insbesondere die Notwendigkeit der Auswahl und Kassation im Kontext wachsender Wissensmengen.
3.1 Sigmund Freud und Jacques Derrida: Hier werden die spezifischen Theorien von Freud und Derrida hinsichtlich der psychoanalytischen und archivarischen Spurensuche gegenübergestellt.
4. Geschichte der Bücherverbrennung: Ein historischer Rückblick auf die Praxis der Büchervernichtung seit der Antike bis zum Mittelalter und deren symbolische Bedeutung.
4.1 Die Bücherverbrennung von 1933: Detaillierte Betrachtung der konkreten Ereignisse, der Akteure und der Ideologie hinter der Bücherverbrennung 1933.
4.2 Das Fortbestehen der verbrannten Bücher und deren Autoren: Untersuchung, wie verfemte Autoren und Werke nach der Verbrennung in der Erinnerungskultur fortwirkten.
4.3 Die Salzmann-Sammlung: Analyse der systematischen Bemühungen von Georg Salzmann, die Werke verfemter Autoren durch eine private Sammlung zu bewahren.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Bücherverbrennung als Akt der Gedächtniskontrolle zwar Spuren hinterlassen hat, aber aufgrund der Unmöglichkeit eines totalen Vergessens gescheitert ist.
Kulturelles Gedächtnis, Bücherverbrennung, 1933, Speichergedächtnis, Funktionsgedächtnis, Jacques Derrida, Sigmund Freud, Archivtheorie, Verdrängung, Identität, Literaturverfolgung, Georg Salzmann, Erinnerungskultur, Wissensüberlieferung, Nationalsozialismus.
Die Arbeit analysiert das Problem des kulturellen Vergessens unter dem Aspekt der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933.
Die Arbeit verknüpft kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien, Archivtheorien und historische Ereignisse der Bücherverbrennung miteinander.
Das Ziel ist es, zu klären, warum der von den Nationalsozialisten beabsichtigte bewusste Akt der Löschung eines Teils der kulturellen Identität nicht zum Erfolg führte.
Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch die Gedächtnistheorien von Assmann sowie die Archivtheorien von Freud und Derrida, die anschließend auf das historische Ereignis der Bücherverbrennung angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung von Gedächtnismetaphern und Archivtheorien sowie eine historische Analyse der Bücherverbrennung und ihrer Folgen, inklusive der Vorstellung der Salzmann-Sammlung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kulturelles Gedächtnis, Archivtheorie, Verdrängung und die historische Zäsur der Bücherverbrennung 1933 geprägt.
Die Psychoanalyse nach Sigmund Freud dient als theoretisches Modell, um den Vorgang der Verdrängung und die Unmöglichkeit einer restlosen Löschung von Erinnerungen zu verstehen.
Die Sammlung illustriert den Versuch der aktiven Bewahrung und der Rückführung verfemter Werke in das kulturelle Gedächtnis, zeigt jedoch auch die Paradoxie ihrer eigenen Existenz als Sondersammlung.
Derrida sah im Archiv eine politische Kategorie, in der durch das Versammeln von Zeichen Autorität legitimiert wird, wobei er betonte, dass jede Archivierung gleichzeitig eine Entfremdung vom ursprünglichen Ereignis darstellt.
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