Diplomarbeit, 1995
119 Seiten, Note: 1,2
EINLEITUNG 5
1. BEGRIFFSKLÄRUNG 7
1.1 Begriffliche Grundlagen zum Thema Jugendverwahrlosung 7
1.1.1 Verwahrlosung im allgemeinen Sprachgebrauch 7
1.1.2 Juristische Begriffsbestimmung 8
1.1.3 Pädagogische Begriffsbestimmung 10
1.1.4 Psychologische Begriffsbestimmung 11
1.1.5 Soziologische Begriffsbestimmung 13
1.1.6 Verwahrlosung in Abgrenzung zu den Begriffen: "abweichendes Handeln", "Dissozialität", "Delinquenz", "Abnormität" und "Kriminalität" 14
1.2 Begriffliche Grundlagen zum Themenbereich Rechtsextremismus 16
1.2.1 Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus 16
1.2.2 Ideologische Kernelemente des Rechtextremismus: "Rassismus", "Nationalismus", "Faschismus" und "Antisemitismus" 18
1.2.3 Neonazismus und Neofaschismus 20
2. SYMPTOMATIK UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON JUGENDVERWAHRLOSUNG UND RECHTSEXTREMISTISCHEN ORIENTIERUNGEN BEI JUGENDLICHEN 21
2.1 Jugendkulturen mit Berührungspunkten zum Rechtsextremismus 26
2.1.1 Skinheads 26
2.1.2 Fußballfans und Hooligans 28
2.2 Organisierte rechtsextreme Jugendgruppen 29
2.2.1 Bund Heimattreuer Jugend (BHJ) 29
2.2.2 "Wiking-Jugend" (WJ) 30
2.3 Neonazistische Jugendorganisationen, Parteizugehörigkeit 30
2.4 Ein Vergleich der Symptome 31
2.5 Ein Geschlechtervergleich 32
3. THEORIEN ZUR ERKLÄRUNG VON ABWEICHENDEM VERHALTEN 35
3.1 Biologische Theorien 35
3.1.1 Der biologische Ansatz in der Verwahrlosungsforschung 35
3.1.2 Der biologische Ansatz in der Rechtsextremismusforschung 37
3.2 Psychologische Erklärungstheorien 38
3.2.1 Der psychoanalytische Ansatz 38
3.2.1.1 Der psychoanalytische Ansatz in der Verwahrlosungsforschung 42
3.2.1.2 Der psychoanalytische Ansatz in der Rechtsextremismusforschung 47
3.2.2 Das lerntheoretische Erklärungsmodell 60
3.2.2.1 Die Lerntheorie in der Verwahrlosungsforschung 61
3.2.2.2 Der lerntheoretische Ansatz in der Rechtsextremismusforschung 64
3.3 Soziologische und sozialpsychologische Erklärungsansätze 69
3.3.1 Das sozialisationstheoretische Konzept der Rechtsextremismusforschung 69
3.3.2 Die Anomietheorie 78
4. KRISENBEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN 81
4.1 Problembewältigungsversuche durch den Jugendlichen 81
4.1.1 Die Instrumentalisierungsthese 81
4.1.2 Das Phänomen der Gewaltakzeptanz 83
4.1.3 Die Theorie der Bandendelinquenz oder die besondere Bedeutung der Gruppe 86
4.2 Bewältigungsstrategien der Gesellschaft 91
4.2.1 Therapie und Präventionsansätze in der Verwahrlosungsforschung 91
4.2.2 Prävention im Kontext von Kriminaltätstheorien 94
4.2.3 Projekte und Konzeptionen zur Eindämmung rechtsextremistischer Orientierungen 96
5. SCHLUßBETRACHTUNG 101
Die vorliegende Arbeit untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen rechtsextremistischen Orientierungen bei Jugendlichen und dem Phänomen der Jugendverwahrlosung. Ziel ist es, durch die Zusammenführung wissenschaftlicher Disziplinen wie der Verwahrlosungsforschung und der Extremismusforschung Wirkungs- und Entstehungszusammenhänge abweichenden Verhaltens transparent zu machen und Zugänge zu adäquaten Präventionskonzepten aufzuzeigen.
2.5 Ein Geschlechtervergleich
Die Literatur zur Verwahrlosungsforschung bezieht ihre Untersuchungen in erster Linie auf männliche Jugendliche. Sie bietet wenig Informationen dazu, inwieweit sich Jungen und Mädchen in der Ausprägung und Entwicklung von Verwahrlosungserscheinungen unterscheiden. Gründe werden, wenn überhaupt, in der speziellen Sozialisation von Mädchen gesucht. Zu einer geschlechtsspezifischen Aufgliederung der dissozialen Symptome männlicher und weiblicher Jugendlicher beschreibt REMSCHMIDT (1979), daß sich die Erscheinungsformen sowohl das Manifestationsalter als auch die Symptomatik betreffend, bei Jungen und Mädchen unterscheiden. Er faßt zusammen, daß sich die ersten Auffälligkeiten bei Jungen früher zeigen als bei Mädchen.
Während bei Jungen etwa in der zweiten Hälfte der Schulzeit die ersten Symptome auftreten, kommt es bei weiblichen Verwahrlosten dagegen erst überwiegend im Jugendalter zu Symptommanifestationen und nur in wenigen Fällen schon in der späten Schulzeit. Weiter ordnet er die Verwahrlosungsphänomene nach ihrer Häufigkeit: Die Mädchen fallen besonders durch frühsexuelle Betätigung und Prostitution auf.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Wiederaufkommen rechtsextremistischer Tendenzen und fordert eine tiefgreifende Ursachenanalyse statt bloßer Ausgrenzung, um pädagogisch wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln.
1. BEGRIFFSKLÄRUNG: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Arbeit, wobei sowohl Verwahrlosung als auch Rechtsextremismus aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven (juristisch, pädagogisch, psychologisch, soziologisch) beleuchtet werden.
2. SYMPTOMATIK UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON JUGENDVERWAHRLOSUNG UND RECHTSEXTREMISTISCHEN ORIENTIERUNGEN BEI JUGENDLICHEN: Der Hauptteil vergleicht die Symptomatik beider Phänomene und analysiert die Rolle von Jugendkulturen und organisierten rechtsextremen Gruppen als Auffangbecken.
3. THEORIEN ZUR ERKLÄRUNG VON ABWEICHENDEM VERHALTEN: Hier werden biologische, psychologische (insbesondere psychoanalytische) und soziologische Erklärungsmodelle herangezogen, um das abweichende Verhalten bei Jugendlichen theoretisch zu fundieren.
4. KRISENBEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN: Das Kapitel behandelt sowohl die individuellen Bewältigungsversuche der Jugendlichen (z.B. Instrumentalisierung) als auch die gesellschaftlichen Strategien in Form von Therapie- und Präventionsansätzen.
5. SCHLUßBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Dringlichkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit von Staat und Gesellschaft bei der Bewältigung jugendlicher Problemlagen.
Rechtsextremismus, Jugendverwahrlosung, dissoziales Verhalten, Delinquenz, psychoanalytische Ansätze, Lerntheorie, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Gewaltakzeptanz, Prävention, Gruppensoziologie, Ausländerfeindlichkeit, Erziehungsstil, Krisenbewältigung, Jugendgruppen.
Die Arbeit untersucht die inhaltlichen und strukturellen Überschneidungen zwischen rechtsextremistischen Orientierungen bei Jugendlichen und dem Phänomen der Jugendverwahrlosung.
Die zentralen Felder umfassen die Definition beider Begriffe, die Symptomatik abweichenden Verhaltens, verschiedene theoretische Erklärungsmodelle (biologisch, psychologisch, soziologisch) sowie Strategien zur gesellschaftlichen Krisenbewältigung.
Das Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Verwahrlosungsforschung und der Extremismusforschung zu vergleichen, um nachvollziehbare Zusammenhänge aufzuzeigen, die Kriminalisierung der Jugend zu reduzieren und fundierte Präventionswege anzubieten.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, die Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenführt, um Wirkungs- und Entstehungszusammenhänge abweichenden Verhaltens transparent zu machen.
Der Hauptteil analysiert die Symptomatik und Erscheinungsformen bei Jugendlichen, diskutiert lerntheoretische sowie psychoanalytische Erklärungsansätze für dissoziales Verhalten und untersucht Strategien der Krisenbewältigung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendverwahrlosung, Rechtsextremismus, Identitätsfindung, psychoanalytische Theorie, Lerntheorie und Präventionskonzepte charakterisieren.
Das Kapitel zum Geschlechtervergleich verdeutlicht, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Verhaltenssymptome zeigen; während Jungen eher zu aggressiver Expansivität neigen, treten Mädchen oft passiver in Erscheinung, was bisher dazu führte, dass sie in der Forschung vernachlässigt wurden.
Die Arbeit nutzt die Theorie der Bandendelinquenz, um zu verdeutlichen, dass Gruppen für die Jugendlichen eine wichtige Funktion zur Kompensation von Statusfrustrationen und zur Identitätsstabilisierung übernehmen, auch wenn es sich meist um lockere Cliquen handelt.
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