Masterarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Historische Entwicklung der Überleitungsrechnung
1.2 Interessenkonflikt am Beispiel der Agency-Theorie
2. Effektiver Steuersatz/-quote
2.1 Ermittlung der Steuerquote/-satz
2.2 Tatsächliche Steuern
2.3 Latente Steuern
2.3.1 Aktive latente Steuern
2.3.2 Passive latente Steuern
2.4 Aussagekraft der Steuerquote
3. Aufbau der steuerlichen Überleitungsrechnung
3.1 Funktion der Überleitungsrechnung
3.2 Methoden der Überleitungsrechnung
3.3 Posten der Überleitungsrechnung
3.3.1 Steuerfreie Erträge
3.3.2 Gewerbesteuer
3.3.3 Nicht abzugsfähige Aufwendungen
3.3.4 Allgemeine Verlustverrechnung
3.3.5 Organschaftliche Verlustverrechnung
3.3.6 Sonstige Effekte
4. Einsatz der steuerlichen Überleitungsrechnung
4.1 Zielsetzung
4.2 Bilanzpolitik
4.3 Steueroptimierung
5. Resümee
Die Arbeit untersucht den Aufbau und die Funktion der steuerlichen Überleitungsrechnung als Instrument zur Analyse der Steuerquote bei börsennotierten Kapitalgesellschaften. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen handelsrechtlichem Vorsteuerergebnis und dem tatsächlichen Steueraufwand vor dem Hintergrund der Agency-Theorie und aktueller Bilanzierungsvorschriften zu erläutern.
1.1 Historische Entwicklung der Überleitungsrechnung
Die steuerliche Überleitungsrechnung soll den erwarteten Steueraufwand auf den in der Gewinn und Verlustrechnung (GuV) ausgewiesenen Steueraufwand überleiten und somit Aufschluss über den tatsächlichen Steueraufwand und den Effektivsteuersatz geben. Wichtig ist hierbei, dass das handelsrechtliche Vorsteuerergebnis und der zutreffende Steuersatz zugrunde gelegt werden. Dies wurde notwendig durch das Ziel der zutreffenden Abbildung der Vermögenslage und der damit verbundenen Periodisierung des Steueraufwands in laufende und latente Steuern nach der Liability-Methode. Diese hat ihren Ursprung in angelsächsischen Ländern. Hierdurch geht der Kontext des Steueraufwandes zum Vorsteuerergebnis verloren, da der erwartete Steueraufwand regelmäßig vom tatsächlichen Steueraufwand abweicht. Die Überleitungsrechnung soll den Abschlussadressaten in die Lage versetzen, inwiefern das Verhältnis zwischen dem handelsrechtlichen Vorsteuerergebnis und dem Steueraufwand ungewöhnlich ist und damit Informationen und Anhaltspunkte über die Steuer- und Bilanzpolitik erhalten. Durch die Offenlegung der wesentlichen Abweichungen können Steuertreiber identifiziert und optimiert werden, die damit Rückschlüsse auf das Management und die Zukunft der Gesellschaft zulassen.
In Deutschland wurde erstmals 1987 die Abgrenzung von latenten und laufenden Steuern eingeführt. Die ersten wesentlichen Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanzwerten ergaben sich durch den Börsengang der Daimler-Benz AG an die New York Stock Exchange 1993. Diese wurde damals verpflichtet, einen US-GAAP Abschluss für die US-Börse zu erstellen. Durch die Einführung des Neuen Marktes im Jahr 1997 an der Deutschen Börse und durch die Verpflichtung zur internationalen Bilanzierung für alle Unternehmen am SMAX im Jahr 2002 wurden die erheblichen Unterschiede der beiden handelsrechtlichen Bilanzwerte (US-GAAP/IAS vs. HGB) zum Steuerbilanzwert immer größer und relevanter. Hierdurch wurde eine steuerliche Überleitungsrechnung notwendig.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über Aufbau und Entwicklung der steuerlichen Überleitungsrechnung am Beispiel börsennotierter Gesellschaften zu geben, und betrachtet den Interessenkonflikt aus Sicht der Agency-Theorie.
2. Effektiver Steuersatz/-quote: Dieses Kapitel erläutert die Ermittlung der Steuerquote, die Rolle tatsächlicher und latenter Steuern sowie die Aussagekraft dieser Kennzahl für das Management.
3. Aufbau der steuerlichen Überleitungsrechnung: Hier werden die Funktionen, Methoden sowie die verschiedenen Posten der Überleitungsrechnung, wie steuerfreie Erträge, Gewerbesteuer und Verlustverrechnungen, im Detail beschrieben.
4. Einsatz der steuerlichen Überleitungsrechnung: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Anwendung, der Bilanzpolitik sowie Strategien zur Steueroptimierung und dem Tax Management.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die wachsende Bedeutung der Überleitungsrechnung als unverzichtbares Instrument für eine zukunftsorientierte Steuerplanung.
Steuerliche Überleitungsrechnung, Steuerquote, Latente Steuern, Agency-Theorie, Bilanzpolitik, Steueroptimierung, HGB, IAS, IFRS, Steueraufwand, Steuertreiber, Vorsteuerergebnis, Verlustvortrag, Shareholder Value, Tax Management
Die Arbeit befasst sich mit dem Aufbau, der Entwicklung und dem Einsatz der steuerlichen Überleitungsrechnung bei börsennotierten Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Rechnungslegungsstandards.
Zu den Schwerpunkten zählen die Ermittlung der Steuerquote, die Bilanzierung latenter Steuern, die Analyse von Steuertreibern sowie Möglichkeiten der Steueroptimierung im Rahmen von Unternehmensstrukturen.
Das Ziel ist es, den Abschlussadressaten die Bedeutung der Überleitungsrechnung als Informationsinstrument näherzubringen, um das Verhältnis zwischen Steueraufwand und Vorsteuerergebnis interpretieren zu können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung der steuerrechtlichen und bilanziellen Zusammenhänge, ergänzt durch beispielhafte Berechnungen für börsennotierte Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Steuerquote, eine detaillierte Erläuterung der Überleitungsposten und deren Einflussfaktoren sowie die Analyse der strategischen Steuerplanung.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Steuerliche Überleitungsrechnung, Latente Steuern, Steuerquote, Bilanzpolitik und Steueroptimierung aus.
Die Agency-Theorie dient zur Analyse der Delegationsbeziehungen zwischen Anteilseignern und Management, wobei die Überleitungsrechnung als Instrument zur Reduzierung von Informationsasymmetrien fungiert.
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz führte zu einer Annäherung an internationale Standards, etwa durch den Konzeptwechsel zum bilanzorientierten Temporary-Konzept bei latenten Steuern, was die Notwendigkeit einer präzisen Überleitungsrechnung verstärkt hat.
Die Unterscheidung ist entscheidend, da latente Steuern temporäre Differenzen widerspiegeln, die den Steueraufwand beeinflussen, während tatsächliche Steuern unmittelbare Zahlungsströme darstellen; beide bilden jedoch gemeinsam die Basis für die effektive Steuerquote.
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