Magisterarbeit, 2011
90 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen: Eine Einführung
1.1 Zum Begriff der Gerechtigkeit
1.2 Aristoteles: Distributive Gerechtigkeit
1.3 Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit
1.4 Das klassisch-liberale Verständnis
1.4.1 Thomas Hobbes: Naturzustand und Rechtssicherheit
1.4.2 Immanuel Kant: Recht und praktische Vernunft
1.5 Das kommunitaristische Verständnis
1.5.1 Chrarles Taylor: Kritik des atomistischen Individualismus
1.5.2 Michael Walzer: Die Spähren der Gerechtigkeit
1.5.3 Zusammenfassung
1.6 Sozialmoralische Gründe zur Rechtfertigung von Umverteilungsmaßnahmen
1.7 Exkurs zur Freiheit
1.7.1 Positive und negative Freiheit
1.7.2 Freiheit bei Friedrich August von Hayek
1.8 Zusammenfassung
2. Soziale Gerechtigkeit und Freiheit im Wohlfahrtsstaat: Am Beispiel des deutschen Sozialstaates
2.1 Ziele und Aufgaben des Sozialstaates
2.2 Verfassungsrechtliche Grundlagen des Sozialstaates
2.3 Zusammenfassung
2.4 Die Debatte um den Wohlfahrtsstaat
2.4.1 Die Kritik am Sozialstaat
2.4.2 Die normativen Grundlagen der Debatte
2.5 Zusammenfassung
3. Zum Spannungsverhältnis von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit: Am Beispiel libertärer und sozialliberaler Positionen
3.1 Friedrich August von Hayek: Soziale Gerechtigkeit als Illusion
3.1.1 Die Entwicklungsgeschichte der Freiheit: Die empiristische und rationalistische Position
3.1.2 Der Niedergang des Liberalismus und der Aufstieg des Sozialismus
3.1.3 Die Planwirtschaft als Anmaßung von Wissen
3.1.4 Der Wohlfahrtsstaat und die soziale Gerechtigkeit
3.1.5 Der Rechtsstaat als Garant der Freiheit
3.1.6 Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit
3.1.7 Zum Verhältnis von Freiheit, Gleichheit und Recht
3.1.8 Zusammenfassung
3.2 John Rawls: Gerechtigkeit als Fairness
3.2.1 Die Grundstruktur einer gerechten Gesellschaft
3.2.2 Der Urzustand und der Schleier der Unwissenheit
3.2.3 Die zwei Grundsätze der Gerechtigkeit
3.2.3.1 Der erste Grundsatz: Das Primat der Freiheit
3.2.3.2 Der zweite Grundsatz: Das Differenzprinzip
3.2.4 Soziale Gerechtigkeit und der Wert der Freiheit
3.2.5 Zum Problem der Verteilungsgerechtigkeit
3.2.6 Moralische Gründe für die Regulierung ökonomischer und sozialer Ungleichheiten
3.2.7 Zusammenfassung
3.3 F.A.v. Hayek und John Rawls: Der Versuch einer Zusammenführung
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen sozialer Gerechtigkeit und Freiheit, insbesondere die Frage, ob diese beiden Konzepte miteinander vereinbar sind oder sich gegenseitig ausschließen. Im Fokus stehen dabei die libertären und sozialliberalen Theorien, die durch die Analyse zentraler Werke von Friedrich August von Hayek und John Rawls beleuchtet werden.
1.1 Zum Begriff der Gerechtigkeit
„Gerechtigkeit ist kein absoluter, sondern ein relativer Begriff, dessen konkreter Inhalt in Relation steht zu bestimmten sozialen Zielen und Sinngehalten“ (Walzer 1994: S 440). Aber auch wenn darüber, was Gerechtigkeit eigentlich genau bedeutet, sehr unterschiedliche, teils konträre Meinungen existieren, kann man nicht ausschließen, dass allen Ansichten nicht doch ein gemeinsames Konzept zu Grunde liegt. Die Idee zumindest, dass eine Gesellschaft nur dann als gerecht angesehen werden kann, wenn sie bestimmten moralischen Standards entspricht, ist uralt (vgl. Koller 2000: S 120f). So entzündet sich der Streit nicht daran, ob eine Gesellschaft gerecht oder ungerecht sein soll sondern was unter Gerechtigkeit an sich zu verstehen ist.
Verstanden als ein moralisches Konzept bezieht sich Gerechtigkeit auf soziale Verhältnisse und soziales Handeln zwischen Menschen (vgl. Koller 2000: S 121). „Gerechtigkeit ist sui generis auf soziale Zusammenhänge bezogen: In Ihrer jeweiligen institutionellen Form weist sie die angemessenen Anteile an Rechten, Einkommen, Vermögen und Bildung zu und entscheidet somit über die Verteilung von Chancen und Teilhabe in einer Gesellschaft“ (Penz/Priddat 2007: S 51). Wenn auch der Begriff der Gerechtigkeit auf vielfältige Weise, z.B. bezogen auf Personen, Staaten, Beziehungen etc. verwendet wird, so sind doch als Gemeinsamkeit die allgemeinen Normen bzw. Regeln zwischenmenschlichen Handelns herauszustreichen. (vgl. Koller 2000: S 122). So ist Gerechtigkeit über kulturelle Grenzen hinweg durch Prinzipien gekennzeichnet, die allgemeinverbindlichen Charakter haben:
In der Unparteilichkeit drückt sich die Gleichheit vor dem Gesetz aus, im Prinzip der Gegenseitigkeit die Überzeugung, niemanden etwas zuzufügen das man sich selber nicht wünscht. Die Tauschgerechtigkeit beschreibt ein faires Nehmen und Geben, ohne den anderen zu übervorteilen und die Vorstellung einer ausgleichenden Gerechtigkeit findet vor allem in der Gerichtsbarkeit ihre Anwendung. Darüber hinaus gibt es eine breite Übereinkunft über die zu schützenden Rechte. Gerechtigkeit bezieht sich ferner auch auf die moralische Bewertung menschlichen Handelns. Gemeint ist, dass jede Handlung nach moralischen Kriterien als gut oder schlecht eingestuft wird. Eine Handlung, die für jeden einzelnen Menschen einer Gesellschaft als gut angesehen werden kann, ist als moralische, nicht verhandelbare Grundlage dieser Gesellschaft zu betrachteten (vgl. Oschek 2007: S 99).
1. Theoretische Grundlagen: Eine Einführung: Dieses Kapitel führt in die philosophischen Begrifflichkeiten von Gerechtigkeit und Freiheit ein, unter Berücksichtigung liberaler, kommunitaristischer und klassischer Denktraditionen.
2. Soziale Gerechtigkeit und Freiheit im Wohlfahrtsstaat: Am Beispiel des deutschen Sozialstaates: Das Kapitel analysiert die praktische Anwendung dieser Begriffe am Beispiel des deutschen Sozialstaates und untersucht die Debatte um dessen Reform sowie die zugrunde liegenden normativen Konzepte.
3. Zum Spannungsverhältnis von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit: Am Beispiel libertärer und sozialliberaler Positionen: Hier findet die vertiefte Gegenüberstellung der Positionen von Friedrich August von Hayek und John Rawls statt, um die diametralen Auffassungen von Freiheit und Gerechtigkeit explizit herauszuarbeiten.
4. Fazit: Das Kapitel resümiert die theoretischen Untersuchungen und stellt fest, dass die unversöhnlichen Positionen der Autoren auf ihre unterschiedliche Verankerung in der rationalistischen bzw. evolutionistischen Tradition zurückzuführen sind.
Soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Wohlfahrtsstaat, Liberalismus, Kommunitarismus, Friedrich August von Hayek, John Rawls, Verteilungsgerechtigkeit, Rechtsstaat, Differenzprinzip, Autonomie, Sozialpolitik, Politische Philosophie, Gleichheit, Fairness
Die Arbeit untersucht das fundamentale Spannungsverhältnis zwischen dem Ideal der Freiheit und dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit, insbesondere vor dem Hintergrund wohlfahrtsstaatlicher Umverteilungsmaßnahmen.
Zentrale Themenfelder sind die Definition von Gerechtigkeit, die unterschiedlichen Freiheitsbegriffe (negativ vs. positiv), die Rolle des Staates und die philosophische Debatte über die Legitimität sozialer Sicherungssysteme.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob soziale Gerechtigkeit und Freiheit vereinbar sind, sich gegenseitig ausschließen oder ob sie sich in einem bestimmten Rahmen bedingen können.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftlich-philosophische Analyse, indem sie primäre und sekundäre Theorien bedeutender Philosophen (insb. Hayek und Rawls) systematisch gegenüberstellt und im Kontext staatlicher Institutionen vergleicht.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Gerechtigkeitsbegriffe, die Debatte um den deutschen Sozialstaat sowie die spezifischen Positionen von F.A. von Hayek (libertär) und John Rawls (sozialliberal).
Soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Rechtsstaat, Differenzprinzip, Liberalismus und Wohlfahrtsstaat stehen im Zentrum der Arbeit.
Hayek betrachtet soziale Gerechtigkeit als eine „Illusion“ und als eine Form der Anmaßung von Wissen, die zwangsläufig zur Einschränkung individueller Freiheit und zum Verlust des Rechtsstaates führt.
Rawls schlägt mit seinem Konzept des „Urzustands“ und des „Schleiers der Unwissenheit“ ein Modell vor, das durch das Differenzprinzip soziale Ungleichheiten nur dann zulässt, wenn sie den am wenigsten Begünstigten innerhalb einer Gesellschaft zugutekommen.
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