Seminararbeit, 2013
37 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2. Gender Mainstreaming
2.1 Historischer Entstehungskontext des Gender Mainstreamings
2.2 Konstitutive Elemente des Gender Mainstreamings, oder: Versuch einer Definition
3. Kritik des Gender Mainstreamings
3.1 Kritik am Gender-Begriff/ -Konzept des Gender Mainstreamings
3.2 Kritik am Konzept des Mainstreamings
3.3 Gender Mainstreaming, 'neoliberaler' Mainstream und Verwaltungsmodernisierung
3.4 Verlust des transformativen/ emanzipatorischen Potenzials?
3.5 Angst vor Schwächung der Frauenförderung/ -politik
3.6 Die Unbestimmtheit der Gender Mainstreaming-Strategie und des Gerechtigkeitsbegriffs
3.7 Die Nicht-Einbeziehung anderer Diskriminierungsfaktoren
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Konzept des Gender Mainstreamings als gleichstellungspolitische Strategie, hinterfragt deren theoretische Grundlagen und analysiert die vielschichtige Kritik, die insbesondere aus der Frauen- und Geschlechterforschung sowie verschiedenen feministischen Strömungen an der Implementierung und Zielsetzung geäußert wird.
3.2 Kritik am Konzept des Mainstreamings
Der Begriff 'Mainstreaming' ist ein Neologismus und stellt grammatikalisch gesehen ein substantiviertes Verb dar, „das allerdings das Verbsein übersprungen hat – es gibt [...] kein 'to mainstream'. Mainstreaming ist also ein Prozess, eine Handlung, und bedeutet, etwas im Mainstream einbinden, zum Mainstream machen“ (Rosenteich 2002: 27). Das Wort 'Mainstream' wiederum bedeutet soviel wie Hauptstrom/-richtung und „bezeichnet das, was die Mehrheit tut, denkt, glaubt. Eine Mehrheit nicht im Sinne von Zahlen, sondern im Sinne des dominierenden Teils der Gesellschaft, der die alltäglichen Normen definiert“ (Rosenteich 2002: 26).
Ausgehend von dieser 'Mainstreaming'-Definition ergeben sich für die GM-Strategie mehrere mögliche kritische Lesarten, wobei zwei gegensätzliche Pole der vorherrschenden Debatte ausgemacht werden können. Dies ist auf der einen Seite die Perspektive, nach welcher sich durch das GM im Mainstream eine Denkrichtung etablieren soll, welche die bisher ausgeblendete Beachtung geschlechterbezogener Wirkungen aller (gesellschaftlich) relevanten Entscheidungen nun als obligatorisch für alle GM praktizierenden Einrichtungen setzt. Kurz: die Gender-Analyse soll Eingang in den Mainstream finden. Diese Ansicht wird u.a. auch durch Stiegler (2005: 167) vertreten. Grundsätzlich betrachten auch wir als Autor_innen die basale Intentionen des GM eher als Implementierung von Gender-Belangen in den Mainstream der Organisationsarbeit. In optimistisch-feministischer Lesart scheinen sogar Hoffnungen darauf geweckt, „dass der Eingang [des GM, M.Sch.] in den Mainstream diesen zu einem feministischen Mainstream verändert“ (Rosenteich 2002: 28).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Gleichstellungspolitik aufgrund fortbestehender geschlechtsspezifischer Benachteiligungen und führt in das Gender Mainstreaming als querschnittsorientierte Strategie ein.
2. Gender Mainstreaming: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext, die Begriffsdefinitionen und die konstitutiven Elemente des Gender Mainstreamings auf europäischer und nationaler Ebene.
3. Kritik des Gender Mainstreamings: Hier werden systematisch verschiedene Kritikpunkte zusammengetragen, die von der Begrifflichkeit über die ökonomische Instrumentalisierung bis hin zum Verlust des transformativen Gehalts reichen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert den Erfolg der Institutionalisierung, warnt aber vor einer fortschreitenden Entfremdung zwischen wissenschaftlicher Reflexion und politischer Umsetzung.
Gender Mainstreaming, Gleichstellungspolitik, Geschlechterforschung, Neoliberalismus, New Public Management, Transformation, Geschlechterhierarchie, Frauenförderung, Konstruktivismus, Gender-Kompetenz, Intersektionalität, Verwaltungsmodernisierung, Sozialwissenschaft, Politische Strategie.
Die Arbeit analysiert die Strategie des Gender Mainstreamings sowie die daran geäußerte Kritik aus soziologischer und feministischer Sicht.
Die zentralen Felder sind die Geschichte des Konzepts, seine Definitionen, die ökonomische Vereinnahmung durch Verwaltungsreformen und die theoretische Debatte über Geschlecht.
Das Ziel ist es, die konstitutiven Elemente des Gender Mainstreamings zu identifizieren und die Kritik am Konzept systematisch aufzubereiten.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und diskursive Aufarbeitung der aktuellen geschlechterpolitischen Debatte.
Im Hauptteil (Kapitel 3) stehen die verschiedenen Kritikfelder im Fokus, insbesondere die Konzepte von 'Gender' und 'Mainstreaming', die Tendenz zur Ökonomisierung sowie der Verlust emanzipatorischer Ziele.
Wichtige Begriffe sind Gender Mainstreaming, Transformation, ökonomische Rationalität, Geschlechterhierarchie und feministische Kritik.
Kritiker monieren, dass GM oft als Werkzeug des New Public Management genutzt wird, um Effizienz zu steigern, statt die bestehenden gesellschaftlichen Machtstrukturen grundlegend zu verändern.
Wissenschaft verfolgt oft ein kritisch-reflexives Ziel, während die Politik an praktischer Umsetzbarkeit und administrativen Relevanzen orientiert ist, was häufig zu einer Trivialisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse führt.
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