Magisterarbeit, 2003
99 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1 Thema und Eingrenzung
1.2 Literatur und Forschungsstand
2. Rahmenbedingungen für einen Wahlkampf in den Medien
2.1 Verhältnis von Politik und Medien in der BRD
2.1.1 Aufgaben der Medien im demokratischen System
2.1.2 Rechtliche Grundlagen der Medien in der BRD
2.1.3 Mediatisierung der Gesellschaft?
2.1.4 Anpassung der Politik an die Regeln der Medien
2.1.5 Bedeutung der Medien für den modernen Wahlkampf
2.2 Systemunterschiede zwischen den USA und der BRD
2.2.1 Politische Unterschiede
2.2.2 Mediale Unterschiede
3. „Amerikanisierung“ – was ist das?
3.1 Merkmale der „Amerikanisierung“
3.1.1 Professionalisierung
3.1.2 Spindoctoring
3.1.3 Personalisierung
3.1.4 Themen- und Ereignismanagement
3.1.5 Meinungsforschung
3.1.6 Angriffswahlkampf
3.2 „Amerikanisierung“ oder „Modernisierung“?
4. Wahlkampf 2002
4.1 Die politische Ausgangslage zu Beginn des Wahlkampfes
4.2 Kampa, Kompetenzteam und Co. – Die Organisation des Wahlkampfes
4.3 Selbstdarstellung der Parteien in den Medien
4.3.1 Klassische Parteienwerbung
4.3.2 Medienstrategien
4.3.3 Internetpräsentation
4.3.4 Die Fernsehduelle
4.4 Alles anders? Ein Vergleich mit früheren Wahlkämpfen
5. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Selbstdarstellung politischer Parteien in den Medien anlässlich der Bundestagswahl 2002. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit deutsche Wahlkampfmethoden eine zunehmende „Amerikanisierung“ aufweisen und ob diese in Anbetracht der systemischen Unterschiede zur USA wissenschaftlich korrekt als solche bezeichnet oder eher als generelle Modernisierung verstanden werden kann.
3.1.1 Professionalisierung
Unter Professionalisierung des Wahlkampfes wird eine Zentralisierung der Wahlkampagne verstanden. Dadurch sollen Wahlkampfmaßnahmen besser koordiniert und ein einheitlicher Auftritt von Partei und Kandidaten gegenüber den Medien gewährleistet werden. Um diese Ziele zu erreichen, bedienen sich die Parteien zunehmend professioneller Hilfe. Die Leitung der Kampagnen übernehmen nicht mehr nur Parteifunktionäre, sondern unabhängige Medienprofis, die oft nicht einmal der Partei angehören. So gehört für Schulz zur Professionalisierung des Wahlkampfes, dass „die Aufgaben engagierter Parteisoldaten von Experten für die Diagnose und Steuerung der öffentlichen Meinung, wie Meinungsforscher, Medienberater, Werbe- und Public-Relations-Agenturen übernommen werden“ 84. Die Kampagnenorganisation wird damit zunehmend aus den Parteien hin zu Medienspezialisten verlagert, die außerhalb des politischen Systems stehen85.
Das wohl prominenteste Beispiel für die Professionalisierung des Wahlkampfes in der Bundesrepublik stellt bisher die erstmals 1998 eingerichtete Wahlkampfzentrale der SPD, Kampa, dar. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem Medienberatung, Pressearbeit, Werbung, Gegnerbeobachtung, Unterstützung der Kandidaten bei Veranstaltungen und die Auswertung der Ergebnisse von Meinungsforschungsinstituten86. Daneben bestand eine bedeutende Leistung in der Koordination der traditionellen Parteigremien für die Wahlkampfführung. Doch auch die Parteien, bei denen die Organisation des Wahlkampfes vorrangig noch in den Parteigremien angesiedelt ist, greifen verstärkt auf die Hilfe unabhängiger Werbeagenturen zurück87. Pfetsch und Schmitt-Beck stellen allerdings fest: „Der Trend zur Professionalisierung und Zentralisierung der Wahlkampforganisation ist aufgrund der unterschiedlichen ideologischen Festlegungen nicht in allen Parteien gleich weit fortgeschritten“ 88.
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach dem Ausmaß der „Amerikanisierung“ des deutschen Bundestagswahlkampfes 2002 und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den Forschungsstand.
2. Rahmenbedingungen für einen Wahlkampf in den Medien: Analysiert die Mediatisierung der Politik sowie die politischen und medialen Systemunterschiede zwischen den USA und Deutschland als Basis für den Wahlkampf.
3. „Amerikanisierung“ – was ist das?: Erörtert zentrale Merkmale der Amerikanisierung wie Professionalisierung, Spindoctoring und Personalisierung und stellt diese kritisch in den Kontext der Modernisierung.
4. Wahlkampf 2002: Untersucht empirisch die Strategien, Organisation (Kampa/Arena 02) und Selbstdarstellung der Parteien sowie den Vergleich zu früheren Wahlkämpfen.
5. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und kommt zum Schluss, dass der Begriff „Modernisierung“ zur Beschreibung der Veränderungen treffender ist als „Amerikanisierung“.
Bundestagswahl 2002, Amerikanisierung, Wahlkampf, Professionalisierung, Spindoctoring, Personalisierung, Medienstrategien, Politische Kommunikation, Mediengesellschaft, Wahlwerbung, Fernsehduell, Parteien, Wahlkampfstrategien, Mediatisierung
Die Arbeit analysiert die Wahlkampfstrategien der politischen Parteien bei der Bundestagswahl 2002 unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob eine „Amerikanisierung“ des Wahlkampfes stattgefunden hat.
Die Untersuchung umfasst die Rolle der Medien in der Demokratie, die Systemunterschiede zwischen den USA und Deutschland, die theoretische Definition der „Amerikanisierung“ sowie die praktische Umsetzung der Wahlkampfstrategien 2002.
Die zentrale Frage ist, in welchem Ausmaß Methoden amerikanischer Wahlkampfführung im deutschen Wahlkampf übernommen wurden und ob die wissenschaftliche Bezeichnung „Amerikanisierung“ oder „Modernisierung“ für diese Entwicklung angemessener ist.
Der Autor führt eine Fallstudie durch, die auf der Analyse vorhandener Fachliteratur, einer Sekundäranalyse von Untersuchungsergebnissen sowie einer Auswertung von Medienberichten und parteiinternem Material basiert. Zudem flossen Experteninterviews mit Wahlkampfmanagern ein.
Im Hauptteil werden die Rahmenbedingungen für Medienwahlkämpfe, die theoretischen Merkmale der „Amerikanisierung“, die Organisation der Wahlkampfteams sowie die konkrete Selbstdarstellung (Parteienwerbung, Internetauftritt, Fernsehduelle) der Parteien im Jahr 2002 analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben der „Amerikanisierung“ und „Modernisierung“ vor allem Professionalisierung, Spindoctoring, Personalisierung und Mediatisierung.
Die SPD setzte mit der „Kampa 02“ auf eine professionelle, organisatorisch ausgegliederte Wahlkampfzentrale, während andere Parteien wie die Union (im Konrad-Adenauer-Haus) oder die Grünen (in der Parteizentrale) traditionellere Organisationsstrukturen wählten.
Die Fernsehduelle stellten ein Novum dar und führten zu einer Zuspitzung der Personalisierung, da sie dem Massenpublikum den direkten Vergleich zwischen Schröder und Stoiber ermöglichten und die mediale Aufmerksamkeit stark auf die Kanzlerkandidaten fokussierten.
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