Diplomarbeit, 2011
133 Seiten, Note: 1,0
I.) Einleitung
II.) Verehrt, verkannt, vergessen – die Frauen an der Frontier
III.) Der Sprung auf die Leinwand – Western Ladies zwischen Genre und Feminismus
IV.) The real Calamity
V.) Building a legend – Calamity Janes filmischer Siegeszug?
V.)1. Die Kraft des Äußeren – der männliche Blick auf den weiblichen Fetisch
V.)2. Die Hierarchie der Körper – Körpersprache zwischen Gender und Dominanz
V.)3. Die Stärke der Helden – von maskuliner Gewalt und zugestandenen Fähigkeiten
V.)4. Das Opfer der Weiblichkeit – Einfluss, Schuld und Phallussymbole
VI.) Das Drama um Calamity – der weibliche Westernmythos
VII.) „She´d done her damnedest“ – ein Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung der historischen Figur Calamity Jane, um zu ergründen, ob sie als pars pro toto für eine unabhängige, starke Western-Heldin fungieren kann oder ob sie im männlich dominierten Genre stets in eine untergeordnete Rolle gedrängt wird. Dabei wird analysiert, inwieweit Regisseure ihre emanzipierte Vorreiterrolle unterstreichen oder sie in stereotype Weiblichkeitsbilder zwängen.
IV.) The real Calamity
Doch bevor untersucht werden soll, ob Calamity Jane als Paradebeispiel einer selbstbewussten Western-Figur gelten kann, möchte ich auch hier kurz auf die historische Calamity eingehen, um später darauf Bezug nehmen zu können.
Da es, wie eingangs erläutert, beinahe unmöglich scheint, tatsächlich belegte Fakten aus ihrem Leben vorzufinden, würde es zu weit führen, alle Thesen an dieser Stelle zusammenzutragen, weshalb nur knapp ein möglicher Lebenslauf skizziert werden und für die Filme relevante Anekdoten benannt werden sollen.
Schon lange ist Calamity Jane zu einer Legende „of the Western frontier [geworden], equal in celebrity to such notable Western characters as 'Buffalo Bill' Cody, 'Wild Bill' Hickok, Kit Carson, Bat Masterson and Wyatt Earp.“ All diesen ist wohl gemein, dass ihr wahres Leben weniger spektakulär und ihre Taten weniger heldenhaft waren, wenn überhaupt geschehen, als es ihr Mythos erzählt. Oftmals verbreiteten anfänglich Journalisten stark ausgeschmückte Geschichten über die Personen und nicht selten inspirierten diese Artikel Romanautoren, welche nun den realen Figuren fiktive Handlungen andichteten.
I.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Figur der Calamity Jane ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich ihrer filmischen Darstellung als unabhängige Heldin im männlichen Genre.
II.) Verehrt, verkannt, vergessen – die Frauen an der Frontier: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und die Rolle der realen Frauen an der amerikanischen Frontier als historische Vergleichsbasis für die späteren Filmanalysen.
III.) Der Sprung auf die Leinwand – Western Ladies zwischen Genre und Feminismus: Hier wird das Genre des Westerns auf seine patriarchalen Strukturen und seine typischen Erzählweisen hin untersucht, um den Kontext für die Darstellung weiblicher Figuren zu setzen.
IV.) The real Calamity: Dieses Kapitel skizziert den Lebenslauf der historischen Calamity Jane und differenziert zwischen faktischen Gegebenheiten und dem über sie entstandenen Mythos.
V.) Building a legend – Calamity Janes filmischer Siegeszug?: Dieses Hauptkapitel analysiert das Untersuchungsmaterial und zergliedert es in Unterkapitel zu Äußerlichkeiten, Körpersprache, Gewaltanwendung sowie Schuld und Symbolik.
VI.) Das Drama um Calamity – der weibliche Westernmythos: Hier wird der Genremix des Westerns mit anderen Gattungen wie dem Melodram diskutiert, um die filmischen Einflüsse auf die Darstellung von Calamity Jane weiter zu kontextualisieren.
VII.) „She´d done her damnedest“ – ein Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Frage, ob der Film den Mythos der Calamity Jane zelebriert oder durch stereotype Zwänge gefährdet.
Calamity Jane, Western, Geschlechtsidentität, Filmgeschichte, Weiblichkeit, Männlichkeit, Gender, Western-Heldin, Mythosbildung, Körperbild, Feminismus, Filmtheorie, Laura Mulvey, Judith Butler, Frontier
Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung der historischen Persönlichkeit Calamity Jane und untersucht, ob sie in einem männlich dominierten Genre als unabhängige, starke Frauenfigur bestehen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Geschlechterrollen im Western, der Diskrepanz zwischen historischer Realität und filmischem Mythos sowie der filmtheoretischen Analyse von weiblicher Identität und Darstellung.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Filme die emanzipierte Vorreiterrolle der Calamity Jane unterstützen oder ob sie sie in stereotype Opfer- oder Schauobjekt-Rollen drängen.
Es erfolgt eine interdisziplinäre Untersuchung, die historische Fakten mit filmtheoretischen Ansätzen (u.a. von Laura Mulvey und Judith Butler) verknüpft, um narrative und visuelle Inszenierungen zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Filmanalyse, die sich mit dem Äußeren (Fetischisierung), der Körpersprache (Dominanzgefälle), der Gewalt (maskuline vs. feminine Fähigkeiten) sowie Schuldfragen und symbolischen Phallussymbolen befasst.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Calamity Jane, Western, Gender, Filmgeschichte, Identität, Mythosbildung und das Konzept des männlichen Blicks.
Wie die Autorin darlegt, dienen Western als „erzählerische Metaphern“ und Mythenbildung, die historische Fakten oft zugunsten eines dramaturgisch effektiveren Bildes oder zur Aufrechterhaltung kultureller Normen vernachlässigen.
Die Darstellung wandelt sich von frühen, hochgradig stilisierten Schauobjekten hin zu ambivalenteren, gebrochenen Charakteren in späteren Filmen, wobei sie jedoch meist weiterhin von männlicher Anerkennung oder deren Ausbleiben abhängig bleibt.
Kleidung fungiert als zentrales Symbol: Hosen werden oft als männlich/aktiv, aber „unweiblich“ konnotiert, während Kleider als Versuch der „Domestizierung“ oder Anpassung an soziale Normen dienen, was in den Filmen meist mit einem Verlust an persönlicher Macht einhergeht.
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