Bachelorarbeit, 2013
64 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Allgemeines zur Quellenlage und Überlieferungssituation
2.1 Willibalds Leben des Bonifatius
2.2 Die Briefe des Bonifatius
2.3 Akten und Dokumente
3. Winfrid ein Mönch westsächsischer Provenienz – Prägung eines Charakters
3.1 Winfrid aus den Quellen erschlossen
3.2 Winfrids Heimat aus weltlichem und kirchlichem Blickwinkel
3.3 Winfrid: Der Versuch eines Bildes
4. Aus Winfrid wird Bonifatius – Der Angelsachse und seine Bindung an Rom
5. Der fränkische Kosmos als Grundlage der Handlungsperspektiven von Bonifatius und den fränkischen Hausmeiern
5.1 Der Tod Karl Martells – Konsequenzen für den fränkischen Bereich und für Bonifatius
5.2 Pippin und Karlmann – oder Bonifatius „stürmische Erfolge“ und „schleichende Krise“
5.3 Die Reformkonzilien
6. Die Gegnerschaft der bonifatianischen Reform
6.1 Die fränkische Kirche
6.2 Bonifatius und der unterstützende wie gegnerische fränkische Adel
6.3 „Milo et eiusmodi similes“
7. Die Kulmination des Reformstreites – Köln als beschlossener Metropolitansitz des Bonifatius und das Scheitern des Planes
7.1 Das Bistum Köln zur Zeit des Bonifatius
7.2 Bonifatius und Köln aus den Quellen erschlossen
7.2.1 Die Vita des Bonifatius und die Geschehnisse von 745
7.2.2 Der Brief Nr. 60
7.3 Abschließende Betrachtungen zum Scheitern des Metropolitanplanes
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für das Scheitern des Plans, Köln als Metropolitansitz für den Missionar und Reformer Bonifatius zu etablieren. Dabei wird analysiert, inwieweit politische Machtinteressen, die Einflüsse lokaler fränkischer Adelskreise sowie die veränderte Unterstützung durch die fränkischen Hausmeier zu diesem kirchenpolitischen Wendepunkt führten.
3.1 Winfrid aus den Quellen erschlossen
Eine Betrachtung der Charakterzüge des Winfrid-Bonifatius kann nur gelingen, wenn eine Unterscheidung der hagiographischen Allgemeinplätze von den womöglich tatsächlichen Eigenheiten herausgearbeitet werden kann. Dies ist ein problematisches Unterfangen, da Willibald zum Großteil eben auf diese Motive zurückgreift die mehrheitlich „dem Charakterbilde des ausgereiften Mannes entnommen“ sind und sich ansonsten mit dem „Gemeingut hagiographischer Literatur“ auseinandersetzen. Dennoch kann hier eine Analyse mit Gewinn gewagt werden.
Zu Beginn des ersten Kapitels wird der direkte hagiographische Ansatz des Willibald offenkundig, wenn er das Leben des Bonifatius vom Ende her sieht und auch die Kindheit schon aus der Rückschau betrachtet: „Qualiter in infantia Dei servitium inchoavit. Ilustrem igitur ac vere beatam sancti Bonifatii summi pontificis vitam Moresque eius, sanctorum magnorum imitation sacratos, licet opacitate praepediti scientiae, […] texendo nitimus enodare et ab exordio usque ad finem quanta possumus indagatione divinae contemplationis eius sanctimoniam revelare.” Hierbei verpflichtet sich der Autor direkt der größten Genauigkeit bei der Abfassung seines Werkes. Von Beginn an legt er größten Wert darauf festzuhalten, dass Winfrid von frühester Kindheit an allem weltlichen entsagt und quasi ein mönchisches Wesen seit Anfang an festzustellen sei: „[…], Dei se servitio subiugare studivit multoque mentis conamine de monasteriali iugiter vita insudare et ad eam mentis cottidie nisibus anhelare.“.
Dies kann als hagiographische Schwärmerei abgetan werden, allerdings bleibt in der Essenz festzustellen, dass Winfrid später als „puer oblatus“ für immer dem Kloster geweiht worden ist. Ferner ist nicht festzustellen, dass er irgendwann die für ihn, vielleicht aber auch aus seinem Inneren selbst, getroffene Entscheidung abgelehnt oder verraten hätte. Er ist wahrscheinlich in dieses Leben hineingewachsen. Die Episode Willibalds, dass der Vater versucht hätte den Sohn von diesem Weg abzubringen mag sich in den hagiographisch überhöhenden Kontext einreihen lassen, aber auch hier werden bruchstückhaft einige Dinge über Winfrid ausgesagt, die im späteren Leben wiederzufinden sind.
1. Einführung: Der Einstieg beleuchtet die drei Lebensphasen des Bonifatius (Mönch, Missionar, Reformer) und führt in das zentrale Thema der Arbeit ein.
2. Allgemeines zur Quellenlage und Überlieferungssituation: Es wird die Bedeutung der Bonifatiusvita durch Willibald sowie das Briefcorpus als primäre Quellenbasis analysiert.
3. Winfrid ein Mönch westsächsischer Provenienz – Prägung eines Charakters: Dieses Kapitel untersucht die biografischen und sozialen Prägungen Winfrids während seiner Jugend in England.
4. Aus Winfrid wird Bonifatius – Der Angelsachse und seine Bindung an Rom: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Missionars durch die enge Verbindung zum Papsttum nach seiner ersten Romreise.
5. Der fränkische Kosmos als Grundlage der Handlungsperspektiven von Bonifatius und den fränkischen Hausmeiern: Hier wird der Einfluss politischer Ereignisse wie der Tod Karl Martells auf die Reformbemühungen des Bonifatius beschrieben.
6. Die Gegnerschaft der bonifatianischen Reform: Das Kapitel analysiert die Widerstände innerhalb der fränkischen Kirche und des fränkischen Adels gegen die Reformen.
7. Die Kulmination des Reformstreites – Köln als beschlossener Metropolitansitz des Bonifatius und das Scheitern des Planes: Die abschließende Analyse widmet sich den Gründen, warum das Vorhaben, Köln als Metropolitansitz zu etablieren, letztlich nicht umgesetzt wurde.
Bonifatius, Winfrid, Köln, Metropolitanplan, Mission, Reformkonzilien, Fränkische Kirche, Hausmeier, Pippin, Karlmann, Willibald, Papsttum, Kirchenreform, Adel, Kirchengut
Die Arbeit analysiert die Lebensleistung des Bonifatius und untersucht speziell die politischen und kirchenrechtlichen Hintergründe, die zum Scheitern des Plans führten, Köln als festen Erzbischofssitz für ihn einzurichten.
Die zentralen Themen sind die Quellenlage zur Vita des Heiligen, die Rolle der angelsächsischen Herkunft für sein Wirken, die Einbettung in das fränkische Herrschaftssystem sowie die Konflikte zwischen Reformbemühungen und dem etablierten Adel.
Ziel ist es, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, die Bonifatius als päpstlichen Legaten daran hinderten, in Köln eine feste Metropolitanstruktur aufzubauen.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Bonifatius-Vita (Willibald) sowie des erhaltenen Briefcorpus, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer Dokumente und historischer Fachliteratur.
Der Hauptteil behandelt die kirchenpolitischen Umbrüche nach dem Tod Karl Martells, die Kooperation mit den Brüdern Pippin und Karlmann sowie die wachsenden Widerstände der fränkischen Gegnerschaft gegen die Reform.
Die wichtigsten Begriffe sind Bonifatius, Köln, Reformkonzilien, Kirchenreform, Fränkische Kirche und Hausmeier.
Der Name steht für die angelsächsische Herkunft und den ersten Lebensabschnitt, bevor die rituelle Namensänderung zu Bonifatius in Rom seine enge Bindung an den Papst besiegelte.
Der Adel, repräsentiert durch Persönlichkeiten wie Milo von Trier, sah in der Reform und der damit verbundenen Forderung nach Rückgabe von Kirchengütern eine direkte Bedrohung seiner Machtbasis und blockierte daher die Pläne des Bonifatius.
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