Masterarbeit, 2012
93 Seiten, Note: 1,8
Theoretischer Teil
0. Zur Eingrenzung des Forschungsfeldes
1. Leben und Werk des Humoristen, Schauspielers, Autors und Musikers Heinz Strunk
1.1. Bemerkungen zur Quellenenlage
1.2. Verarbeitung biographischer Themen im belletristischen Schaffen
1.2.1. „Muckertum“: Fleisch ist mein Gemüse (2004)
1.2.2. „Comedy ist Dreck!“: Die Zunge Europas (2008)
1.2.3. „Pubertät und Ekel“: Fleckenteufel (2009)
1.3. Heinz Strunk als Autor humoristischer Kurzhörspiele
1.4. Sonstiges
2. „Humor“-Theorie: Humoristische Spielarten und deutsches Kurzhörspiel
2.1. Annäherung an den Begriff „Humor“
2.2. Soziologische und medienwissenschaftliche Erklärungsmodelle
2.2.1. Musik und Humor: Die Rahmentheorie von E. Goffman
2.2.2. Exkurs: Deutscher Humor – Vorbilder Strunks
2.3. Psychologische Ansätze
2.3.1. Sigmund Freud und der Humor des Unbewussten
2.3.2. Die Funktion des Humors nach Gordon Allport
2.3.3. Helga Kotthoff und der Humor in der Kommunikationstheorie
3. Musik im deutschsprachigen Hörspiel – Typologien und begriffliche Differenzierung
3.1. Annäherung an den Begriff „Hörspiel“
3.2. Grundannahmen über die „Musik im Hörspiel“
3.2.1. Musik im Hörspiel
3.2.2. Hörspielmusik
3.2.2.1. Vorläufer
3.2.2.2. Anfänge
3.2.2.3. Entwicklungen der Gegenwart
3.2.3. Musik als Hörspiel
3.2.4. Zusammenfassung funktionaler Aspekte
3.3. Mediale Präsenz
3.4. Instrumenteneinsatz und technische Möglichkeiten der Realisation
Praktischer Teil
4. Analyse ausgewählter Kurzhörspiele
4.1. Vorbemerkungen zu Methode und Zielsetzung
4.2. Kurzhörspiele ohne musikalische Thematik
4.2.1. Zuspielmusik
4.2.1.1. Die Alternative
4.2.1.2. Essen und Erotik
4.2.2. Songs
4.2.2.1. AA-Fingers
4.2.2.2. Schokospiele mit Ursula
4.3. Kurzhörspiele mit musikalischer Thematik
4.3.1. Zuspielmusik
4.3.1.1. Sterbeseminar
4.3.1.2. Technogirlie
4.3.1.3. Das Move
4.3.2. Songs
4.3.2.1. Jochen-Schmidt-Song
4.3.2.2. Alarmstufe-Rahmstufe-Song
4.4. Sonderformen
4.4.1. Begrüßung
4.4.2. James Last
4.4.3. Zeit
5. Ergebnisse der Einzelanalyse
6. Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der funktionalen Rolle von Musik in den Kurzhörspielen von Heinz Strunk, wobei insbesondere der Zusammenhang zwischen seiner künstlerischen Biografie, seiner humoristischen Grundierung und dem musikdramaturgischen Konstrukt der Stücke analysiert wird. Die Arbeit zielt darauf ab, das relativ junge Genre des Kurzhörspiels durch eine interdisziplinäre Betrachtung unter Einbeziehung von Musik- und Medienwissenschaft sowie Humortheorien neu zu kontextualisieren.
4.2.1.1. Die Alternative
Bei diesem Kurzhörspiel handelt es sich um einen Dialog zwischen zwei betrunkenen Männern, die gerade Chips verzehren, Alkohol konsumieren und das Stück Smoke On The Water von Deep Purple hören. Beide Stimmen wurden durch transposing-Effekte verstellt und von Strunk selbst eingesprochen. Die Unterhaltung dreht sich die ganze Zeit um die Körperausdünstungen der beiden Gesprächspartner.
Strunk wirft in diesem Kurzhörspiel das Klischee des „asozialen Rockers“ auf, der sich minutiös mit den eigenen Körperausdünstungen beschäftigen kann. Der Song Smoke On The Water wird zu Beginn des Kurzhörspiels mit einem fade-in versehen und am Ende verklingt selbiger als klassisches Beispiel einer Hintergrundmusik. So fungiert diese musikalische Element im Sinne Hobl-Friedrichs als „dem Wort untergeordnet“.
Obwohl man hinsichtlich dieser Verwendung der Musik kaum von einer dramaturgischen, als vielmehr von einer dienlichen Funktion sprechen kann, ist die Szenerie ohne den musikalischen Anteil nicht vollständig. Erst durch den Einsatz dieses Songs, den Strunk vermeintlich schon auf vielen Veranstaltungen gehört hat, wird das Klischee des saufenden und asozialen Rock-Fans erst komplettiert und überzeichnet. So ist die Übersteigerung dank Musik zwar nicht im Verlauf des Stückes, wohl aber vertikal, also im Setting zu verorten. Womöglich spielt Strunk hier auch auf seine Vergangenheit als Tanzmusiker an, in der Betrunkene auf einer Festlichkeit gegen 2 Uhr nachts zu diesem Lied Luftgitarre spielen. Insgesamt stellt dieses Kurzhörspiel eine Parodie auf die Klischees des Rockermilieus dar. Zur Festigung dieses Eindrucks tragen überdies die Schnoddrigkeit der Stimmen, sowie die Geräuschkulisse in Verbindung mit dem gesprochenen Inhalt bei.
0. Zur Eingrenzung des Forschungsfeldes: Der Autor erläutert seine Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Werk Heinz Strunks und definiert das Forschungsinteresse an der musikalischen Dramaturgie in Kurzhörspielen.
1. Leben und Werk des Humoristen, Schauspielers, Autors und Musikers Heinz Strunk: Dieses Kapitel gibt einen biographischen Überblick und beleuchtet die Verarbeitung biographischer Themen in Strunks Romanen sowie seinen Werdegang als Autor von Kurzhörspielen.
2. „Humor“-Theorie: Humoristische Spielarten und deutsches Kurzhörspiel: Es erfolgt eine theoretische Fundierung des Humorbegriffs unter soziologischen und psychologischen Aspekten, insbesondere durch die Rahmentheorie von Ervin Goffman.
3. Musik im deutschsprachigen Hörspiel – Typologien und begriffliche Differenzierung: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Hörspiels und der differenzierten Einordnung von Musikfunktionen (Musik im Hörspiel, Hörspielmusik, Musik als Hörspiel) im historischen Kontext.
4. Analyse ausgewählter Kurzhörspiele: Hier werden ausgewählte Kurzhörspiele Strunks anhand eines Analyseleitfadens praktisch untersucht, wobei nach Stücken mit und ohne musikalische Thematik differenziert wird.
5. Ergebnisse der Einzelanalyse: Der Autor fasst die Ergebnisse der praktischen Untersuchungen zusammen und reflektiert die musikalische Bandbreite und den künstlerischen Ansatz von Strunk.
6. Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick: Diese Schlussbetrachtung synthetisiert die Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert über das Potenzial weiterer Forschung im Bereich des Kurzhörspiels und verwandter Genres.
Heinz Strunk, Kurzhörspiel, Musikdramaturgie, Humor-Theorie, Ervin Goffman, Hörspielmusik, Zuspielmusik, Popliteratur, Tanzmusik, Klischee, Medienwissenschaft, Sounddesign, Radioästhetik, Spoken Word, Audio-Sketch.
Die Masterarbeit untersucht die Rolle der Musik in den humoristischen Kurzhörspielen des Künstlers Heinz Strunk und analysiert das Zusammenspiel von Humor, Musik und dramaturgischen Konstrukten.
Die zentralen Themen umfassen die Biografie von Heinz Strunk, Theorien zum Humorbegriff (z.B. Ervin Goffman, Sigmund Freud, Gordon Allport), die Typologie der Hörspielmusik sowie die praktische Analyse ausgewählter Kurzhörspiel-Alben.
Ziel ist es, die funktionale Rolle der Musik in Strunks Kurzhörspielen in den Kontext seiner humoristischen und musikalischen Biografie zu setzen und das relativ junge Genre des Kurzhörspiels wissenschaftlich zu erschließen.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der musik- und medienwissenschaftliche Methoden mit soziologischen und psychologischen Erklärungsmodellen für Humor kombiniert, um die Stücke in Bezug auf ihre musikalische Dramaturgie zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Humortheorie und Hörspielmusik sowie einen umfangreichen praktischen Teil, in dem spezifische Kurzhörspiele nach ihrer Zuspielmusik, ihren Songs und deren dramaturgischer Wirkung analysiert werden.
Wesentliche Begriffe sind Heinz Strunk, Kurzhörspiel, Musikdramaturgie, Humortheorie, Rahmenbruch (nach Goffman) und Hörspielmusik.
Der Autor stellt fest, dass Strunk Musik einerseits als bloßes, oft triviales Klischee-Element einsetzt, aber in Stücken wie "AA-Fingers" oder "Zeit" auch einen durchaus komplexen, avantgardistischen Ansatz zeigt, der über bloße Hintergrundmusik hinausgeht.
Strunks eigene Erfahrungen als Tanzmusiker sind zentral, da er diese "Mucker-Erfahrungen" in seinen Sketchen ironisch verarbeitet und das Milieu der Tanzmusikszene als Vorlage für seine humoristische Überzeichnung nutzt.
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