Diplomarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Untersuchungsrahmen
1.1. Machtwechsel: Kanzlerwechsel vs. Kanzlertausch
1.2. Kanzlerschaft und Führungsverhalten
1.3. Rahmenbedingung: Organisationsprinzipien des Regierens
1.4. Untersuchungsmaterial
1.5. Stand der Forschung und Verortung der eigenen Fragestellung
1.6. Methodisches Vorgehen
2. Analyseraster
2.1. Strukturmerkmale des Regierens
2.1.1. Der Kanzler in der Kanzlerdemokratie: Führungsfigur oder Vermittler?
2.1.2. Der Kanzler in der Parteiendemokratie: Regierungschef oder Parteivorsitzender?
2.1.3. Der Kanzler in der Koalitionsdemokratie: Bestimmer oder Bestimmter?
2.1.4. Der Kanzler in der Mediendemokratie: Stellungssetzer oder Stellungsnehmer?
2.1.5. Policy-Bilanz
3. Bundeskanzler Kiesinger
3.1. Kurt Georg Kiesinger – ein Mann mit Vergangenheit
3.2. Kiesinger in der Kanzlerdemokratie: Vermittler statt Führungsfigur
3.3. Kiesinger in der Parteiendemokratie: Regierungschef [und Parteivorsitzender]
3.4. Kiesinger in der Koalitionsdemokratie: Bestimmter
3.5. Kiesinger in der Mediendemokratie: Stellungsnehmer statt Stellungssetzer
3.6. Policy-Bilanz der Kanzlerschaft Kiesingers
4. Bundeskanzler Brandt
4.1. Willy Brandt: Der Visionär
4.2. Brandt in der Kanzlerdemokratie: Die Führungsfigur der SPD
4.3. Brandt in der Parteiendemokratie: Regierungschef und Parteivorsitzender
4.4. Brandt in der Koalitionsdemokratie: Bestimmer auf Zeit
4.5. Brandt in der Mediendemokratie: Abstieg vom Stellungssetzer zum Stellungsnehmer
4.6. Policy-Bilanz der Kanzlerschaft Brandts
5. Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse
5.1. Die Machtwechsel von 1969 und 1974
5.2. Kiesinger und Brandt in der Kanzlerdemokratie: Führungsfigur vs. Vermittler
5.3. Kiesinger und Brandt in der Parteiendemokratie: Regierungschef und Parteivorsitzender
5.4. Kiesinger und Brandt in der Koalitionsdemokratie: Bestimmer auf Zeit vs. Bestimmter
5.5. Kiesinger und Brandt in der Mediendemokratie: Stellungssetzer und Stellungsnehmer
5.6. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Ursachen für den Machtverlust der Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (1969) und Willy Brandt (1974) durch das Konzept der Führungsschwäche, eingebettet in die strukturellen Arenen des deutschen Regierungssystems.
1.1. Machtwechsel: Kanzlerwechsel vs. Kanzlertausch
Wie ein Machtwechsel zu definieren sei, ist in der Literatur umstritten. Er betrifft aber immer – und das scheint Konsens — bedeutsame Veränderungen in der politischen Zusammensetzung der Bundesregierung: Machtwechsel bezeichnet den Übergang der Kanzlerschaft auf einen anderen Träger. Die Neubesetzung des Bundeskanzleramtes geht entweder auf einen interparteilichen oder auf einen intraparteilichen Machtwechsel zurück. Ein interparteilicher Wechsel bringt den Kanzlerwechsel (hier: Kiesinger-Brandt), ein intraparteilicher Wechsel den Kanzlertausch (hier: Brandt-Schmidt) (Günther 1970: 17 ff.).
Korte definiert Machtwechsel als „die Übernahme der Regierungsverantwortung durch einen Kanzler mit vom Vorgänger abweichender parteipolitischer Zuordnung“ (Schwarzkopf 2002: 10). Nach Korte ist somit nur ein interparteilicher Wechsel (Kiesinger-Brandt), d. h. ein Kanzlerwechsel, ein Machtwechsel.
In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff des Machtwechsels erweitert: Sie fasst hierunter auch den intraparteilich vollzogenen Kanzlertausch. Begründet wird dies mit der herausgehobenen und dominanten Stellung des Bundeskanzlers, die er auf Grund der Richtlinienkompetenz und der Verantwortlichkeit für seine Richtlinien vor dem Bundestag hat (Brauswetter 1976: 4; Schmidt 1991: 182). So kann jede Veränderung in der Regierungskoalition auf Bundesebene als Machtwechsel angesehen werden (Zohlnhöfer 2004: 612).
1. Untersuchungsrahmen: Definiert den Machtwechselbegriff und stellt den methodischen Rahmen sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Analyseraster: Erläutert die vier Strukturmerkmale des Regierens, die als Arenen für die Machtwechselanalyse dienen.
3. Bundeskanzler Kiesinger: Analysiert die Amtszeit Kiesingers in den verschiedenen Regierungsarenen und identifiziert Ursachen für seinen Machtverlust.
4. Bundeskanzler Brandt: Untersucht die Kanzlerschaft Brandts sowie die Faktoren, die 1974 zu seinem Rücktritt führten.
5. Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse: Vergleicht die Machtverläufe von Kiesinger und Brandt und arbeitet Parallelen in ihrem Scheitern heraus.
Machtwechsel, Kanzlerdemokratie, Führungsschwäche, Kiesinger, Brandt, Parteiendemokratie, Koalitionsdemokratie, Mediendemokratie, Regierungsführung, Konfliktmanagement, Machtverlust, Bundeskanzleramt, Richtlinienkompetenz, Politikstau, Machterosion
Die Arbeit untersucht die Machtverluste der Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt und prüft die These, dass diese durch Führungsschwäche bedingt waren.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen dem Führungsverhalten der Kanzler und den strukturellen Bedingungen innerhalb des deutschen Regierungssystems.
Es wird analysiert, in welcher Arena (z.B. Partei oder Koalition) welche spezifischen Konflikte zur Führungsschwäche und letztlich zum Machtverlust führten.
Die Arbeit nutzt den akteurszentrierten Institutionalismus, um das Zusammenspiel von individuellen Akteuren und institutionellen Rahmenbedingungen zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse beider Kanzlerschaften entlang der vier Regierungsarenen, gefolgt von einem vergleichenden Fazit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtwechsel, Führungsschwäche, Kanzlerdemokratie, Machterosion und Steuerungskonflikte geprägt.
Das Bundeskanzleramt fungiert als zentrale Machtressource; die Arbeit zeigt auf, wie Kiesinger und Brandt Schwierigkeiten hatten, dieses Instrument effektiv zur Informationsbeschaffung und Koordination zu nutzen.
Der Wechsel 1969 von Kiesinger zu Brandt war ein interparteilicher Kanzlerwechsel, während der Wechsel 1974 von Brandt zu Schmidt als intraparteilicher Kanzlertausch klassifiziert wird.
Die Arbeit stellt fest, dass in beiden untersuchten Regierungen die Koalitionsdynamiken und das Agieren von Vetospielern den Handlungsspielraum der Kanzler einschränkten und zu Steuerungsverlusten führten.
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