Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Motivation
2 Aufbau der Arbeit
3 Forschungsziele
3.1 Erkenntnisziele
3.2 Gestaltungsziele
4 Geografische Informationssysteme
4.1 Begriffliche Grundlagen und Abgrenzungen
4.2 Aufbau und Leistungsumfang
4.2.1 Datenstrukturen
4.2.2 Datenbeschaffung und Datenqualität
4.2.3 Analysetechniken
4.3 Softwareüberblick und neuste Technologien
5 „Best-Practices“ geografischer Informationssysteme in Unternehmen
5.1 Darstellung ausgewählter Anwendungsbereiche
5.1.1 Anwendungsbereich: Marketingplanung
5.1.2 Anwendungsbereich: Standortplanung
5.1.3 Anwendungsbereich: Risikomanagement bei Versicherungen
5.2 Potentiale und Nutzen
6 Übertragung der Nutzenpotentiale von Geografischen Informationssystemen auf NGOs
6.1 Einsatzgebiete Geografischer Informationssysteme in NGOs
6.2 Fallbeispiele
6.2.1 Kampagnenplanung: Greenpeace „GreenAction“
6.2.2 Standortplanung: Unicef „Schulen für Afrika“
6.2.3 Katastrophenmanagement: Ärzte ohne Grenzen
6.3 Potentiale und Nutzen
7 Zusammenfassung, kritische Würdigung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, das Potenzial von Geografischen Informationssystemen (GIS) für Non-governmental Organizations (NGOs) aufzuzeigen. Ausgehend von bewährten „Best-Practices“ in der Unternehmenspraxis untersucht die Arbeit, wie NGOs GIS nutzen können, um ihre politischen, gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Interessen zielgerichteter zu verfolgen und ihre Effizienz bei der Projektarbeit zu steigern.
5.1.1 Anwendungsbereich: Marketingplanung
Planung im Marketing lokalisiert und analysiert Kunden und Zielgruppen, um anschließend gezielt Marketingmaßnahmen durchführen zu können. Dabei ist es wichtig, den Streuverlust zu minimieren, also möglichst keine Marketingmaßnahme an einen Kunden zu richten, der nicht zur definierten Zielgruppe gehört und sich nicht für das Produkt interessiert (GfK GeoMarketing 2010, S. 8).
Für das weitere Verständnis muss der Begriff „Geomarketing“ bekannt sein, zu dessen Anwendungsbereich die Marketingplanung gehört. „Geomarketing“ wird im Zusammenhang mit GIS häufig und oft auch als Synonym für GIS verwendet. Leider definieren verschiedene Verfasser den Begriff unterschiedlich und interpretiert ihn deshalb auch verschieden.
Eine häufig im deutschen Sprachgebrauch anzutreffende Definition geht auf Schüssler (2000, S. 9) zurück: „Geomarketing bezeichnet die Planung, Koordination und Kontrolle kundenorientierter Marktaktivitäten von Unternehmen mittels GIS. Es werden Methoden angewandt, die den Raumbezug der untersuchten unternehmensinternen und –externen Daten herstellen, analysieren und visualisieren sowie sie zu entscheidungsrelevanten Informationen aufbereiten.“ Im Folgenden wird diese Definition herangezogen, um auf den breiten Aspekt des Geomarketings aufmerksam zu machen. Der Schwerpunkt dieses Unterkapitels liegt jedoch auf der Marketingplanung.
Bei der Durchführung der Marketingplanung ergibt sich folgender Ablauf als „Best-Practice“ (GfK GeoMarketing 2011a, S. 8):
Das Ziel des ersten Schrittes ist die Zielgruppenlokalisierung. Dazu definiert das Unternehmen zunächst ihre Zielgruppe. Nach deren Definition folgt mit Hilfe des Geomarketings die Lokalisierung der potentiellen Kunden. Dabei gilt das Prinzip „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. So lassen sich Ballungsräume für verschiedene Zielgruppen herausfinden wie „Singles in Berlin“, „Senioren in Brandenburg“ oder „Personen mit einer hohen Kaufkraft für das zu bewerbende Produkt“. Jedoch ist bei dem Prinzip „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ Vorsicht geboten, denn es trifft nicht auf alle Zielgruppen zu. So gilt dies nicht bei der Zielgruppe „Brillenträger“, jedoch schon bei der Aussage, dass mit zunehmendem Alter der Bedarf an Sehhilfen steigt. Dieses Prinzip bedarf also der Überprüfung der zugrundeliegenden Gruppenbildung.
1 Einleitung und Motivation: Einführung in die Definition und Bedeutung von GIS für Unternehmen sowie Motivation zur Untersuchung für den NGO-Sektor.
2 Aufbau der Arbeit: Überblick über die methodische Vorgehensweise und inhaltliche Strukturierung der einzelnen Kapitel.
3 Forschungsziele: Definition der Erkenntnisziele zur Technologie und der Gestaltungsziele hinsichtlich des Nutzens für NGOs.
4 Geografische Informationssysteme: Fundamentale Erläuterung von GIS-Architekturen, Datenstrukturen, Analysetechniken und aktueller Software am Markt.
5 „Best-Practices“ geografischer Informationssysteme in Unternehmen: Darstellung erfolgreicher Anwendungsbeispiele in Marketing, Standortplanung und Risikomanagement sowie Herleitung einer Nutzenmatrix.
6 Übertragung der Nutzenpotentiale von Geografischen Informationssystemen auf NGOs: Anwendung der Erkenntnisse aus Kapitel 5 auf konkrete Fallbeispiele der NGOs Greenpeace, Unicef und Ärzte ohne Grenzen.
7 Zusammenfassung, kritische Würdigung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse sowie kritische Reflexion über Einschränkungen und zukünftige technologische Entwicklungspotenziale.
Geografische Informationssysteme, GIS, NGO, Geomarketing, Standortplanung, Risikomanagement, Fallbeispiele, Nutzenpotenziale, Datenqualität, Analysefunktionen, Greenpeace, Unicef, Ärzte ohne Grenzen, Best-Practices, räumliche Entscheidungsfindung.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Geografischen Informationssystemen (GIS) als Werkzeug für NGOs, um deren operative Arbeit durch räumliche Datenanalysen effizienter und zielgerichteter zu gestalten.
Die Themenfelder umfassen die technischen Grundlagen von GIS, bewährte Lösungsansätze aus der Unternehmenspraxis (Best-Practices) und die Übertragung dieser Methoden auf den sozialen und humanitären Sektor.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie NGOs durch den Einsatz von GIS ihre begrenzten Ressourcen effektiver einsetzen und ihre Ziele (z. B. Umweltschutz, Bildungsförderung) besser verfolgen können.
Es wird eine qualitative Analyse und Systematisierung von Best-Practices durchgeführt, ergänzt durch die Entwicklung praktischer Anwendungsszenarien für ausgewählte NGO-Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technologische Einführung, die Darstellung von Unternehmens-Best-Practices (Marketing, Standorte, Risiken) und die Übertragung dieser Konzepte auf konkrete NGO-Szenarien.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie GIS, NGO, Geomarketing, Standortplanung, Risikomanagement, Nutzenpotenziale und räumliche Datenanalyse charakterisieren.
Während Unternehmen primär auf Gewinnmaximierung und Wettbewerbsvorteile fokussieren, nutzen NGOs GIS vor allem zur Ressourcenoptimierung, für langfristiges Monitoring und um soziale oder ökologische Ziele effizienter zu erreichen.
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