Masterarbeit, 2012
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit
1.3 Methodische Verfahrensweise
2. Compliance-Kultur
2.1 Verortung im Unternehmen
2.1.1 Zentraler Charakter der Compliance-Kultur
2.1.2 Compliance-Risiko
2.1.3 Ursachen und Folgen von Regelverstößen
2.2 Bedeutung für das Compliance Management System gemäß IDW PS 980
3. Ermittlung einer Compliance-Kultur
3.1 Methoden zur Erfassung einer Compliance-Kultur
3.2 Durch Betrachtung der unternehmensspezifischen Faktoren
3.2.1 Einrichtung und Ausstattung eines Compliance Management Systems
3.2.2 Organisationsphilosophie und -umfeld
3.3 Durch Befragungen
3.3.1 Gütekriterien der Befragung
3.3.1.1 Objektivität
3.3.1.2 Reliabilität
3.3.1.3 Validität
3.3.1.4 Weitere Gütekriterien
3.3.2 Auswahl und Umfang der Stichprobe
3.3.3 Methodischer Aufbau der Befragungsbögen
3.3.3.1 Gestaltung der Fragebögen
3.3.3.2 Frageformulierung und Länge der Fragebögen
3.3.3.3 Befragungssituation
4. Die Befragungsbögen
4.1 Inhaltliche Abbildung der wesentlichen Kriterien
4.2 Auswertung und Kategorisierung der Antworten
4.3 Ansätze zur Vergleichbarkeit der Daten
5. Reflexion der Arbeit
5.1 Kritische Diskussion der Ansätze
5.2 Kritische Diskussion der Ergebnisse
6. Schlussbetrachtung
Ziel der Masterarbeit ist die Entwicklung eines Instruments zur Analyse der Tiefenstruktur der Compliance-Kultur in Unternehmen, das für Prüfungs- oder Beratungsprozesse gemäß IDW PS 980 genutzt werden kann, um regelkonformes Verhalten durch die Erfassung von Mitarbeitereinstellungen sichtbar und bewertbar zu machen.
2.1.1 Zentraler Charakter der Compliance-Kultur
Für eine Bewertung der Compliance-Kultur eines Unternehmens ist die Aufdeckung und Kommentierung der wesentlichen Aspekte dieses weichen Faktors von besonderer Bedeutung. Um dies zu erreichen, muss der eigentliche Kernbereich bzw. das spezifische Wesen dieser Kultur zur näheren Betrachtung herangezogen werden. Hierfür ist es notwendig herauszustellen, was eine angemessene Compliance Kultur ausmacht.
Eine Unternehmenskultur gilt als eine essentielle Voraussetzung zur Schaffung bzw. Festigung einer Compliance-Kultur. Die Akzeptanz der Mitarbeiter hinsichtlich der zwingenden Gültigkeit sowie Einhaltungspflicht von Gesetzen sowie von unternehmensinternen Richtlinien bildet dabei die Grundlage. Der langfristige Vorteil einer angemessenen Compliance-Kultur ist dazu in den Vordergrund zu stellen. Zudem ist herauszustellen, dass eine solche Einstellung nicht nur ein Interesse der Unternehmensführung darstellt, sondern auch zum Wohlergehen der Mitarbeiter beiträgt. Somit stellt eine Compliance-Kultur ein kollektives Verständnis der Mitarbeiter dar, welches aus der Unternehmenskultur der jeweiligen Organisation resultiert. Folglich gilt eine Unternehmenskultur dann als gut bzw. angemessen, wenn sie zur Verringerung von Regelverstößen beiträgt und somit zu einer Reduzierung von Compliance-Kosten führt. Die Compliance-Kultur sollte daher sowohl einen integralen Bestandteil der Unternehmenskultur darstellen als auch in gegenseitigem Einklang zu ihr stehen.
Zusätzlich ist eine Werteorientierung bzw. eine auf Vertrauen basierte Compliance Kultur als ein entscheidendes Charakteristikum zu identifizieren. Hierbei spielen die im Unternehmen vermittelten ethischen bzw. normativen Verhaltensweisen sowie deren Umsetzung und Anerkennung durch alle Unternehmensmitglieder eine große Rolle. Zur Implementierung eines solchen Wertesystems kann die Entwicklung eines Compliance Programms oder die Formulierung eines Code of Conducts (CoC) hilfreich sein, um dadurch unternehmensinterne Richtlinien zu schaffen. Mit Hilfe dieser formalen Kommunikationsmittel stehen zwar allgemeingültige Verhaltensanweisungen für die Angehörigen der Organisation zur Verfügung, jedoch muss darüber hinaus die Unternehmensführung in der konkreten Situation durch ihr Verhalten die Wichtigkeit eines compliance-konformen Verhaltens an den Tag legen. Die Erfüllung dieser Vorbildfunktion durch die Unternehmensleitung führt zu einem vertrauensvollem und regelkonformen Verhalten der Mitglieder und ist daher ein zentraler Aspekt einer angemessenen Compliance Kultur.
1. Einführung: Definition der Problemstellung, Zielsetzung sowie Vorstellung der methodischen Herangehensweise zur Untersuchung von Compliance-Kulturen.
2. Compliance-Kultur: Analyse der Bedeutung, Verortung im Unternehmen, Compliance-Risiken sowie der Relevanz gemäß IDW PS 980.
3. Ermittlung einer Compliance-Kultur: Untersuchung der Erfassungsmethoden, einschließlich unternehmensspezifischer Faktoren und wissenschaftlicher Gütekriterien für Befragungen.
4. Die Befragungsbögen: Konstruktion, Kategorisierung und Vergleichbarkeit der quantitativen und qualitativen Befragungsinstrumente.
5. Reflexion der Arbeit: Kritische Diskussion der verwendeten Ansätze sowie der erzielten Ergebnisse der Experteninterviews.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung der Arbeit, Identifikation von Aufklärungsbedarf und Ausblick auf die praktische Anwendbarkeit des entwickelten Instruments.
Compliance-Kultur, Compliance Management System, IDW PS 980, Unternehmenskultur, Corporate Governance, Risikofrüherkennung, Mitarbeiterbefragung, Gütekriterien, Reliabilität, Validität, Code of Conduct, Werteorientierung, Compliance-Risiko, Stakeholder, Unternehmensführung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bewertung der sogenannten Compliance-Kultur in Unternehmen. Sie untersucht, wie dieser oft als "weich" bezeichnete Faktor systematisch erfasst und in den Prozess eines Compliance Management Systems (CMS) integriert werden kann.
Das primäre Ziel ist die Bereitstellung eines Instrumentariums (Fragebögen), das Unternehmen ermöglicht, ihre Compliance-Kultur mittels quantitativer und qualitativer Befragungen zu analysieren und zu bewerten.
Die Unternehmenskultur ist laut der Arbeit eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Compliance-Kultur. Sie dient als Fundament, auf dem Werte und Normen sowie die Akzeptanz für Richtlinien aufgebaut werden können.
Die Arbeit stützt sich auf eine intensive Literaturrecherche sowie auf eine empirisch-qualitative Vorgehensweise. Dabei wurden Experteninterviews mit drei langjährig erfahrenen Personen aus dem Bereich Governance, Risk und Compliance Services geführt, um die Fragebögen zu validieren.
Der IDW PS 980 definiert als Prüfungsstandard die Grundsätze für ein angemessenes und wirksames CMS. Die Arbeit nutzt diesen Standard als normativen Rahmen, um die Compliance-Kultur als zentrales Element in den Prüfungsprozess einzuordnen.
Die Arbeit empfiehlt einen kombinierten Ansatz aus quantitativen Fragebögen für die breite Belegschaft und qualitativen Interviews für Führungskräfte, um sowohl ein allgemeines Stimmungsbild als auch eine Tiefenanalyse zu ermöglichen.
Bezüglich der Haftung des Chief Compliance Officers (CCO) nimmt die Arbeit Bezug auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Sie betont, dass der CCO kein gesetzliches Organ darstellt und die Rechtslage zur persönlichen Haftung kritisch zu betrachten ist.
Obwohl sie als Instrument wichtig sind, warnt die Arbeit vor Kultureinflüssen: In manchen Ländern werden Whistleblowing-Instrumente aufgrund lokaler mentaler Prägungen als Mobbinginstrumente abgelehnt, was ihre Implementierung erschwert.
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