Masterarbeit, 2007
102 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung / Konzept und Kontext der Literaturstudie
2. Definitionsdiskussion
2.1. Schulerfolg
2.2. Migration
2.3. Zwei- und Mehrsprachigkeit
2.4. Erst- und Zweitsprachenerwerb
2.5. Fazit
3. Faktoren des Schulerfolgs
3.1. Vielschichtigkeit von Faktoren im systemisch-konstruktivistischen Fokus
3.2. Gesellschaftlich-strukturelle Ebene
3.2.1. Soziale Herkunft
3.3. Ebene der Institution Schule
3.3.1. Transistorische Räume im Vorschulalter
3.3.2. Institutionelle Diskriminierung
3.3.3. Förderung des Erst- und Zweitspracherwerbs
3.3.4. Integration der Kurse in Heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) / Auswirkung von HSK-Kursen auf den Schulerfolg
3.4. Ebene der Schulklasse
3.4.1. Klassenzusammensetzung und Zugehörigkeit
3.4.2. Lehrperson (Haltung / Einstellung / Diagnostische Kompetenz)
3.5. Ebene des Schulumfeldes
3.5.1. Elternmitwirkung in Schulbehörden
3.5.2. Elternarbeit und Elternmitsprache
3.6. Ebene des Subjekts – Ein Exkurs in die Subjektwissenschaft
3.7. Fazit
4. Modelle
4.1. Bestandesaufnahme in der Deutschschweiz
4.2. Modellbeschreibung
4.2.1. QUIMS
4.2.2. St. Johann
4.2.3. Schule Hochdorf
4.3. Konzeptionelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten – Ein Quervergleich
4.3.1 Dimensionen
4.3.2 Quervergleich
4.4. Fazit
5. Diskussionsteil
5.1 Integrationsgrad des HSK-Unterrichts in das jeweilige Modell
5.2 Entwicklungspotential des Kantons Luzern - Eine interkulturell gerechte Schule
5.3 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Forschungslandschaft der interkulturellen Pädagogik im Hinblick auf den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dabei werden zentrale Erklärungsfaktoren analysiert, um Lehrpersonen Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, ihr Handlungsfeld zu erweitern und zur Professionalisierung im Umgang mit kultureller Diversität anzuregen.
3.1 Die Vielschichtigkeit von Faktoren im systemisch-konstruktivistischen Fokus
Damit die vielfältige Faktorenlandschaft nicht zum Opfer einer linearen Denkweise wird, möchte ich den Ausführungen zu den einzelnen Faktoren die systemisch-konstruktivistische Betrachtungsweise der Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund voranstellen. Zwei grundlegende Prinzipien konstruktivistischen Denkens leiten dabei den systemischen Zugang.
Erstens gilt es zu beachten, dass zwischen jedem Organismus (Subjekt) und der ihn umgebenden, viablen Umwelt (Faktoren) eine Beziehung existiert. Zweitens braucht es ein Verständnis von einem aktiv lernenden Subjekt. Das konstruktivistische Lernen ist dabei stets Selbstlernen, da jedes Subjekt seine eigene Wirklichkeit konstruiert.
Bei der Betrachtung dieser Prinzipien zeigt sich einerseits, wie wichtig es ist, die ein System beeinflussenden Faktoren zu kennen. Diese Faktoren der Umwelt – in unserem Fall sind dies Erklärungsfaktoren des Schulerfolgs von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – zu kennen, ist jedoch nur eine Seite der systemisch-konstruktivistischen Betrachtungsweise. Die andere Seite bildet die Betrachtungsweise des Subjekts und dessen Lernen.
Während die Umgebung, also die Erklärungsfaktoren, Gegenstand der interkulturellen Forschung ist, sieht es beim Subjekt und dessen Lernen anders aus. Es gibt zwar Ansätze zur Schaffung einer interkulturellen Didaktik (vgl. Schader 2000, Reich/Holzbrecher/Roth 2000), welche unter der Berücksichtigung der Ressourcenorientierung des Einzelnen agieren möchte, jedoch steht diese noch in den Kinderschuhen. Sucht man des Weiteren nach einer sonderpädagogischen oder interkulturellen Subjektforschung, so wird man erkennen, dass auch diese Forschungsrichtung nicht existiert. Die bisherige interkulturelle und sonderpädagogische „Subjektforschung“ stand vorwiegend unter dem Stern der Lernbehinderung, des Migrationsschocks oder der nationalen Herkunft. Förderlich für das Subjektdenken ist sicherlich der vollzogene Perspektivenwechsel hin zur Ressourcenorientierung, der in den letzten Jahren Einzug in diese Bereiche gefunden hat. Hierzu gibt es vor allem erste Resultate zur muttersprachlichen Kompetenz im Bereich der Interkulturellen Pädagogik (vgl. Müller 1997, Schader / Haenni Hoti 2006; Caprez 2007).
1. Einleitung / Konzept und Kontext der Literaturstudie: Einführung in die Problematik der Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2. Definitionsdiskussion: Klärung der zentralen Fachbegriffe wie Schulerfolg, Migration und Mehrsprachigkeit aus systemischer Sicht.
3. Faktoren des Schulerfolgs: Analyse der Einflussfaktoren auf verschiedenen Ebenen, von der Gesellschaft bis zum Subjekt, unter Berücksichtigung systemisch-konstruktivistischer Ansätze.
4. Modelle: Vorstellung und Vergleich dreier Schweizer Ansätze (QUIMS, St. Johann, Hochdorf) zur schulischen Qualitätssicherung.
5. Diskussionsteil: Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich des Integrationsgrades des HSK-Unterrichts und Ausblick auf das Potenzial im Kanton Luzern.
Schulerfolg, Migration, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pädagogik, Erstsprache, Zweitsprache, Systemisch-konstruktivistisch, Institutionelle Diskriminierung, Schulentwicklung, QUIMS, HSK-Unterricht, Lehrerkompetenz, Chancengleichheit, Sprachförderung, Elternmitwirkung
Die Master Thesis untersucht, welche Faktoren zum Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund beitragen und wie Schulen diese erfolgreich fördern können.
Die Arbeit beleuchtet die institutionelle Ebene der Schule, die Bedeutung der Erst- und Zweitsprache, die Klassenzusammensetzung sowie die Rolle der Lehrperson und die Zusammenarbeit mit den Eltern.
Das Ziel ist es, Erklärungsfaktoren für Schulerfolg zu identifizieren und aufzuzeigen, wie interkulturelle Ansätze die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern können.
Es handelt sich um eine Literaturstudie, welche theoretische Grundlagen aus der interkulturellen Pädagogik mit aktuellen Schweizer Schulmodellen in einen systemisch-konstruktivistischen Kontext setzt.
Der Hauptteil analysiert Faktoren des Schulerfolgs (Kapitel 3) und vergleicht drei verschiedene Interventionsmodelle (QUIMS, St. Johann, Hochdorf) hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung (Kapitel 4).
Schulerfolg, Migration, Erst- und Zweitspracherwerb, HSK-Unterricht, Interkulturelle Pädagogik, Chancengleichheit und Lehrerkompetenz.
Im Kontext der Studie (Moser/Rhyn) bezeichnet der Kippeffekt das Phänomen, dass ab einem bestimmten Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler in einer Klasse eine Beeinträchtigung des allgemeinen Leistungsniveaus beobachtet werden kann.
Dies ist ein Reflexionsinstrument für Lehrpersonen, um während einer Urteilsbildung Distanz zu gewinnen, indem zwischen Egozentrismus, Ethnozentrismus und Soziozentrismus unterschieden wird.
Das Modell verdeutlicht die Interdependenz zwischen Erst- und Zweitsprache: Während die Oberfläche sichtbar ist, bilden die kognitiven Fähigkeiten (CALP) eine gemeinsame Basis, die den Erwerb beider Sprachen unterstützt.
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