Diplomarbeit, 2013
126 Seiten, Note: 1,00
Vorwort
Einleitung
Problemstellung
Beschreibung methodischer Ausführungen
Teil I Theoretischer Rahmen
Kapitel 1 Sozialisation
Kapitel 2 Behinderung
2.1 traditionelles Begriffsverständnis
2.2 Empowerment
2.3 Inklusion
2.4 Kompensation
2.4.1 Medizinische und psychologische Aspekte/Dimensionen
2.4.2 Kompensationsstrategie
2.5 Einstellung der Menschen mit Behinderung gegenüber den Behinderten
2.6 Zusammenfassung und Abwehr gegen den gesellschaftlichen Status als Behinderte
Kapitel 3 Eigenschaften der Selbstverwirklichung
3.1 Unabhängigkeit, Wille
3.2 Selbstverwirklichung
3.3 Fazit
Kapitel 4 Realisierung der Ziele
Teil II Methodische Überlegungen
Kapitel 5 Qualitative und interpretative Sozialforschung
5.1 Einführung
5.2 Charakteristika qualitativ-interpretativer Forschung
5.3 Explorative Studie
5.3.1 Höhere Validität in der explorativen Studie
5.4 Methodenauswahl
5.4.1 Spezifisch biografische Perspektive
5.4.2 Soziologisches Verstehen
5.4.3 (Re-)Konstruktion von Handlungsmustern zur sozialen Wirklichkeit
Kapitel 6 Der Forschungsprozess
6.1 Organisation für die Forschungsgespräche
6.2 Umgang mit dem Material
6.3 Kodieren
6.3.1 Offenes Kodieren
6.3.2 Vorgehensweise des offenen Kodierens
6.4 Auswertungen der Daten
6.4.1 Unterschied zwischen der wissenschaftlichen und alltäglichen Interpretation
6.5 Eisbergmodell nach den hermeneutischen Prinzipien
6.6 Validierung
Teil III Fallgeschichten
Kapitel 7 Fallgeschichte 1: F.H.
7.1 Lebensgeschichte
7.2 Sozialisationsprozess
7.3 Umgang mit der Bewältigungsstrategie
7.4 Selbstverwirklichung
7.5 Fazit / Falltypisierung
Kapitel 8 Fallgeschichte 2: H.J.
8.1 Lebensgeschichte
8.2 Sozialisationsprozess
8.3 Historische Entwicklung
8.4 Fazit / Falltypisierung
Kapitel 9 Fallgeschichte 3: J.H.
9.1 Lebensgeschichte
9.2 Sozialisationsprozess
9.3 Kompensationsstrategien gegen Barrieren
9.4 Lebenswandel
9.5 Fazit / Falltypisierung
Teil IV Resumé
Kapitel 10 Auswertung
10.1 Zusammenstellung der zentralen Aspekte erfolgreicher Zielrealisierung behinderter Menschen
10.1.1 Bildung des gesellschaftlichen Status
10.2 Persönlichkeit und ihre Entwicklung in der Sozialisation
10.2.1 Zusammenfassung und Tabellenaufstellung der persönlichen Merkmale aller Fälle
10.2.2 Umgang mit sich selbst und mit anderen
10.2.3 Ein modernes Begriffsverständnis von Behinderung
10.2.4 Stigmatisierungsgefahr
10.2.5 Entstehung einer Beziehungsform in der Situation
10.3 Befriedigung der Bedürfnisse und Selbstakzeptanz
10.4 Individuelle Anpassung und Entwicklung
10.4.1 Erziehungsstile der Eltern
10.4.2 Willensbildung und Kampfbereitschaft
10.5 Realisierung der Ziele
10.6 Inklusion und Teilhabe an der Gesellschaft
10.7 Erfolgreiche Strategien der interviewten Persönlichkeiten mit Behinderungen
10.8 Antworten auf die Forschungsfragen
Kapitel 11 Zusammenfassung und Ausblick
11.1 Zusammenfassung
11.2 Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Lebensgeschichten erfolgreicher Menschen mit Behinderung, um zu ergründen, wie diese trotz gesellschaftlicher Barrieren ihre individuellen Lebensziele realisiert haben. Im Fokus steht dabei die Analyse der biografischen Sozialisationsprozesse sowie die persönliche Haltung der Individuen, insbesondere in Bezug auf Durchsetzungsstrategien und den Umgang mit dem eigenen "Wirken" im sozialen Umfeld.
10.2.2 Umgang mit sich selbst und mit anderen
Der Umgang mit sich und mit den anderen ist in allen Fallgeschichten auffallend unterschiedlich. Alle haben ein sogenanntes Fleckerlebnis, sprich Exklusionserlebnis, oder „Schwächen“ oder im schlimmsten Fall besteht die Gefahr einer Stigmatisierung aufgrund ihrer Behinderungsart aus der Sichtweise der „sozialgenormten“ Gesellschaft, wie im Fall von:
H.J.: „Im ersten HTL-Jahr war es recht schwierig für mich, weil die Mitschüler nicht kooperativ waren“.
So setzen die fallbezogenen Personen ihre Methoden des Empowerments durch, um ihre Schwächen in ihrer Inklusionsvorgangsweise auszugleichen, z. B. werden aus Problemen Kabarettprogramme:
F.H.: „abm, weil ich gedacht hab, es gibt so viele ahm komische Situationen, es gibt sehr viele Situationen im Leben, wo man zunächst schlucken muss, weil man, ähm, wo sich Leute komisch verhalten, weil sie nicht wissen, wie sie mit einem Behinderten umgehen sollen. Ähm, wo sie einen, ah:, diskriminieren, also wenn zum Beispiel, ah, Verkäuferin, also man möchte etwas kaufen, geht, fährt ins Geschäft und die Verkäuferin redet immer mit der Frau, über einen hinweg oder so, all solche Dinge und, ah:, aber diese Situationen haben auch einen, ah:, ah, einen komischen, einen witzigen Aspekt und ich hab dann solche Lebenssituationen zu einem Kabarettprogramm geschrieben, hab das selbst aufgeführt mit einem nichtbehinderten Schauspieler, ähm, auf verschiedenen Kabarettbühnen, und ja, es hat auch gut funktioniert, aber sie haben nicht gewusst, können, kann man darüber lachen, aber die Leute haben gelacht und es ist ihnen auch das Lachen im Hals stecken geblieben ‚gleichzeitig‘“.
Kapitel 1 Sozialisation: Einleitung in den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im sozialen Umfeld, der als Basis für den biografischen Verlauf dient.
Kapitel 2 Behinderung: Darstellung des traditionellen Begriffsverständnisses sowie moderner Konzepte wie Empowerment, Inklusion und Kompensation.
Kapitel 3 Eigenschaften der Selbstverwirklichung: Analyse der Zusammenhänge zwischen Motiven, Zielen und dem menschlichen Willen als Voraussetzung für die Selbstverwirklichung.
Kapitel 4 Realisierung der Ziele: Untersuchung der psychologischen und sozialen Aspekte, die zur schrittweisen Erreichung selbst gesetzter Ziele führen.
Kapitel 5 Qualitative und interpretative Sozialforschung: Methodische Herleitung der interpretativen Erhebung, um das individuelle Erleben der Probanden wissenschaftlich greifbar zu machen.
Kapitel 6 Der Forschungsprozess: Dokumentation der Organisation der Forschungsgespräche sowie der methodischen Anwendung von Kodierung und Auswertung der Daten.
Kapitel 7 Fallgeschichte 1: F.H.: Rekonstruktion des Lebensweges einer körperbehinderten Person und Analyse der eingesetzten Strategien zur Zielerreichung.
Kapitel 8 Fallgeschichte 2: H.J.: Fallstudie einer gehörlosen Person, die Barrieren im Bildungssystem mittels Strategien und moralischer Unterstützung überwindet.
Kapitel 9 Fallgeschichte 3: J.H.: Untersuchung einer Person mit Sehbehinderung, die durch Sport und Eigeninitiative den Weg in eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit fand.
Kapitel 10 Auswertung: Synthese der Ergebnisse, inklusive der Erstellung von Tabellen zu Merkmalen und Strategien der untersuchten Fälle.
Kapitel 11 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftige Anforderungen an ein inklusives Bildungssystem.
Sozialisation, Behinderung, Empowerment, Inklusion, Kompensation, qualitative Sozialforschung, biografische Methode, Zielrealisierung, Selbstverwirklichung, Stigmatisierung, Lebensgeschichte, Erfolgsfaktoren, Behindertenkultur, Gebärdensprache, Bildungschancen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Lebensgeschichten erfolgreicher Menschen mit Behinderung und untersucht, wie diese Personen ihre Ziele trotz gesellschaftlicher Hürden erfolgreich realisiert haben.
Zentrale Themen sind Sozialisation, Behinderung, Empowerment, Kompensationsstrategien sowie die Rolle von Bildung und elterlicher Unterstützung.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: "Wie haben die Menschen mit Behinderungen, die sich Ziele gesetzt hatten, diese erreicht?"
Es handelt sich um eine explorative, qualitative und interpretative Sozialforschung, die unter anderem die biografische Methode zur Analyse von Lebensgeschichten nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Sozialisation und Behinderung, methodische Überlegungen sowie die ausführliche Analyse von drei konkreten Fallgeschichten.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Empowerment, Inklusion, biografische Methode, Kompensation und Selbstverwirklichung.
Das "Wirken" dient als zentrale Strategie, um als behinderte Person in der Gesellschaft wahrgenommen und respektiert zu werden, und bildet den Gegenpol zum reinen "Sein" mit Behinderung.
Die Eltern fungieren als essenzielle Unterstützer, die durch Förderung, Stärkung des Selbstbewusstseins und Überwindung schulischer Barrieren den Grundstein für den Erfolg ihrer Kinder legten.
Gehörlose Menschen stehen oft vor der zusätzlichen Herausforderung einer spezifischen Gehörlosenkultur und der Notwendigkeit, sowohl Gebärdensprache als auch Lautsprache zu beherrschen, um am Bildungssystem teilzuhaben.
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