Seminararbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Problemdarstellung im Allgemeinen
3. Forschungsdesign
3.1. Prinzip der Aktionsforschung - Beteiligung am gesellschaftlichen Prozess
3.2. Problemstellung der Aktionsforschung
4. Gruppenprozess
4.1. Videotechnische Vorgehensweiseprobleme bei der Gruppendiskussion
4.2. Vortrag
4.3. Gruppendiskussion vs. Einzelinterview
4.4. Erfahrung beim Einzelinterviews
5. Theoretischer Rahmen
5.1. Gehörlosigkeit
5.1.1. Kulturelle Gehörlosigkeit
5.1.2. Medizinische Gehörlosigkeit
5.1.3. Politische Gehörlosigkeit
5.1.4. Technologische Gehörlosigkeit
5.1.5. Ökonomische bzw. volkswirtschaftliche Gehörlosigkeit
5.1.6. Soziale Gehörlosigkeit
5.2. Postkolonialismus
5.3. Soll sich der Mensch verbessern? (Habermas)
6. Auswertung
6.1. Gehörlosigkeit
6.1.1. Problematik in der Verbindung zwischen den medizinisch und kulturell Gehörlosen
6.1.2. Problematik in der Verbindung zwischen dem Gehörlosigkeitsbegriff und dem Begriff der Hörenden
6.2. Gehörlosigkeit und kollektive Identitätsfindung in der sozialen Gruppe
6.3. Macht
6.4. Partizipation
7. Resumee
Diese Arbeit untersucht die komplexen gesellschaftlichen Strukturen und die Identitätsfindung innerhalb der Gehörlosengemeinschaft. Das primäre Ziel ist es, die ideologischen Spannungsfelder zwischen medizinisch und kulturell orientierten Gehörlosen sowie die Auswirkungen von Fremdbestimmung und Ausschluss aufzuzeigen, um Wege für eine selbstständige und partizipative Community zu identifizieren.
6.1. Gehörlosigkeit
Insgesamt ist der Begriff der Gehörlosigkeit meiner Meinung nach unzureichend bzw. nicht auf die Teilnehmer zutreffend, weil er ihnen scheinbar gleichgültig ist. Die einzigen beiden Begriffe, mit denen sie sich angesprochen fühlen, sind die der sozialen und der ökonomischen Gehörlosigkeit. Zwischen den beiden Begriffen ist das Einsetzen des Phänomens der Eigendynamik eingetreten, weshalb sie im Folgenden näher erläutert werden. Mittels der Software MAXQDA stellte ich fest, dass diese beiden Begriffe mit der realen Lebenssituation der Teilnehmer verbunden sind. D. h., die Teilnehmer stufen diese Begriffe als wichtig ein. sie stehen miteinander in Zusammenhang und bedeuten letztendlich, dass die Betroffenen ihren Lebensweg schwerer bewältigen, sei es z. B. durch nervenaufreibende und aufwändige organisatorische Dinge oder lange Wartezeiten auf die Bewilligung von Behörden sowie durch die Suche nach den Gebärdensprachdolmetschern für ihre Vorhaben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Benachteiligung und den Ausschluss Gehörloser durch die Gesellschaft sowie die Notwendigkeit einer Neustrukturierung des Behindertenmodells.
2. Problemdarstellung im Allgemeinen: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit einer historischen Aufarbeitung der gesellschaftlichen Konfrontation und der Suche nach nachhaltigen Strukturen für die Gehörlosencommunity.
3. Forschungsdesign: Hier werden die Gruppendiskussion als qualitative Methode sowie das Prinzip der Aktionsforschung zur zielbezogenen Veränderung sozialer Realitäten erläutert.
4. Gruppenprozess: Der Abschnitt dokumentiert die praktische Durchführung der Forschung, inklusive technischer Hürden und der Dynamik der Diskussionsgruppen.
5. Theoretischer Rahmen: Dieser theoretische Teil definiert verschiedene Aspekte der Gehörlosigkeit, diskutiert den Postkolonialismus und hinterfragt ethische Fragen der menschlichen „Verbesserung“.
6. Auswertung: Die Auswertung analysiert die empirischen Ergebnisse der Gruppendiskussion hinsichtlich Gehörlosigkeit, Machtstrukturen und Partizipationsmöglichkeiten.
7. Resumee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse über Gruppenunterschiede und die Notwendigkeit konstruktiver Kommunikation für die Weiterentwicklung der Gehörlosenbewegung zusammen.
Gehörlosigkeit, Gehörlosenbewegung, Gruppendiskussion, Aktionsforschung, Postkolonialismus, Identitätsfindung, Partizipation, Macht, Behinderung, Inklusion, Kultur, Kommunikation, Gehörlosenkultur, Selbstermächtigung, Bildung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Gehörlosenbewegung, den innergesellschaftlichen Spaltungen und den Herausforderungen bei der Entwicklung einer eigenständigen kollektiven Identität.
Zu den Schwerpunkten zählen die Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten der Gehörlosigkeit (sozial, ökonomisch, politisch), Machtstrukturen und der politische Kampf gegen Fremdbestimmung.
Ziel ist es, die Gründe für die Schwierigkeiten der Gehörlosenbewegung beim Erreichen einer autonomen sozialen Rolle zu verstehen und Ansätze für eine nachhaltige Strukturierung der Community zu finden.
Der Autor nutzt die qualitative Methode der Gruppendiskussion im Rahmen der Aktionsforschung, um tiefgreifende Motive und Einstellungen der Teilnehmer zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in ein methodisches Forschungsdesign, einen theoretischen Rahmen mit Bezug auf Postkolonialismus und Habermas sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gehörlosenkultur, Partizipationshindernisse, kollektives Bewusstsein, Fremdsteuerung und die Unterscheidung zwischen medizinischem und kulturellem Gehörlosigkeitsverständnis.
Der Autor beleuchtet die Spannung zwischen der medizinischen Sichtweise, die auf "Reparatur" und Assimilation abzielt, und der kulturellen Sichtweise, die Gebärdensprache und Gemeinschaft als Identitätsgrundlage betont.
Technologien wie das Cochlear Implant werden kritisch hinterfragt, da sie oft mit einem oralistischen Ideal verknüpft sind, das die natürliche Entwicklung gehörloser Menschen hemmen kann, während andere Technologien die Partizipation erleichtern.
Dies ist notwendig, um die politische Krise innerhalb der Gehörlosenvereine zu bewältigen und eine eigenständige Ideologie zu entwickeln, anstatt sich von fremden Interessen steuern zu lassen.
Der Autor fordert eine Aufarbeitung der historischen Spaltung und eine stärkere Besinnung auf gemeinsames Handeln, um durch konstruktive Kommunikation und politische Teilhabe eine echte Selbstermächtigung zu erreichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

