Masterarbeit, 2013
125 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Methodik
1.3 Aufbau
2 Gentrifizierung
2.1 Definition
2.2 Einordnung in Stadtentwicklungsprozesse
2.3 Prozessablauf
2.3.1 Charakterisierung der sozialen Gruppen
2.3.2 Phasenmodell der Gentrifizierung
3 Ursachen und Wirkungen
3.1 Erklärungsansätze zu den Ursachen
3.1.1 Angebotsseitige Position
3.1.2 Nachfrageseitige Position
3.2 Positive und negative Wirkungen der Gentrifizierung
3.2.1 Aufwertung der Innenstädte
3.2.2 Verdrängungsprozesse
4 Planerische Steuerungsinstrumente
4.1 Steuerung über baurechtliche Instrumente
4.2 Steuerung über kommunalen Wohnraum
4.3 Steuerung des Marktes
4.3.1 Gentrifizierungsfördernde Maßnahmen
4.3.2 Reduzierung des Nachfragedrucks
4.4 Zwischenfazit: Welche Stadt wollen wir und wie kommen wir dorthin?
5 Untersuchungsgegenstand
5.1 Das Analysequartier – Mannheim-Jungbusch
5.1.1 Historische Entwicklung
5.1.2 Statistische Daten
5.1.3 Städtebauliche Struktur
5.2 Angewandte Strategien zur Quartiersentwicklung
5.2.1 Erste Sanierungsphase
5.2.2 Der Jungbusch im Bund-Länder-Programm Soziale Stadt
5.2.3 Weitere Entwicklungsmaßnahmen im Quartier
5.2.4 Einbindung in Stadtentwicklungskonzepte
5.3 Künftige Rahmenbedingungen
5.3.1 Demografische Entwicklung und Wohnraumnachfrage
5.3.2 Planerische Herausforderungen
6 Analyse
6.1 Methodik
6.1.1 Identifikation von Gentrifizierungsprozessen
6.1.2 Empirische Instrumente
6.2 Bauliche Dimension
6.2.1 Wohnumfeld
6.2.2 Gebäudestruktur
6.3 Soziale Dimension
6.3.1 Sozialstruktur der Bewohner
6.3.2 Beschäftigte und Freizeit
6.4 Funktionale Dimension
6.4.1 Infrastruktur und Kultur
6.4.2 Wirtschaft
6.5 Symbolische Dimension
6.5.1 Akteure
6.5.2 Image
7 Identifikation
7.1 Quantifizierung der Analyse
7.1.1 Bauliche Dimension
7.1.2 Soziale Dimension
7.1.3 Funktionale Dimension
7.1.4 Symbolische Dimension
7.1.5 Zusammenfassung
7.2 Diskussion – Gibt es eine Gentrifizierung im Jungbusch?
8 Steuerungsmöglichkeiten
8.1 Grundlegende Handlungsempfehlungen
8.2 Strategien zum Umgang mit der Gentrifizierung
8.2.1 Strategie 1 „Laissez-Faire“
8.2.2 Strategie 2 „Gentlification“
8.3 Übertragung: Forderungen für eine neue Stadtpolitik
9 Schlussbetrachtung
9.1 Resümee
9.2 Forschungsbeitrag
9.3 Weiterer Forschungsbedarf
Diese Masterarbeit untersucht den Aufwertungsprozess der Gentrifizierung am Beispiel des Mannheimer Stadtteils Jungbusch. Das primäre Ziel ist es, den Status quo der Gentrifizierung im Quartier mittels eines Dimensionsmodells zu identifizieren sowie praxisnahe Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten für eine sozial verträgliche Stadtentwicklung zu formulieren.
2.1 Definition
Der Begriff „Gentrification“ geht zurück auf die Engländerin Ruth Glass (vgl. GLASS 1964). „Gentry“ bedeutet so viel wie „Landadel“, „Gentrification“ kann also frei übersetzt werden als das „Zurückziehen des Landadels in die Stadt“ (vgl. BLASIUS/DANGSCHAT 1990: 11). Mit dem Begriff beschrieb Glass das Phänomen, dass zunehmend finanzstarke Bevölkerungsschichten in ein Londoner Arbeiterviertel zogen und dabei die alteingesessenen Bewohner verdrängten:
„One by one, many of the working class quarters of London have been invaded by the middle class-upper, and lower-shabby modest mews and cottages [...] have been taken over when their leases expired, and have become elegant, expensive residences. Larger Victorian houses, downgraded in an earlier or recent period – which were used as lodging houses or were otherwise in multiple occupation – have been upgraded once again. […] Once this process of “gentrification” starts in a district it goes on rapidly until all or most of the original working class occupiers are displaced and the whole character of the district is changed (vgl. GLASS 1964: 18).“
In dieser Arbeit wird einheitlich der eingedeutschte Begriff „Gentrifizierung“ benutzt, dieser ist Synonym zum englischen „Gentrification“ zu verstehen.
1 Einleitung: Definiert das Thema und die Forschungsfragen in Bezug auf das Untersuchungsgebiet Mannheim-Jungbusch.
2 Gentrifizierung: Erläutert theoretische Grundlagen, Definitionen und Prozessabläufe der Gentrifizierung.
3 Ursachen und Wirkungen: Analysiert die ökonomischen Ursachen (Rent Gap) und die sozialen Auswirkungen wie Aufwertung und Verdrängung.
4 Planerische Steuerungsinstrumente: Untersucht baurechtliche und wohnungspolitische Mittel zur Steuerung der Stadtentwicklung.
5 Untersuchungsgegenstand: Beschreibt detailliert die historische, statistische und städtebauliche Entwicklung des Jungbuschs.
6 Analyse: Beschreibt die Methodik und untersucht die vier Dimensionen (baulich, sozial, funktional, symbolisch) des Quartiers.
7 Identifikation: Quantifiziert die Analyseergebnisse und diskutiert das Vorliegen eines Gentrifizierungsprozesses.
8 Steuerungsmöglichkeiten: Präsentiert Handlungsempfehlungen sowie zwei Strategien (Laissez-Faire und Gentlification) und Forderungen an die Stadtpolitik.
9 Schlussbetrachtung: Führt ein Resümee der Arbeit aus und zeigt weiteren Forschungsbedarf auf.
Gentrifizierung, Mannheim-Jungbusch, Stadtplanung, Soziale Stadt, Stadterneuerung, Wohnungsbau, Kreativwirtschaft, Verdrängung, Mieten, Demografischer Wandel, Quartiersentwicklung, Soziale Mischung, Stadtentwicklungskonzept, Immobilienmarkt, Milieuschutz.
Die Arbeit analysiert den Gentrifizierungsprozess im Mannheimer Stadtteil Jungbusch und erarbeitet Möglichkeiten für eine steuernde Stadtplanung.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Gentrifizierung, der empirischen Untersuchung des Jungbuschs und der Entwicklung von Steuerungsstrategien.
Die Arbeit beantwortet, ob im Jungbusch Gentrifizierung stattfindet und mit welchen planerischen Instrumenten dieser Prozess steuerbar ist.
Es wird das Dimensionsmodell nach Krajewski verwendet, ergänzt durch Literaturanalysen, Experteninterviews, statistische Auswertungen und Ortsbegehungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die empirische Analyse des Quartiers und eine Synthese mit Handlungsempfehlungen.
Zentrale Begriffe sind Gentrifizierung, Quartiersentwicklung, soziale Mischung, Mietpreissteigerungen, Verdrängung und planerische Steuerungsinstrumente.
Sie fungiert als Leuchtturmprojekt und wichtiger Impulsgeber für die Ansiedlung von Kreativwirtschaft und Studenten, was den funktionalen Wandel maßgeblich beeinflusst.
Diese Strategie setzt auf ein aktives Eingreifen der Stadt, insbesondere durch Erhaltungssatzungen, um eine soziale Mischung zu bewahren und Luxusmodernisierungen zu begrenzen.
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