Bachelorarbeit, 2011
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen einer Pädagogik bei Lernschwierigkeiten
2.1 Begriffliche Systematik der traditionellen Lernbehindertenpädagogik
2.2 Von der „Lernbehinderung“ zum Förderschwerpunkt Lernen
2.3 Gravierende Lernschwierigkeiten und ihre Bedingungsfaktoren
3. Entstehungsgrundlagen der Pädagogik bei Lernschwierigkeiten
3.1 Von der „Hilfsschule“ zur „Schule für Lernbehinderte“
3.2 Die Entwicklung der schulischen Integration seit den 1970er Jahren
4. Grundlagen der Integrationspädagogik
4.1 Integration – Eine Begriffsbestimmung
4.2 Organisationsformen schulischer Integration
4.3 Die veränderte Lehr- und Lernsituation
4.3.1 Grundsätze des gemeinsamen Unterrichts
4.3.2 Zur veränderten LehrerInnenrolle
4.4 Inklusion gleich optimierte und erweiterte Integration?
5. Zur Bedeutsamkeit der Institution Grundschule
5.1 Förderschule – Der effizientere Ort der Beschulung?
5.2 Schulische Integration im Sekundarbereich – Ein Ausblick
6. Aktuelle Standortbestimmung
6.1 Rechtliche Basis für den Gemeinsamen Unterricht
6.2 Zum Integrationsstand – Zahlen und Fakten
7. Das Land Brandenburg
7.1 Das Bildungssystem Brandenburgs
7.2 Der gemeinsame Unterricht
7.2.1 Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
7.2.2 Integration – Unterricht und Schule verändern sich
7.2.3 Integration auf Kreisebene
7.2.4 Integration auf Landesebene
7.3 Zum Integrationsstand – Zahlen und Fakten
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit thematisiert die Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung im Förderschwerpunkt der Lern- und Leistungsentwicklung. Ziel ist es, die schulische Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Regelschule kritisch zu beleuchten und die hierfür notwendigen organisationsstrukturellen Rahmenbedingungen sowie aktuelle statistische Entwicklungen, insbesondere im Bundesland Brandenburg, zu analysieren.
3.1 Von der „Hilfsschule“ zur „Schule für Lernbehinderte“
Als Vorläufer der „Hilfsschulen“ wurden während des 19. Jahrhunderts „Nachhilfeklassen“ eingeführt. Das Ziel bestand darin, SchülerInnen mit Schulleistungsproblemen durch intensive Förderung in die Volksschulklassen zurückzuführen. Die mit der Industrialisierung einhergegangenen Qualifikationserfordernisse setzten bei allen SchülerInnen ein Mindestmaß an Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus und resultierten folglich in einem Anstieg der Leistungsanforderungen in den Volksschulen. Unter diesen Bedingungen musste der Gedanke der Nachhilfeklassen wieder in Frage gestellt werden, da die angestrebten Erfolge der Rückführung in die Volksschulklassen weitestgehend ausblieben.
Vielmehr machten sich auch dort vermehrt Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten bemerkbar. In den personell wie materiell sehr schlecht ausgestatteten Klassen mit Schülerstärken von bis zu 200 Kindern, war eine individuelle Förderung einzelner SchülerInnen kaum möglich. Um die gleichmäßige Leistungssteigerung aller SchülerInnen einer Jahrgangsklasse zu gewährleisten und sie zur Teilnahme am Produktionsprozess zu befähigen, mussten sowohl schulorganisatorische als auch methodische Alternativen für all diejenigen Kinder gefunden werden, die den allgemeinen Anforderungen der Volksschule nicht gerecht wurden. Das es zwangsläufig zu Problemen bei der individuellen Förderung kommen musste, war bei den damals im überwiegenden Maße frontalen Unterrichtspraktiken nicht verwunderlich.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Sonderschulwesens und die zunehmende Bedeutung der schulischen Integration bis hin zur Vision eines inklusiven Bildungssystems.
2. Grundlagen einer Pädagogik bei Lernschwierigkeiten: Dieses Kapitel erläutert die begriffliche Systematik der traditionellen Lernbehindertenpädagogik und diskutiert den Übergang zum modernen Verständnis von Lernschwierigkeiten.
3. Entstehungsgrundlagen der Pädagogik bei Lernschwierigkeiten: Hier wird die Historie der Hilfsschulentwicklung und die Entwicklung der schulischen Integration seit den 1970er Jahren nachgezeichnet.
4. Grundlagen der Integrationspädagogik: Das Kapitel definiert den Integrationsbegriff und beschreibt verschiedene Organisationsformen sowie die notwendigen Veränderungen in der Lehr- und Lernsituation.
5. Zur Bedeutsamkeit der Institution Grundschule: Es wird die Rolle der Grundschule als Lernort für alle Kinder analysiert und die Debatte um die Effizienz der Förderschule geführt.
6. Aktuelle Standortbestimmung: Eine Analyse des gegenwärtigen Integrationsstands anhand aktueller rechtlicher Grundlagen und bundesweiter Bildungsstatistiken.
7. Das Land Brandenburg: Dieser Abschnitt überträgt die theoretischen Überlegungen auf das Bundesland Brandenburg und untersucht spezifische Strukturen sowie den aktuellen Integrationsstand.
8. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Synthese, die die Notwendigkeit grundlegender struktureller Veränderungen für ein wirklich inklusives Bildungssystem betont.
Integration, Inklusion, Förderschwerpunkt Lernen, sonderpädagogischer Förderbedarf, Regelschule, Förderschule, Lernschwierigkeiten, Binnendifferenzierung, LehrerInnenrolle, Brandenburg, Bildungsstatistik, gemeinsamer Unterricht, sonderpädagogische Förderung, Schulentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung im Förderschwerpunkt Lernen unter besonderer Berücksichtigung des Trends zur schulischen Integration.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Hilfsschule, den theoretischen Grundlagen der Integrationspädagogik, den organisatorischen Formen des gemeinsamen Unterrichts und der Situation im Bundesland Brandenburg.
Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die schulische Integration Kindern mit gravierenden Lernschwierigkeiten eine bessere Förderung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht als eine separierte Beschulung.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der historischen und aktuellen Fachdiskussion sowie einer Auswertung statistischer Bildungsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit Integrationsformen, die veränderten Anforderungen an Unterricht und Lehrkräfte sowie die Analyse von Integrationsdaten auf Kreis- und Landesebene.
Die zentralen Begriffe sind Integration, Inklusion, Förderschwerpunkt Lernen, Binnendifferenzierung und das Bildungssystem des Landes Brandenburg.
Brandenburg dient als Fallbeispiel für eine konkrete Umsetzung der Integrationspraxis, wobei der Autor auch eigene empirische Erfahrungen und statistische Daten dieses Bundeslandes heranzieht.
Der Autor hinterfragt kritisch die Effizienz von Förderschulen und stellt die zunehmende Notwendigkeit heraus, Kinder mit Lernschwierigkeiten in Regelschulen zu integrieren, um Stigmatisierung entgegenzuwirken.
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