Masterarbeit, 2012
81 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung und Problemstellung
2. Entwicklung der Medienwirkungsforschung
2.1 Die allgemeine Entwicklung der Medienwirkungsforschung
2.2 TV-Duelle als besonderes Format in der politischen Fernsehberichterstattung
3. Theoretische Vorüberlegungen zur Analyse von Medieneffekten
3.1 Die Analyse von Medieneffekten mit den Theorien der empirischen Wahlforschung
3.1.1 Das soziologische Modell
3.1.2 Das sozialpsychologische Modell
3.1.3 Das ökonomische Modell
3.2 Die Analyse von Medieneffekten mit dem RAS-Modell
3.3 Vergleich der Analysefähigkeit von Medieneffekten zwischen dem RAS-Modell und den klassischen Theorien des Wählerverhaltens
4. Datenbasis
5. Empirische Analysen
5.1 Analyse zum Einfluss der TV-Nachrichten
5.1.1 Explorative Analysen
5.1.2 Multivariate Analysen
5.2 Analyse zum Einfluss des TV-Duells 2009
5.2.1 Explorative Analysen
5.2.2 Multivariate Analysen
6. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss der politischen Fernsehberichterstattung sowie speziell des TV-Duells auf das Wählerverhalten bei der Bundestagswahl 2009, um festzustellen, ob direkte Medieneffekte auf die Wahlentscheidung der Zuschauer nachweisbar sind.
3.1.1 Das soziologische Modell
Das soziologische Modell zur Erklärung des Wählerverhaltens basiert im Wesentlichen auf zwei Arbeiten: Die Grundlagen wurden in der Studie „The People’s Choice“ (1944) von Paul F. Lazarsfeld und anderen gelegt, während die entdeckten Zusammenhänge in „Voting“ (1954) von Bernard Berelson et al. genauer analysiert wurden. Die Forschergruppe um Lazarsfeld wollte mit einer Panel-Befragung unter anderem herausfinden, inwieweit sich die Meinung bei den Wählern während des Wahlkampfs verändert. Bei der Auswertung der Wiederholungsbefragungen, an denen rund 600 Personen teilgenommen hatten, konnten sie jedoch keine Veränderungen im Meinungsbild feststellen.
Vielmehr entsprachen die zu Beginn des Panels erfassten Einstellungen, auch denen am Ende. Auffällig an den Ergebnissen war stattdessen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen den soziodemographischen Daten des Individuums und seinem Verhalten als Wähler gab. Diese Ergebnisse führten Berelson et al. (1954) auf das Menschenbild des homo sociologicus zurück. Danach agiert das Individuum entsprechend seinen verinnerlichten Wertvorstellungen ohne dabei auf externe Reize zu reagieren. Die Wahlentscheidung wird folglich auf Basis der im Lebensverlauf angeeigneten Parteineigungen getroffen, ohne dass die Impulse des aktuellen Wahlkampfs einen Einfluss darauf haben. Um im soziologischen Modell die Entstehung einer Wahlentscheidung nachvollziehen zu können, muss daher vor allem der langfristige Prozess der Entstehung von individuellen Wertvorstellungen untersucht werden (vgl. Schoen 2009; Bürklin/Klein 1998).
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Medienwirkungsforschung ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Fernsehberichterstattung und TV-Duellen auf das Wählerverhalten bei der Bundestagswahl 2009.
2. Entwicklung der Medienwirkungsforschung: Hier wird der historische Wandel der Paradigmen in der Medienwirkungsforschung nachgezeichnet, mit besonderem Fokus auf das Fernsehen und das spezielle Format der TV-Duelle.
3. Theoretische Vorüberlegungen zur Analyse von Medieneffekten: Dieses Kapitel vergleicht klassische Modelle der Wahlforschung mit dem RAS-Modell von Zaller, um den am besten geeigneten theoretischen Rahmen für die empirische Analyse zu identifizieren.
4. Datenbasis: Es werden die für die Analyse verwendeten Datensätze der German Longitudinal Election Study (GLES) sowie das Design der Rolling-Cross-Section-Studie detailliert vorgestellt.
5. Empirische Analysen: In diesem Hauptteil werden die gesammelten Daten mittels explorativer und multivariater Verfahren ausgewertet, um sowohl den Einfluss der Nachrichten als auch des TV-Duells zu prüfen.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analysen zusammen und diskutiert die theoretischen sowie methodischen Implikationen der Arbeit.
Wählerverhalten, Medienwirkungsforschung, Bundestagswahl 2009, Fernsehnachrichten, TV-Duell, RAS-Modell, Parteiidentifikation, politische Involvierung, Mehrebenenanalyse, Wahlkampf, Kanzlerkandidaten, Informationsverarbeitung, Medieneffekte, Wahlentscheidung, politische Kommunikation.
Die Master-Thesis befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss das Medium Fernsehen, speziell Nachrichtensendungen und TV-Duelle, auf die Wahlentscheidung der Bürger bei der Bundestagswahl 2009 ausgeübt hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienwirkungsforschung, der theoretischen Einbettung durch das RAS-Modell von Zaller und der empirischen Untersuchung von Kampagneneffekten in Deutschland.
Das Ziel ist zu klären, ob durch die politische Fernsehberichterstattung und das TV-Duell 2009 messbare direkte Effekte auf das Wählerverhalten der Zuschauer im Vorfeld der Wahl beobachtet werden konnten.
Die Arbeit nutzt eine Mehrebenenanalyse zur Verknüpfung von Inhaltsdaten der Fernsehnachrichten mit individuellen Umfragedaten (Rolling-Cross-Section-Studie) sowie logistische Regressionen für die Analyse des TV-Duells.
Der Hauptteil präsentiert die explorative Datenbeschreibung, die theoretische Herleitung der Analysemodelle und die Ergebnisse der multivariaten statistischen Prüfungen der Medieneinflüsse.
Wählerverhalten, Medienwirkung, Bundestagswahl 2009, TV-Duell, RAS-Modell, Parteiidentifikation, politische Involvierung, Mehrebenenanalyse.
Das RAS-Modell wird als theoretische Basis gewählt, da es die individuelle Informationsverarbeitung detailliert abbildet und Mechanismen wie die Filterfunktion von Informationen besser erklärt als klassische soziologische oder ökonomische Modelle.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass das TV-Duell 2009 keinen signifikanten Einfluss auf das Wählerverhalten hatte, was unter anderem auf den wenig konfrontativen Kurs der Kandidaten und das geringe Zuschauerinteresse zurückgeführt wird.
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