Diplomarbeit, 2001
126 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Hör-, Sprachstörungen und ihre Auswirkungen
2.1.1 Verschiedene Formen der Hör-, Sprachschädigung
2.1.2 Auswirkungen einer Hör-, Sprachschädigung
2.2 Die Arbeit
2.2.1 Die Bedeutung von Arbeit
2.2.2 Determinanten der Arbeitssituation
3 Der Stand der Forschung
3.1 Studie 1
3.2 Studie 2
3.3 Studie 3
3.4 Studie 4
3.5 Studie 5
4 Darstellung des Erhebungsinstruments
4.1 Fragestellung und Zielsetzung der Untersuchung
4.2 Das Messinstrument
4.3 Beschreibung der Fragebögen
4.3.1 Das Unternehmen
4.3.2 Der Mitarbeiter
4.3.3 Rahmenbedingungen der Hörbehindertenbeschäftigung
4.3.4 Die Einmündung
4.3.5 Die Tätigkeit
4.3.6 Soziale und kommunikative Aspekte
4.3.7 Fazit
4.4 Vortest
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
Anlage 1: Fragebogen „Personalverantwortlicher“
Anlage 2: Fragebogen „Vorgesetzter“
Anlage 3: Fragebogen „Kollege“
Anlage 4: Fragebogen „Personalverantwortlicher und Vorgesetzter“
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein Erhebungsinstrument in Form von Fragebögen zu entwickeln, zu testen und zu beschreiben, welches die berufliche Einmündung und Entwicklung von Absolventen der Ausbildungsgänge „Bürokaufmann/-frau“ und „Bürokraft“ des Berufsbildungswerks Leipzig umfassend abbildet. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, aus den Perspektiven von Unternehmen, Vorgesetzten und Kollegen Problemfelder bei der Beschäftigung von hör-, sprachgeschädigten Absolventen zu identifizieren und Anhaltspunkte für eine verbesserte Integration zu gewinnen.
Die Einfacharbeit
Das Phänomen der Einfacharbeit bei der Beschäftigung behinderter Menschen im Allgemeinen und hör-, sprachgeschädigter Menschen im Besonderen wurde schon vielfach in wissenschaftlichen Untersuchungen dokumentiert. So stellt Kupke (1992: 182) fest, dass von 30 befragten gehörlosen Arbeitnehmern ca. die Hälfte jeden Tag die gleiche Arbeit verrichten und „bei ihrer Arbeit nichts Neues dazulernen“. Nach Hessmann (1995: 84-85) sind Gehörlose im Allgemeinen auf stark routinierte, in ihrem Arbeitsablauf weitgehend standardisierte Aufgaben festgelegt. Sie arbeiten häufig nicht in ihrem Ausbildungsberuf und Veränderungs- und Aufstiegsmöglichkeiten stehen ihnen nicht in dem selben Maße offen, wie normal hörenden Mitarbeitern. Plath, König und Jungkunst (1996: 261) stellen fest, dass nur knapp 60 Prozent der befragten schwer behinderten Arbeitnehmer einer ausbildungsadäquaten Berufstätigkeit nachgehen und das in der Ausbildung gelernte Wissen richtig nutzen können. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke in den ‚Nachbefragungsergebnissen’ von 1997, nach denen nur 60 Prozent ihrer Absolventen ein Jahr nach Ausbildungsende noch im gelernten Beruf arbeiten.
Im Folgenden wird aufgezeigt, welche charakteristischen Merkmale Einfacharbeit aufweist und zu welchen Problemen sie führen kann. Ebenso wird besprochen, wie gesundheits- und lernförderliche Arbeitsstrukturen aussehen können und welche Konsequenzen aus dem Wissen über Probleme der Einfacharbeit gezogen werden können.
Nach Plath (1997: 425) zeichnet sich Einfacharbeit „durch elementare, oft auch einseitige und sich häufig wiederholende senso-motorische Anforderungen vom Typ des Ausführens mit eingeschränktem Handlungsspielraum“ aus. Derart partialisierte Tätigkeiten lassen nur wenige Freiheitsgrade in der Ausführung der eigenen Tätigkeit zu, sind also regelmäßig mit einem eingeschränkten Handlungs- und Entscheidungsspielraum für den einzelnen Mitarbeiter verbunden. Häufig entstehen solche partialisierten Tätigkeiten aus einer ungünstigen Funktionsaufteilung der Arbeit zwischen Mensch und Maschine oder zwischen Mensch und Mensch.
1 Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der Relevanz der beruflichen Einmündung hör- und sprachgeschädigter Absolventen und der Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Darstellung der Auswirkungen von Hör- und Sprachschädigungen auf den Menschen sowie der Bedeutung und Determinanten von Arbeit.
3 Der Stand der Forschung: Systematische Diskussion und kritische Einordnung von fünf empirischen Studien zur beruflichen Situation von hör- und sprachgeschädigten Menschen.
4 Darstellung des Erhebungsinstruments: Detaillierte Beschreibung der Fragestellungen, der Entwicklung der Fragebögen für die unterschiedlichen Adressaten und Ergebnisse des durchgeführten Vortests.
5 Fazit: Zusammenfassende Rückschau auf die theoretischen und methodischen Erkenntnisse der Arbeit sowie Bewertung der Tauglichkeit des entwickelten Erhebungsinstruments.
Hör-, Sprachschädigung, berufliche Einmündung, Bürokaufmann, Bürokraft, Berufsbildungswerk Leipzig, Unternehmensbefragung, Arbeitsintegration, Erhebungsinstrument, Einfacharbeit, Arbeitsplatzgestaltung, Schwerbehinderung, Kommunikation, soziale Integration, Fragebogenentwicklung, berufliche Rehabilitation.
Die Diplomarbeit untersucht die berufliche Einmündung und Entwicklung von Absolventen des Berufsbildungswerks Leipzig, die eine Ausbildung als Bürokaufmann/-frau oder Bürokraft abgeschlossen haben und eine Hör- oder Sprachschädigung aufweisen.
Die zentralen Themen umfassen die Auswirkungen von Hör- und Sprachschädigungen, die Bedeutung von Arbeit für behinderte Menschen, gesetzliche Rahmenbedingungen der Schwerbehindertenbeschäftigung sowie die methodische Entwicklung von Erhebungsinstrumenten zur Unternehmensbefragung.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens für Unternehmen, um ein umfassendes Bild der beruflichen Situation dieser spezifischen Absolventengruppe zu gewinnen und mögliche Problemfelder zu identifizieren.
Es wird eine quantitative, schriftliche Befragung mittels standardisierter Fragebögen für drei verschiedene Zielgruppen innerhalb von Unternehmen (Personalverantwortliche, Vorgesetzte, Kollegen) konzipiert und im Rahmen eines Vortests evaluiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Forschungsstands, die detaillierte Darstellung des entwickelten Erhebungsinstruments inklusive seiner Abschnitte (Unternehmen, Mitarbeiter, Einmündung, Tätigkeit, Soziale Aspekte) sowie die Ergebnisse eines Vortests.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hör- und Sprachschädigung, berufliche Integration, Unternehmensbefragung, Berufsbildungswerk Leipzig und Arbeitsplatzgestaltung charakterisieren.
Die Differenzierung ist essentiell, da die Auswirkungen auf die Kommunikation, das Sprachverständnis und die kognitive Entwicklung unterschiedlich stark ausgeprägt sind, was wiederum unterschiedliche Anforderungen an den Arbeitsplatz und die Gestaltung der Einarbeitung stellt.
Einfacharbeit wird als ein zentrales, häufig auftretendes Problem bei der Beschäftigung behinderter Menschen thematisiert, da sie mit routinierten Aufgaben, mangelndem Handlungsspielraum und geringem Motivationspotential einhergeht, was die langfristige berufliche Entwicklung gefährden kann.
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