Bachelorarbeit, 2010
52 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman
2.1 Die Geschichte des historischen Romans
2.2 Das postmoderne Verständnis von Geschichte
2.2.1 Verhältnis von Historiographie und Literatur
2.2.2 Einschränkungen durch die Sprache
2.2.3 Die Aufwertung der Rolle des Historikers
2.3 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman in Lateinamerika
2.3.1 Kategorisierungsversuche des Neuen Historischen Romans
2.3.2 Das Spiel mit der Realität im Neuen Historischen Roman
3 Die Erzählerfigur der Postmoderne
3.1 Entwicklung der Erzählerfigur in der Postmoderne
3.2 Distanz zum historischen Geschehen
4 Santa Evita
4.1 Autor und Inhalt des Werkes
4.2 Handelt es sich bei Santa Evita um einen historischen Roman?
4.3 Aufbau und Erzählerfigur
4.4 Analyse der Erzählerfigur
4.4.1 Parallelen zwischen Autor und Erzähler
4.4.2 Zeitzeugen
4.4.3 Schriftliche Quellen
4.4.4 Wissenschaftliche Arbeitsweise
4.4.5 Identifikation des Erzählers mit der Geschichte
4.4.6 Metafiktion und Offenlegung des Konstruktcharakters des Romans
4.5 Ergebnis
5 No me alcanzará la vida
5.1 Über Autor und Inhalt des Werkes
5.2 Handelt es sich bei No me alcanzará la vida um einen historischen Roman?
5.3 Aufbau und Erzählerfigur
5.4 Analyse der Erzählerfigur
5.4.1 Wissenschaftliches Arbeiten
5.4.2 Quellen
5.4.3 Einblicke in das Privatleben der Erzählerfigur
5.4.4 Darstellung und Interpretation der historischen Figuren durch die Erzählerin
5.4.4.1 Miguel de Cruz-Aedo
5.4.4.2 Darstellung der Figur Sofias
5.4.5 Eine Selbstprojektion in die Geschichte?
5.4.6 Metafiktive Elemente: Reflexion über die Geschichte
5.5 Ergebnis
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung der Erzählerfigur im Neuen Historischen Roman anhand der Werke Santa Evita von Tomás Eloy Martínez und No me alcanzará la vida von Celia del Palacio. Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Erzählerfiguren das Verhältnis zur historischen Ebene und den Forschungsprozess widerspiegeln, um die Konstrukthaftigkeit von Geschichte innerhalb der postmodernen Literatur offenzulegen.
3 Die Erzählerfigur der Postmoderne
Wie in der Einleitung schon angedeutet wurde, erfährt neben dem Autor auch die Erzählerfigur eine Aufwertung im Neuen Historischen Roman. Wie im vorigen Kapitel deutlich wurde, steht im Fokus des Romans nicht mehr die Frage, was erzählt wird (die ‚Geschichte’), sondern die Diskursebene und die Frage, wie die ‚Geschichte’ präsentiert wird. Viele charakteristische Eigenschaften des Neuen Historischen Romans wie metafiktionale Überlegungen oder multiperspektivische Darstellungen kommen vor allem durch spezifische Erzählsituationen zum Ausdruck, die damit wesentlich zum innovativen Charakter dieser Gattung beitragen.
Um die Rolle des Erzählers im Neuen Historischen Roman genauer untersuchen zu können, ist es wichtig, zuvor deutlich zu machen, welche Rolle der Erzählerfigur in einem Erzähltext zukommt. Monika Fludernik identifiziert in Erzähltheorie. Eine Einführung vier Funktionen, die ein Erzähler im Text einnehmen kann: Zum einen präsentiert er die erzählte Welt, bleibt dabei aber meist verdeckt. Darüber hinaus kann er auch eine kommentierende oder erklärende Funktion haben.
Die Erzählerfigur kann außerdem die Rolle eines Philosophen einnehmen, der generelle Aussagen macht, die auf die erzählte Welt oder auch auf die extratextuelle Welt bezogen sein können. Als viertes nimmt der Erzähler auch eine vermittlungsbezogene Funktion ein: Durch die direkte Anrede des Lesers oder metafiktionale Überlegungen tritt er quasi in Kommunikation mit dem (impliziten) Leser. Während der Erzähler, der nur die erzählte Welt präsentiert, meistens nicht explizit als homodiegetischer Erzähler in dieser auftritt, steigt der Grad der Involviertheit und Partizipation mit den verschiedenen Funktionen. Damit nimmt auch die Bedeutung dieser Figur für die Interpretation eines Textes zu: Da das Geschehen durch ihn gefiltert wird und er die Interpretation des Textes durch Kommentare und Reflektionen lenkt, ist der Erzähler eine Schlüsselfigur für die Interpretation.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Geschichte als Konstrukt und die zentrale Bedeutung der Erzählerfigur in historischen Romanen.
2 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman: Theoretische Herleitung des postmodernen Geschichtsbildes und dessen Auswirkungen auf die lateinamerikanische Literatur.
3 Die Erzählerfigur der Postmoderne: Analyse der veränderten Rolle des Erzählers, insbesondere im Hinblick auf Autorisierung, Subjektivität und Metafiktion.
4 Santa Evita: Fallstudie zur Erzählerfigur des Journalisten-Autors, der versucht, den Mythos Evita zu dekonstruieren und dabei selbst in den Bann des Mythos gerät.
5 No me alcanzará la vida: Untersuchung der Erzählerin als Historikerin, die durch Briefe eine Verbindung zwischen ihrer eigenen Lebenswelt und der historischen Figur Cruz-Aedo herstellt.
6 Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Ergebnisse beider Fallstudien und Bestätigung der These, dass objektive historische Rekonstruktion in diesem Genre zugunsten subjektiver Identitätssuche entlarvt wird.
Neuer Historischer Roman, Postmoderne, Erzählerfigur, Historiographie, Metafiktion, Konstruktcharakter, Santa Evita, No me alcanzará la vida, Tomás Eloy Martínez, Celia del Palacio, Subjektivität, Geschichtsbewusstsein, Identitätssuche, historische Quelle, Diskurs.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Erzählerfiguren in ausgewählten Romanen der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur darstellen und welche Rolle sie bei der Vermittlung von Geschichte einnehmen.
Im Zentrum stehen das postmoderne Geschichtsverständnis, die Abgrenzung von offizieller Geschichtsschreibung zu fiktionaler Literatur sowie die Rolle der Erzählinstanz als Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Das Ziel ist es, die Aufwertung und die Funktion der Erzählerfigur im Neuen Historischen Roman zu ergründen und aufzuzeigen, wie diese als subjektive Instanz die vermeintliche Objektivität historischer Erzählungen unterläuft.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die erzähltheoretische Konzepte mit geschichtsphilosophischen Ansätzen der Postmoderne kombiniert.
Nach einer theoretischen Einführung in die Postmoderne erfolgt eine detaillierte Analyse der Romane Santa Evita und No me alcanzará la vida, wobei besonderes Augenmerk auf die Erzählstruktur, die Quellenarbeit und die Identifikation des Erzählers mit dem historischen Gegenstand gelegt wird.
Die wichtigsten Begriffe sind "Neuer Historischer Roman", "Metafiktion", "Konstruktcharakter", "Erzählerfigur" und "Subjektivität".
Obwohl Martínez versucht, als objektiver Journalist den Mythos Evita wissenschaftlich zu dekonstruieren, verliert er im Laufe seiner Arbeit selbst die Orientierung und wird durch seine subjektiven Recherchen tief in den Mythos hineingezogen.
Die Erzählerin verbindet die historische Ebene durch fiktive Briefe an ihren Bruder mit ihrer eigenen psychisch labilen Lebenssituation und projiziert ihr eigenes Alter Ego "Sofia" in die historische Handlung.
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