Masterarbeit, 2012
96 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Abgrenzung
2 Der Konzernbegriff und nichtsteuerliche Einflussfaktoren
3 Wesentliche steuerliche Einflussfaktoren im nationalen und multinationalen Konzern
3.1 Nationale (Teil-)Konzerne
3.1.1 Besteuerung von Ausschüttungen
3.1.2 Gruppenbesteuerung und Verlustverrechnung
3.2 Multinationale Konzerne
3.2.1 Grundsätze der internationalen Besteuerung
3.2.1.1 Quellenbesteuerung von Ausschüttungen
3.2.1.2 Systeme zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
3.2.2 Repatriierungsstrategien
3.2.2.1 Direkte Beteiligung
3.2.2.2 Indirekte Beteiligung
3.2.2.2.1 Umleitung von Einkünften
3.2.2.2.2 Umformung von Einkünften
3.2.2.2.3 Temporäre Abschirmung von Einkünften
4 Empirischer Teil
4.1 Ziele und Methodik der Analyse
4.1.1 Ziele
4.1.2 Beschreibung des zugrunde liegenden Datensatzes
4.1.3 Annahmen
4.1.4 Empirische Vorgehensweise
4.1.4.1 Identifikation der Beteiligungsketten
4.1.4.2 Aufteilung der Beteiligungsketten
4.1.4.3 Identifikation des Konzerns
4.1.4.4 Anfügen weiterer Daten an die Grunddateien
4.2 Empirische Hypothesenprüfung
4.2.1 Auswirkungen auf die Länge der Beteiligungsketten
4.2.1.1 Hypothese 1
4.2.1.2 Hypothese 4
4.2.2 Auswirkung auf die Anzahl an Konzernunternehmen – Hypothese 2
4.2.3 Auswirkung auf die Anzahl an Forschungsunternehmen – Hypothese 3
4.2.4 Auswirkungen auf die Art der Beteiligung
4.2.4.1 Hypothese 5
4.2.4.2 Hypothese 7
4.2.4.3 Hypothese 8
4.2.4.4 Hypothese 6
4.3 Allgemeine Diskussion der Resultate und Anschlussmöglichkeiten
5 Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist es, empirisch zu untersuchen, ob und in welchem Maße steuerliche Rahmenbedingungen die Strukturierung von nationalen und multinationalen Konzernen beeinflussen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie steuerliche Einflussfaktoren auf die vertikale Beteiligungstiefe und die horizontale Konzernstruktur wirken.
3.1.1 Besteuerung von Ausschüttungen
Die Ausschüttung von Dividenden erfolgt aus dem versteuerten Einkommen der Kapitalgesellschaft. Die Muttergesellschaft der ausschüttenden Gesellschaft vereinnahmt die Dividenden i.d.R. als Kapitaleinkünfte und versteuert diese zusammen mit dem restlichen Einkommen. Ohne Freistellung der Dividendeneinkünfte kommt es somit zur wirtschaftlichen Doppelbesteuerung. Diese ist charakterisiert durch die doppelte Besteuerung desselben Vorgangs oder desselben Ergebnisses in demselben Besteuerungszeitraum in einem oder mehreren Staaten mit einer vergleichbaren Steuer. Eine Unterscheidung von wirtschaftlicher und juristischer Doppelbesteuerung im Konzern ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll. Die Art der Doppelbesteuerung ist nicht ausschlaggebend für die daraus resultierende Gesamtsteuerbelastung.
In den nationalen Steuergesetzen zahlreicher Länder ist ein sog. Schachtelprivileg für Dividendenausschüttungen zwischen einzelnen Konzerngesellschaften verankert. Je nach Staat werden die Dividenden bei der empfangenden Konzerngesellschaft ganz (z.B. Island), teilweise (z.B. Norwegen) oder, wenn ein solches Schachtelprivileg nicht vorhanden oder nicht einschlägig ist, gar nicht von der Besteuerung freigestellt (z.B. Moldawien). Der von der Tochter erwirtschaftete Nachsteuergewinn, der bei vollständiger Ausschüttung bei der Muttergesellschaft letztendlich resultiert, kann durch folgende, vereinfachte Formel veranschaulicht werden:
GnSt = (1 - na * sk)^m * (1 - sk) * GvSt
Es zeigt sich, dass der Nachsteuergewinn GnSt abhängig vom Vorsteuergewinn GvSt umso geringer ist, je höher der inländische Steuersatz sk ist, je höher der nicht steuerfreie Anteil der Dividendeneinkünfte na ist und über je mehr Kapitalgesellschaften m hinweg die Ausschüttung erfolgt. Rein nationale Konzerne können diesem potentiellen Kaskadeneffekt nur entgegenwirken, indem die Länge der Beteiligungskette reduziert, die Ausschüttungspolitik entsprechend angepasst oder eine ggf. vorhandene Gruppenbesteuerungsregelung ähnlich der körperschaftsteuerlichen Organschaft in Deutschland genutzt wird. Dementsprechend lässt sich folgende Hypothese über die Auswirkung der Dividendenbesteuerung auf die Konzernstruktur ableiten:
1 Einleitung und Abgrenzung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der steuerlich getriebenen Strukturierung von nationalen und internationalen Konzernen und grenzt den Untersuchungsgegenstand ab.
2 Der Konzernbegriff und nichtsteuerliche Einflussfaktoren: In diesem Kapitel werden grundlegende Konzernarten erläutert und nicht-steuerliche Faktoren wie Länderrisiko, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und geographische Distanz analysiert.
3 Wesentliche steuerliche Einflussfaktoren im nationalen und multinationalen Konzern: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Grundlagen für steuerliche Einflussfaktoren wie Dividendenbesteuerung, Verlustverrechnung und Repatriierungsstrategien und leitet Hypothesen ab.
4 Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt die Datengrundlage, die methodische Vorgehensweise bei der Identifikation von Beteiligungsketten und Konzernstrukturen sowie die statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse der empirischen Analyse und diskutiert Implikationen für die steuerliche Konzernplanung sowie Ansätze für zukünftige Forschung.
Konzernsteuerplanung, Doppelbesteuerung, Beteiligungsketten, Repatriierungsstrategien, Gruppenbesteuerung, Verlustverrechnung, Kaskadeneffekt, Steueroptimierung, Schachtelprivileg, Mutter-Tochter-Richtlinie, Konzernstruktur, Empirische Analyse, AMADEUS, Steuersatz, Unternehmensstruktur.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von nationalen und internationalen steuerlichen Rahmenbedingungen auf die tatsächliche Strukturierung von Konzernen.
Die Arbeit fokussiert sich auf Konzernsteuerplanung, Methoden zur Vermeidung von Doppelbesteuerung, Repatriierungsstrategien für Gewinne sowie die empirische Analyse von Beteiligungsketten.
Das primäre Ziel ist der Nachweis, ob theoretisch vermutete steuerliche Auswirkungen auf Konzernstrukturen anhand von Unternehmensdaten empirisch bestätigt werden können.
Es wird eine empirische Paneldatenanalyse durchgeführt, bei der verschiedene Regressionsmodelle (OLS, Logit) angewendet werden, um den Einfluss diverser Steuerparameter auf die Konzernstruktur zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung steuerlicher Faktoren (wie Kaskadeneffekte oder Verlustverrechnungsregeln) und einen umfangreichen empirischen Teil zur Hypothesenprüfung mittels Daten aus der AMADEUS-Datenbank.
Wichtige Begriffe sind Konzernsteuerplanung, Beteiligungsketten, Repatriierungsstrategien, Doppelbesteuerung, Gruppenbesteuerung und empirische Steuerforschung.
Die Richtlinie reduziert Quellensteuern innerhalb der EU, was die empirische Identifikation steuerlich getriebener Konzernstrukturen erschweren kann, da andere steuerliche Faktoren dominanter werden könnten.
Die Unterscheidung ist zentral, da die Wahl zwischen einer direkten oder einer über Zwischenholdings geführten indirekten Beteiligung wesentliche Auswirkungen auf die Gesamtsteuerbelastung (Repatriierungsstrategie) hat.
Die Möglichkeit der Verlustverrechnung innerhalb eines Konzerns fördert die strukturelle Integration, da sie den Verlustausgleich zwischen Gesellschaften ermöglicht und so steuerliche Vorteile gegenüber einer isolierten Einzelbetrachtung bietet.
Die Datengrundlage ist primär auf europäische Daten beschränkt, enthält nur begrenzte spezifische Steuerdaten und erfordert aufgrund fehlender Paneldaten in manchen Jahren fiktive Datenannahmen, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränken kann.
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