Examensarbeit, 2008
95 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung:
1.1 Franz Schuberts Umgang mit dem Erbe Ludwig van Beethovens
1.2 Entwicklung der Aufgabenstellung
1.3 Darstellung und Erläuterung der Vorgehensweise
2 Ludwig van Beethoven
2.1 Biographie
2.2 Zur Persönlichkeit und Ästhetik
3 Franz Schubert
3.1 Biographie
3.2 Zu Persönlichkeit und Ästhetik
3.2.1 Der liebenswerte „Liederfürst“?
3.2.2 Franz Schuberts komplizierte Künstlernatur
3.3.3 Persönlichkeit und Ästhetik im Kontext des Idealismus der Zeit
4 Schuberts Traum und Beethovens Heiligenstädter Testament
5 Franz Schuberts Vierte Sinfonie c-Moll (D 417)
5.1 Der Kopfsatz
5.1.1 Die großformale Anlage
5.1.2 Die langsame Einleitung
5.1.3 Hauptthema und Fortführung
Exkurs: Zur Problematik der Themenformulierung in der Vierten Sinfonie Franz Schuberts
5.1.4 Seitensatz und Schlussgruppe
5.1.5 Die Durchführung
5.1.6 Reprise und Coda
5.1.7 Zusammenfassung:
6 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und zwiespältige Verhältnis Franz Schuberts zu Ludwig van Beethoven, geprägt von tiefer Bewunderung sowie einer traumatischen empfundenen Unterlegenheit. Im Zentrum der Analyse steht Schuberts Vierte Sinfonie (D 417), an der der Autor die ästhetischen Reibungspunkte sowie das Scheitern bei dem Versuch aufzeigt, Beethovens motivisch-thematische Arbeitsweise in sein eigenes, von einer anderen Ästhetik geprägtes Schaffen zu integrieren.
Der Anfang der Klaviersonate d-moll op. 31, 2 (Der Sturm)
Der Anfang der Klaviersonate d-moll op. 31, 2 (Der Sturm) [schafft] mit dem Übergang des aus dem A-Dur-Sextakkord wie aus einem Urnebel aufsteigendem Largo zum rhythmisch-melodisch scharf konturierten, atemlosen Allegro auf engstem Raum eine kaum auszuhaltende, aber eben auch kaum in Worte zu fassende Spannung:
1 Einleitung: Stellt das zwiespältige Verhältnis Schuberts zu Beethoven vor und entwickelt die Forschungsfrage anhand des „Bizarrerie“-Zitats.
2 Ludwig van Beethoven: Bietet einen biographischen Abriss sowie eine Zusammenfassung seiner Ästhetik als „Kämpfer“ und „Gestalter“.
3 Franz Schubert: Beleuchtet Schuberts Leben, sein kompliziertes Künstlertum und die Rolle des Schmerzes sowie des „Weltschmerzes“ in seinem Werk.
4 Schuberts Traum und Beethovens Heiligenstädter Testament: Vergleicht diese beiden Dokumente, um die tiefen psychologischen Wurzeln von Schuberts Auseinandersetzung mit Beethoven freizulegen.
5 Franz Schuberts Vierte Sinfonie c-Moll (D 417): Analysiert das Werk als Paradebeispiel für Schuberts Ringen mit Beethovens Erbe und seine eigene, davon abweichende ästhetische Formsprache.
6 Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Schubert trotz der starken Orientierung an Beethoven in letzter Konsequenz seinem eigenen Weg treu blieb.
Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Vierte Sinfonie, Musikästhetik, Bizarrerie, Motivisch-thematische Arbeit, Sonatenform, Heiligenstädter Testament, Mein Traum, Wanderer-Motiv, Identitätskrise, Musikpsychologie, Wiener Klassik, Romantik, Traumata.
Die Hausarbeit untersucht die intensive, ambivalente Auseinandersetzung Franz Schuberts mit dem Werk und der Persönlichkeit Ludwig van Beethovens.
Die Arbeit verknüpft biographische Aspekte mit musiktheoretischen Analysen, insbesondere den Unterschieden in der ästhetischen Auffassung und der formalen Kompositionsweise.
Das Ziel ist es, das „Bizarrerie“-Zitat von Schubert zu deuten und zu erklären, warum seine Versuche, im Sinne Beethovens zu komponieren, bei der Vierten Sinfonie zu einer ästhetischen Zerrissenheit führten.
Der Autor stützt sich neben musikwissenschaftlichen Analysen stark auf psychologische und psychoanalytische Ansätze, um die „Künstlernatur“ und die Motivation hinter Schuberts Schaffensprozessen zu ergründen.
Nach einer biographischen und ästhetischen Einleitung beider Komponisten erfolgt eine detaillierte Analyse der Vierten Sinfonie, wobei besonders der Kopfsatz mit Beethovens Fünfter Sinfonie verglichen wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Auseinandersetzung“, „Identitätskrise“, „Ästhetik“, „Sinfonie“ und „psychologische Traumabewältigung“ geprägt.
Sie gilt als das Paradebeispiel für Schuberts direkten Versuch, sich mit Beethoven zu messen, und zeigt besonders deutlich die Diskrepanz zwischen Beethovens „zielgerichteter“ Form und Schuberts „episodenhaftem“ Ansatz.
Es dient als individualpsychologischer Schlüssel, der Schuberts schwieriges Verhältnis zum Vater und zur Mutter sowie seine Identifikationsversuche mit Vorbildern wie Beethoven in einen Zusammenhang bringt.
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