Diplomarbeit, 2012
90 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der Retailmarkt für strukturierte Kapitalmarktprodukte im Überblick
3. Die klassische Kapitalmarkttheorie im Erklärungsnotstand
3.1 Abschied vom Homo Oeconomicus – Die Behavioral Finance
3.2 Informationsverarbeitung und Heuristiken
3.2.1 Heuristiken zur Komplexitätsreduktion
3.2.2 Heuristiken zur Urteilsfindung
3.3 Weitere Phänomene
3.4 Vom Homo Oeconomicus zum Homo Emotionicus – Aktuelle Forschung
3.5 Der Blick ins Anlegerhirn – Die Neurofinance
3.5.1 Das Bedürfnis nach „Mehr“ – Die Gier
3.5.2 „Was Warren Buffet kann, kann ich schon lange“ – Das Selbstvertrauen
3.5.3 Angst – Ein schlechter Anlageberater
4. Existierende Untersuchungen und Ansätze bzgl. des Käuferverhaltens
4.1 Limbischer Ansatz bei dem Käuferverhalten
4.2 Existierende Untersuchungen zu dem Käuferverhalten
5. Empirische Untersuchung
5.1 Vorgehensweise der Untersuchung
5.2 Die Hypothesen
5.3 Auswertung und Analyse der Umfrage in Frankfurt am Main vom 02.03.12
5.4 Auswertung und Analyse der Umfragen in Boppard vom 12.04.12 sowie in Bad Kreuznach vom 24.04.12
5.5 Ergebniszusammenfassung der durchgeführten Umfragen
6. Anforderung an das Vertriebsmanagement / Handlungsempfehlung
6.1 Die Beratung – Die Zukunft der Banken
6.2 Der Vertriebsmitarbeiter – Der lebendige, emotionale Mehrwert des Kunden
6.3 Die Produktpalette – Das Warenregal des Finanzdienstleistungssektors
6.4 Die Führungsebene – Die Dienstleister der Vertriebsmitarbeiter
6.5 Marketing – Die Schwester des Vertriebs
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Anlegerverhalten bei strukturierten Anlageprodukten unter Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Behavioral Finance und Neurofinance, um konkrete Anforderungen und Handlungsempfehlungen für ein effizientes Vertriebsmanagement in Banken abzuleiten.
3.5.1 Das Bedürfnis nach „Mehr“ – Die Gier
Das rücksichtslose und unersättliche Streben nach Gewinnmaximierung brachte bereits André Kostolany auf den Punkt: „Wenn`s um Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: Mehr.“ Die Gier ergibt sich aus einer Überfunktion des Belohnungssystems im Gehirn. Dies spornt zu Leistungen an und ermöglicht die Freude über Gewinne. Die Hirnforschung konnte herausfinden, dass das Gehirn den Menschen bereits für seine Prognosen belohnt. Getreu dem Motto „Vorfreude ist die größte Freude“, werden bei der Erwartung auf Gewinn mehr Glückshormone (Dopamin) ausgeschüttet, als bei tatsächlichem Eintritt. Bewahrheitet sich die Gewinnprognose, lässt die Freude nach, es ist keine Überraschung, sondern lediglich die ohnehin vermutete Bestätigung der eigenen Erwartung. Die Aufmerksamkeit der undankbaren Dopamin-Neuronen richtet sich bereits auf den entgangenen Gewinn. Der Mensch bedauert nicht noch mehr Kapital investiert zu haben. Diese Emotion der „Reue“ ist oftmals auf dem Kapitalmarktgeschehen wieder zu finden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg und die nachfolgende Stagnation des Marktes für strukturierte Anlageprodukte im Kontext der Finanzmarktkrise und kritisiert die klassische Kapitalmarkttheorie.
2. Der Retailmarkt für strukturierte Kapitalmarktprodukte im Überblick: Dieses Kapitel gibt einen statistischen Überblick über die Entwicklung und die verschiedenen Kategorien strukturierter Anlageprodukte sowie deren Marktvolumen.
3. Die klassische Kapitalmarkttheorie im Erklärungsnotstand: Das Kapitel hinterfragt die Annahme des rationalen Anlegers (Homo Oeconomicus) und führt die Behavioral Finance und Neurofinance als notwendige Erweiterungen ein.
4. Existierende Untersuchungen und Ansätze bzgl. des Käuferverhaltens: Hier werden Modelle wie der limbische Ansatz zur Typologisierung von Bankkunden sowie aktuelle empirische Studien zum Anlegerverhalten vorgestellt.
5. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Methodik und Ergebnisse der eigenen Befragungen zur Akzeptanz und zum Kaufverhalten von Zertifikaten bei verschiedenen Zielgruppen.
6. Anforderung an das Vertriebsmanagement / Handlungsempfehlung: Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden Strategien für Beratung, Personalführung, Produktangebot und Marketing zur Rückgewinnung des Anlegervertrauens entwickelt.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer emotionalen, kundenorientierten Vertriebskultur für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Banken.
Strukturierte Anlageprodukte, Zertifikate, Behavioral Finance, Neurofinance, Anlegerverhalten, Vertriebsmanagement, Bankberatung, Kundenloyalität, Finanzmarktkrise, limbischer Ansatz, Selbstentscheider, Geldanlage, Risikowahrnehmung, Kundenzufriedenheit, Produkttransparenz.
Die Arbeit analysiert, warum strukturierte Anlageprodukte trotz ihrer Komplexität und der Finanzkrise erfolgreich vertrieben werden können und wie Banken ihr Vertriebsmanagement an die tatsächlichen psychologischen Bedürfnisse der Anleger anpassen müssen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Behavioral Finance, der Neuroökonomie, der Kundenpsychologie (limbischer Ansatz) und der empirischen Marktforschung bei Bankkunden.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Akzeptanz von Anlagezertifikaten gesteigert und der Vertriebserfolg durch ein verbessertes Verständnis für menschliches Entscheidungsverhalten nachhaltig gesichert werden kann.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Literaturanalyse bestehender verhaltensökonomischer Ansätze mit einer eigenen empirischen Studie, die durch Befragungen von Messebesuchern und Kundenveranstaltungen durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Behavioral Finance/Neurofinance), die Analyse des Käuferverhaltens mittels limbischer Typologie sowie die detaillierte Auswertung der selbst durchgeführten empirischen Befragungen.
Wichtige Begriffe sind Strukturierte Produkte, Neurofinance, Anlegerpsychologie, Beratungsqualität und Vertriebskultur.
Die Neurofinance zeigt auf, dass Entscheidungen nicht rein analytisch-rational getroffen werden, sondern dass der "Homo Emotionicus" durch Emotionen wie Gier, Angst und Verlustvermeidung gesteuert wird, was bei der Beratung berücksichtigt werden muss.
Die Befragung verdeutlicht, dass Vertrauen zur Hausbank ein entscheidender Faktor ist, aber Kunden eine kompetentere und transparentere Aufklärung über die Chancen und Risiken der Produkte fordern.
Die Autoren empfehlen, diese wachsende Kundengruppe nicht zu vernachlässigen, sondern durch spezialisierte Online-Tools, klare Informationsangebote und ein differenziertes Research-Portfolio gezielt anzusprechen.
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