Diplomarbeit, 2009
130 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Betrachtung erlebnisorientierter, nachhaltiger Bildung
2.1 Nachhaltigkeit und reflektierter Lebensstil
2.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung
2.3 Erlebnispädagogik, Naturpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung
2.4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung
3 Klettern als möglicher Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.1 Klettern im Allgemeinen
3.2 Klettern als Natursport
3.3 Klettern und die Beziehung zum Naturschutz
3.4 Risiko und Sicherheit beim Klettern
3.5 Betrachtung des Kletterns als Möglichkeit für eine erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.5.1 Merkmale einer erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung beim Klettern
3.5.2 Förderung der Gestaltungskompetenz beim Klettern
3.6 Methodische Überlegungen und theoretisches Zwischenfazit
4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung in Form von Felskletterangeboten
4.1 Aktuelle Angebote und Konzeptionen in Deutschland
4.1.1 Freizeitbereich
4.1.2 Outdoor-Trainings
4.1.3 Weiterbildung
4.2 Best-Practice-Beispiele
4.2.1 Schulsport von Kindern und Jugendlichen
4.2.2 Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen
4.2.3 Felskletterangebote in anderen Ländern
5 Erhebung von Expertenmeinungen
5.1 Forschungsfragen der empirischen Untersuchung
5.2 Methode und Rahmenbedingungen der Befragung
5.3 Vorstellung der beteiligten Experten
5.4 Datenerhebung
5.5 Datenanalyse und Ergebnisse der empirischen Untersuchung
5.5.1 Förderung der Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz beim Felsklettern
5.5.2 Weitere Aspekte des Felskletterns in Bezug zur Förderung der Gestaltungskompetenz
5.5.3 Transfer erworbener Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz in den Alltag
5.5.4 Felsklettern im Erwachsenenbereich als Beitrag zu einem reflektierten Lebensstil
5.5.5 Bedingungen für Felskletterangebote mit Bezug zur BNE
5.6 Zusammenfassung der empirischen Befunde und Beantwortung der Forschungsfragen
5.7 Kritische Diskussion des methodischen Vorgehens
6 Schlussfolgerungen: Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote im Sinne der erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung
6.1 Gesellschaftliche Einflussfaktoren auf die Handlungsempfehlungen
6.2 Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote
7 Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob Felsklettern im Erwachsenenbereich einen substanziellen Beitrag zu einer erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leisten kann und ob es Individuen dabei unterstützt, einen reflektierten Lebensstil zu entwickeln. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit durch Felskletteraktivitäten die Gestaltungskompetenz gefördert und in den Alltag transferiert werden kann.
3.3 Klettern und die Beziehung zum Naturschutz
Zwischen Kletterern und Naturschützer existiert ein Spannungsverhältnis, da die Sportart in der Natur ausgeübt wird (vgl. Alber 2009, S. 1). Auf den ersten Blick scheint es so, als wäre es eine schier unlösbare Aufgabe „Natursport und Naturschutz miteinander zu vereinbaren“ (Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Doch das Klettern bietet eine pädagogische Herausforderung und Chance, denn „nur wer den Wert der Natur am eigenen Leibe erfährt, nur wer sie schätzt, schützt sie auch. Nirgendwo kann die ökologische Problematik deutlicher vor Augen geführt, nirgendwo können die ökologisch-praktischen Fertigkeiten besser eingeübt werden“ (Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Nach der Meinung von Heckmair und Michl (2012) kann Naturfremdheit zu Naturnähe werden und Interesse für Natur kann durch sorgsame und umsichtige Nutzung zu Naturschutz werden. Die Kletterer können lernen, Verantwortung für sich selbst, für die anderen und für ihre Umwelt zu übernehmen (vgl. Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Zwar existiert kaum eine Studie die bestätigt, dass ökologisches Wissen auch ökologisches Handeln auslöst, dennoch ist es nach Ansicht von Schmidt (2009) wahrscheinlich, dass hohes konkretes Wissen über die Umwelt und eine ökologische Einstellung zu ökologischem Handeln führen kann (vgl. Schmidt 2009, S. 37f.). Da die meisten Kletterer sich spontan an der Schönheit der Natur erfreuen, sollte es Aufgabe aller Organisationen des Klettersports sein, diese Wahrnehmung zu einem differenzierten Umweltbewusstsein weiterzuentwickeln (vgl. DAV 2011, S. 16f.).
Die Naturschützer kritisieren, dass der Mensch immer Spuren in der Natur hinterlässt und fordern aufgrund dessen den Rückzug aus der Natur. Alber (2009) findet in vielen Bereichen schädigende Aktivitäten. Dazu können die Anfahrt zum Klettergebiet mit dem PKW, das anschließende Parken und auch das Begehen des Weges zum Fels gehören. Das Umfeld des Felsfußes kann durch abgelegtes Gepäck, durch die Bewegung während des Sicherns, durch Ausscheidung von Exkrementen und durch zelten oder biwakieren geschädigt werden. Gelegentlich wird Feuerholz für ein Lagerfeuer gesammelt oder Müll liegengelassen. Durch die Benutzung von Magnesia, das Anbringen von Haken oder durch polierte Abriebstellen am Fels kommt es zu optischen Beeinträchtigungen. Während des Kletterns wird sich zwischen den Kletterpartnern durch Zurufen von Seilkommandos verständigt, wodurch Lärm entsteht.
1 Einleitung: Die Arbeit stellt das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor und definiert das Ziel, den Beitrag des Felskletterns zur Förderung eines reflektierten Lebensstils zu untersuchen.
2 Betrachtung erlebnisorientierter, nachhaltiger Bildung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, BNE und erlebnispädagogischer Ansätze dargelegt und deren Merkmale identifiziert.
3 Klettern als möglicher Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung: Das Kapitel analysiert das Felsklettern unter Aspekten des Natursports, Naturschutzes und der Sicherheit und prüft dessen Eignung als erlebnisorientierte BNE-Maßnahme.
4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung in Form von Felskletterangeboten: Diese Sektion untersucht bestehende Angebote und Konzepte in Deutschland und stellt Best-Practice-Beispiele vor.
5 Erhebung von Expertenmeinungen: Die Ergebnisse der qualitativen Expertenbefragung zur Förderung und zum Transfer von Gestaltungskompetenzen werden ausgewertet und kritisch reflektiert.
6 Schlussfolgerungen: Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote im Sinne der erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden konkrete Empfehlungen für die Gestaltung zukunftsorientierter Kletterangebote abgeleitet.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit werden resümiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschung und praktische Implementierungen gegeben.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Felsklettern, Erlebnispädagogik, Gestaltungskompetenz, Natursport, Naturschutz, reflektierter Lebensstil, Expertenbefragung, Nachhaltigkeit, Transfer, Outdoor-Training, Umweltbewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung, Handlungsfähigkeit, Kletterangebote
Die Arbeit untersucht, ob und wie Felsklettern im Erwachsenenbereich als erlebnisorientierte Bildungsmaßnahme dazu beitragen kann, eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu fördern und bei Teilnehmenden einen reflektierten, nachhaltigen Lebensstil anzustoßen.
Die zentralen Felder sind die erlebnispädagogische Theorie, das Konzept der Gestaltungskompetenz im Sinne der BNE sowie die sportwissenschaftliche und ökologische Auseinandersetzung mit dem Sportklettern am Fels.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz beim Felsklettern erworben werden können, wie diese in den Alltag transferierbar sind und welche Bedingungen an moderne, BNE-orientierte Kletterangebote gestellt werden müssen.
Die Autorin führte eine schriftliche Expertenbefragung durch, bei der sowohl offene als auch geschlossene Fragen zur Förderung von Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz durch Felsklettern erhoben und analysiert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der Analyse aktueller Felskletterangebote in Deutschland, der Darstellung und Auswertung einer empirischen Expertenstudie sowie der Formulierung von Handlungsempfehlungen zur Integration von BNE-Aspekten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Bildung für nachhaltige Entwicklung", "Gestaltungskompetenz", "Felsklettern", "Erlebnispädagogik" und "Transfer in den Alltag" charakterisieren.
Die Gestaltungskompetenz nach de Haan ist der Maßstab der Arbeit; sie beschreibt die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und aktiv an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen teilzuhaben, was durch reflektierte Klettersettings gezielt gefördert werden soll.
Diese Differenzierung erlaubt es, zwischen den Anforderungen von Institutionen (wie dem DAV), die oft mit strukturellen und Naturschutz-Vorgaben arbeiten, und der individuellen Erfahrungswelt von Freizeitsportlern zu unterscheiden, um so ganzheitliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

