Examensarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 1,0 (sehr gut)
Vorwort
Einleitung
1 Einordnung des Themas in die Grundschulpädagogik
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Etymologie
2.2 Definitionen von Gewalt
2.3 Aggression
2.3.1 Begriffsklärung
2.3.2 Entstehungstheorien
2.3.3 Ziele und Folgen kindlicher Aggressivität
2.4 Zur Übereinstimmung bzw. Unterscheidung von Aggression und Gewalt
3 Erscheinungsformen von Gewalt
3.1 Betroffene Gruppen innerhalb des Schulsystems
3.2 Formen der Gewalt
3.2.1 Personale Gewalt
3.2.1.1 Physische Gewalt
3.2.1.2 Psychische Gewalt
3.2.2 Strukturelle Gewalt
3.2.3 Gewaltphänomene an Grundschulen
4 Empirische Befunde
4.1 Erträge der jüngeren Forschung
4.1.1 Formen und Häufigkeiten der Gewaltanwendung
4.1.2 Unterschiede hinsichtlich verschiedener Bezugsfelder
4.1.2.1 Schulform
4.1.2.2 Alter
4.1.2.3 Geschlecht
4.1.2.4 Region und Schulgröße
4.1.2.5 Interventionen bei Gewaltkonflikten
4.1.2.6 Zusammenfassung
4.1.3 Beziehungen zwischen Opfer- und Tätersein
4.1.3.1 Unterscheidung zweier informeller Kulturen
4.1.3.2 Was charakterisiert einen typischen Gewalttäter?
4.1.3.3 Was charakterisiert ein typisches Gewaltopfer?
4.2 Hat die Gewalt an Schulen im Zeitverlauf zugenommen?
4.2.1 Probleme bei der Erhebung anlässlich dieser Fragestellung
4.2.2 Das durch die Medien suggerierte Bild
4.2.3 Ausgewählte exemplarische Untersuchungen
4.3 Schwierigkeiten hinsichtlich der Übertragbarkeit auf Grundschulen
5 Gewalt in der Schule - importiert oder selbstproduziert? Eine Annäherung an die Ursachen von Gewalt
5.1 Wird Gewalt in die Schule hineingetragen?
5.1.1Familienverhältnisse
5.1.2 Gleichaltrigenbeziehungen
5.1.3 Konsum und Umgang mit den Medien
5.2 Wird Gewalt durch die Schule gefördert?
5.2.1 Schulform und Schulgröße
5.2.2 Lernkultur
5.2.3 Sozialklima
5.2.4 Schulorganisatorische Bedingungen
5.3 Bewertung
6 Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte
6.1 Aspekte einer gewaltmindernden Pädagogik
6.1.1 Präventive Maßnahmen im schulischen Bereich
6.1.1.1 Bestandsaufnahme
6.1.1.2 Einführung von Regeln und Grenzensetzung
6.1.1.3 Entwicklung der Lernkultur
6.1.1.4 Entwicklung des Sozialklimas
6.1.1.5 Medienerziehung gegen Mediengewalt
6.1.1.6 Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen
6.1.1.7 Vermeidung von Etikettierungen bei schwierigen Schülern
6.1.1.8 Kooperation mit der Jugend- bzw. Familienhilfe
6.1.1.9 Weitere präventive Maßnahmen
6.1.1.10 Präventive Maßnahmen im außerschulischen Bereich
6.1.2 Intervention
6.1.3 Konfliktbewältigung
6.1.3.1 Allgemeine Grundlagen
6.1.3.2 Konfliktmanagement durch Mediation
6.1.3.3 Lernspiele zur Konfliktlösung und Streitschlichtung
6.2 Ausgewählte Programme gegen Gewalt an Schulen
6.2.1 Auswahlkriterien
6.2.2 Programme für Schüler am Beispiel von PETERMANN
6.2.2.1 Zielsetzung
6.2.2.2 Grundkonzeption
6.2.2.3 Ablauf einer Trainingssitzung
6.2.3 Programme für Lehrer am Beispiel des KTM von TENNSTÄDT
6.2.3.1 Zielsetzung
6.2.3.2 Grundkonzeption
6.2.3.3 Ausgewählte Programmelemente
6.2.4 Schulumfassende Maßnahmen nach OLWEUS
6.2.4.1 Zielsetzung und Grundprinzipien
6.2.4.2 Wesentliche Erkenntnisse
6.2.4.3 Konkrete Vorstellung des Interventionsprogramms
6.2.4.4 Bewertung des vorgestellten Interventionsprogramms
6.3 Abschließende Bemerkung
Nachwort
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt an Grundschulen, mit dem Ziel, Bestandsaufnahmen vorzunehmen und praktische Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte aufzuzeigen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Gewalt importiert oder durch schulische Bedingungen gefördert wird und wie eine gewaltmindernde Pädagogik erfolgreich im Schulalltag implementiert werden kann.
3.2.1.1 Physische Gewalt
Die physische Gewalt oder unmittelbare Gewalt umfasst Schädigungen und Verletzungen von Personen durch körperliche Kraft und Stärke und von Gegenständen. Im ersten Fall spricht man von Gewalttätigkeiten, im zweiten von Vandalismus. Die Bestimmung eines solchen Verhaltens ist relativ einfach, da sie auf beobachtbarem Verhalten, d.h. offenen Angriffen gegenüber dem Opfer basiert.
Gewalttätigkeiten beziehen sich überwiegend auf bewusst herbeigeführte Körperverletzungen sowie sonstige auf den Körper des Opfers gerichtete Einwirkungen, auch wenn diese nicht den Grad einer Verletzung erreichen. Die körperliche Gewalt spielt sich vornehmlich zwischen den Schülern ab, auch wenn vereinzelt über körperliche Gewalt von Schülern gegen Lehrer berichtet wird.
Vandalismen im Kontext der Grundschule werden als Handlungen angesehen, die sich in schädigender Weise gegen Schulinventar und Eigentum von Mitschülern bzw. Lehrer richten.
1 Einordnung des Themas in die Grundschulpädagogik: Dieses Kapitel verankert das Thema Gewalt im erzieherischen Auftrag der Grundschule und betont die Wichtigkeit sozialer Kompetenzen für ein friedliches Miteinander.
2 Begriffsbestimmungen: Hier werden Gewalt und Aggression etymologisch und inhaltlich definiert, um eine klare wissenschaftliche Basis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3 Erscheinungsformen von Gewalt: Dieses Kapitel differenziert zwischen personaler (physischer/psychischer) und struktureller Gewalt und benennt konkrete Gewaltphänomene im Grundschulkontext.
4 Empirische Befunde: Die Arbeit gibt einen Überblick über aktuelle Forschungen zur Gewalthäufigkeit, beleuchtet die Täter-Opfer-Problematik und hinterfragt, ob Gewalt tatsächlich zugenommen hat.
5 Gewalt in der Schule - importiert oder selbstproduziert? Eine Annäherung an die Ursachen von Gewalt: Hier wird untersucht, inwieweit familiäre Hintergründe, Medienkonsum oder das Schulklima selbst als Ursachen für Gewalttendenzen wirken.
6 Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Das Kernstück der Arbeit stellt präventive Maßnahmen, Interventionsstrategien und konkrete Programme zur Konfliktbewältigung vor, die Lehrkräfte in der Grundschule unterstützen.
Gewalt an Schulen, Grundschulpädagogik, Aggression, Gewaltprävention, Konfliktbewältigung, Soziales Lernen, Schulklima, Interventionsprogramme, Mobbing, Erziehung, Lehrkraft, Elternarbeit, Schülerverhalten, Physische Gewalt, Psychische Gewalt.
Die Arbeit behandelt das Thema Gewalt an Grundschulen durch eine Bestandsaufnahme und die Suche nach wirksamen Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
Neben theoretischen Begriffsklärungen und der Analyse von Erscheinungsformen stehen die Ursachenforschung und praxisorientierte Präventions- sowie Interventionsstrategien im Zentrum.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein besseres Verständnis und gezielte Maßnahmen das Schulklima verändern und Gewaltspiralen in der Grundschule unterbrechen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und wissenschaftlicher Konzepte, um daraus Handlungsleitlinien für die pädagogische Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (importierte vs. hausgemachte Gewalt) und einen detaillierten Abschnitt zu Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, inklusive spezifischer Programme wie dem KTM oder dem OLWEUS-Programm.
Kernbegriffe sind Gewaltprävention, soziales Lernen, Lehrerkompetenz, Konfliktmanagement und die enge Kooperation zwischen Schule und Elternhaus.
Die Arbeit stellt diese Programme exemplarisch vor, um Lehrkräften erprobte Methoden zur Hand zu geben, mit denen sie spezifisch auf Schüler, Lehrkräfte oder die gesamte Schulebene einwirken können.
Da viele Gewalttendenzen außerhalb der Schule entstehen, unterstreicht die Autorin, dass eine nachhaltige Gewaltbekämpfung nur durch eine gelungene Kooperation zwischen Eltern und Lehrkräften erfolgreich sein kann.
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