Masterarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2 Die Bedeutung von Korruption für Wirtschaftsunternehmen
2.1 Begriffsbestimmung von Korruption
2.2 Ursachen und Voraussetzungen für das Auftreten von Korruption
2.3 Erscheinungsformen von Korruption und korruptes Verhalten
2.4 Ökonomische Konsequenzen für Unternehmen
3 Der Grundsatz des Korruptionscontrollings
3.1 Die koordinationsorientierte Controlling-Konzeption
3.2 Die Problematik der Verhaltensinterdependenzen
3.2.1 Koordinationsbedarf aufgrund von Verhaltensinterdependenzen
3.2.2 Informationsasymmetrie als Grundlage von Korruption
3.3 Begriff, Aufgabenstellung und Ziele des Korruptionscontrollings
4 Compliance als Basis des Korruptionscontrollings
4.1 Kennzeichnung von Corporate Governance und Compliance
4.2 Die Gestaltung der Compliance zur wirksamen Korruptionsprävention
4.3 Einbindung des Controllings in die Compliance
5 Instrumente des Korruptionscontrollings
5.1 Früherkennungssysteme für Korruptionsrisiken
5.1.1 Schaffung von Transparenz
5.1.2 Implementierung eines Risikofrühwarnsystems
5.1.3 Kennzahlen und Indikatoren
5.2 Steuerung der Aufbau- und Ablauforganisation
5.2.1 Internes Kontrollsystem
5.2.2 Gestaltung eines Whistleblowing-Systems
5.3 Verhaltenssteuerung der Mitarbeiter
5.3.1 Performanceorientierte Vergütung
5.3.2 Fortbildung, Aufklärung und Sanktionen
5.3.3 Jobrotation in sensiblen Bereichen
5.3.4 Unternehmenskultur und Identifizierungspolitik
5.4 Überwachung der Korruptionscontrolling-Aktivitäten
5.5 Aspekte der Implementierung eines Korruptionscontrollings
6 Fazit und Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, inwieweit das Controlling durch spezifische Instrumente und koordinative Funktionen wirksam zur Korruptionsbekämpfung in Wirtschaftsunternehmen beitragen kann, indem es Verhaltensinterdependenzen adressiert und Compliance-Richtlinien integriert.
3.2.2 Informationsasymmetrie als Grundlage von Korruption
Wesentliche Lösungsansätze für die Erfassung von Verhaltensinterdependenzen bieten verhaltenswissenschaftliche und vor allem agencytheoretische Ansätze mit optimalen Anreiz- und Kontrollsystemen.
Mithilfe der Prinzipal-Agent-Theorie lassen sich Verhaltensinterdependenzen abbilden und analysieren. Betrachtet wird eine Beziehung zwischen dem Prinzipal (Auftraggeber) und dem Agent (Auftragnehmer). In einem Wirtschaftsunternehmen kann der Prinzipal beispielsweise Firmeninhaber oder die Unternehmensführung, der Agent z. B. Leiter der Einkaufsabteilung sein. Zu Beginn dieser Beziehung schließt der Prinzipal mit dem Agenten einen Arbeitsvertrag ab. Für seine Anstrengungen erfährt dieser Arbeitsleid und wird dafür vom Prinzipal entsprechend entlohnt. Eine Problematik entsteht, wenn beide versuchen, ihren Nutzen individuell zu maximieren. Während der Agent sein Arbeitsleid minimieren und seine Entlohnung maximieren möchte, verfolgt der Prinzipal das Ziel, die Ergebnisse der Tätigkeit des Agenten zu maximieren sowie dessen Lohn möglichst gering zu halten. Unterdessen besteht die Gefahr, dass der Agent die vom Prinzipal erhaltende Entscheidungskompetenz für sich opportunistisch nutzt, da der Prinzipal das Verhalten und die Handlungen des Agenten nicht beobachten kann. Dies gilt sowohl vor als auch nach Vertragsabschluss.
Informationsasymmetrien ergeben sich, weil der Agent aufgrund seiner Nähe zu den operativen Leistungsprozessen und direkter Kontakte zum Markt auf operativer Ebene über mehr Informationen verfügt als der Prinzipal. Der Agent besitzt also für gewöhnlich einen Informationsvorsprung, welchen er vor allem bei vorliegender Interessendivergenz zur Ausübung von Korruption einsetzen kann. Im Sinne des Prinzipals sollte gerade dieser Zustand nicht eintreten, sondern der Informationsvorsprung sollte vielmehr zur besseren Erreichung der Unternehmensziele eingesetzt werden.
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Aktualität des Korruptionsproblems und Zielsetzung der Untersuchung, ob Controlling einen wirksamen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung leisten kann.
2 Die Bedeutung von Korruption für Wirtschaftsunternehmen: Untersuchung der Begriffsdefinitionen, Ursachen wie dem Fraud Triangle und der schwerwiegenden ökonomischen Konsequenzen für Unternehmen.
3 Der Grundsatz des Korruptionscontrollings: Beschreibung der koordinationsorientierten Controlling-Konzeption und Analyse von Verhaltensinterdependenzen sowie Informationsasymmetrien zwischen Prinzipal und Agent.
4 Compliance als Basis des Korruptionscontrollings: Einordnung der Compliance in die Corporate Governance und Erläuterung ihrer notwendigen Einbindung in das Controlling für ganzheitliche Korruptionsprävention.
5 Instrumente des Korruptionscontrollings: Analyse konkreter Werkzeuge wie Risikofrühwarnsysteme, internes Kontrollsystem, Whistleblowing-Systeme und Ansätze zur Verhaltenssteuerung der Mitarbeiter.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Feststellung, dass Korruptionscontrolling ein zentrales Element zur Sicherung der Unternehmensintegrität und zur Wiederherstellung von Vertrauen darstellt.
Korruptionscontrolling, Korruptionsprävention, Compliance, Wirtschaftsunternehmen, Verhaltensinterdependenzen, Informationsasymmetrie, Prinzipal-Agent-Theorie, Frühwarnsystem, Unternehmenskultur, Whistleblowing, Risikomanagement, Korruptionsrisiken, Corporate Governance, Anreizsysteme, Wirtschaftskriminalität
Die Arbeit beleuchtet die Rolle und Bedeutung des Controllings bei der Bekämpfung von Korruption in Wirtschaftsunternehmen und zeigt auf, wie ein solches Korruptionscontrolling konzeptionell und operativ ausgestaltet werden kann.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Ursachen von Korruption, die Bedeutung von Compliance-Richtlinien für die Prävention sowie die praktische Anwendung von Controlling-Instrumenten wie Früherkennungssystemen und Verhaltenssteuerung.
Ziel ist es zu untersuchen, ob Controlling-Abteilungen durch den Einsatz geeigneter Instrumente einen wirksamen Beitrag dazu leisten können, Korruptionsrisiken zu minimieren und das Vertrauen von Stakeholdern zu sichern.
Es wird ein theoretischer, koordinationsorientierter Controlling-Ansatz in Verbindung mit der Prinzipal-Agent-Theorie genutzt, um die Verhaltensinterdependenzen in Unternehmen zu analysieren und entsprechende Lösungsstrategien abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Korruptionscontrollings, die Verzahnung von Compliance mit Controlling-Prozessen sowie die detaillierte Analyse konkreter Instrumente zur Risikofrüherkennung und Verhaltenssteuerung der Mitarbeiter.
Wichtige Fachbegriffe sind unter anderem Korruptionscontrolling, Compliance, Prinzipal-Agent-Theorie, Risikofrüherkennung, Verhaltenssteuerung, Whistleblowing und Corporate Governance.
Sie dient als Modell, um die Interessenskonflikte und Informationsasymmetrien zwischen Unternehmensführung (Prinzipal) und Mitarbeitern (Agent) zu erklären, die eine Grundvoraussetzung für korruptes Verhalten im Unternehmen darstellen.
Ein solches System muss Anonymität, Vertraulichkeit und Erreichbarkeit gewährleisten und idealerweise durch unabhängige Ombudspersonen oder moderne elektronische Monitoring-Systeme wie das BKMS gestützt werden.
Eine aktiv gelebte Unternehmenskultur, die auf Integrität und dem Vorbildverhalten der Unternehmensleitung basiert, ist ein wesentlicher psychologischer Faktor, um die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu stärken und Korruption zu delegitimieren.
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