Bachelorarbeit, 2010
66 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Einführung in die Problematik
2.1. Definition von sexuellen Missbrauch
2.2. Formen von sexuellem Missbrauch
2.2.1. Art der Handlungen
2.2.2. Absicht des Täters
2.2.3. Frage nach der Einwilligung
2.2.4. Gewaltanwendung
2.2.5. Widerstand
2.2.6. Bewusstheit der Tat
2.2.7. Beziehung zwischen Opfer und Täter
2.2.8. Alter des Opfer oder/ und des Täters
2.3. Grundzüge gesetzlicher Grundlagen
2.4. Ausmaß und Dunkelziffer
2.5. Täter und Opfer
2.6. Phasen des Missbrauchs
3. Folgen von sexuellem Missbrauch
3.1. Begriffliche Abgrenzung zwischen Kurz- und Langzeitfolgen
3.2. Geschlechtstypische Unterschiede
3.3. Die 4 traumatogenen Dynamiken nach Finkelhor und Browne
3.4. Posttraumatische Belastungsstörung
3.5. Somatische und psychosomatische Beschwerden
3.6. Störungen des Sexualverhaltens
3.7. Störungen des Sozialverhaltens
3.8. Angststörungen und Depressionen
3.9. Persönlichkeitsstile und –störungen
3.10. Substanzgebundenes Suchtverhalten
3.11. Selbstschädigendes Verhalten
3.12. Suizidalität
3.13. Dissoziative Störungen
4. Überlebensstrategien der Betroffenen
5. Umgang mit sexuellem Missbrauch
5.1. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Betroffenen
5.2. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Eltern der Betroffenen
5.3. Umgang mit sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen von Seiten der Institutionen
5.4. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der pädagogischen Fachkräfte
5.5. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Therapeuten
6. Revikitimisierung
6.1. Fakten über Revikitimisierung
6.2. Prävention von Reviktimisierung
7. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Folgen von sexuellem Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten eines pädagogischen Umgangs mit den betroffenen Personen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die betroffenen Personen mit ihren Erfahrungen leben und wie sie von professioneller pädagogischer Seite bestmöglich unterstützt werden können.
2.2.1. Art der Handlungen
Nach Brockhaus und Kolshorn gibt es zwei Definitionen von sexueller Gewalt. Einmal die enge Definition die jegliche Form von Körperkontakt beinhaltet und einmal die weite Definition die auch Handlungen ohne körperlichen Kontakt wie zum Beispiel Spannen oder Exhibitionismus beinhaltet. (vgl. Brockhaus und Kohlshorn 1993, S:22).
Nach Bange gibt es neben diesen beiden Definitionen noch ein weiteres Kategorisierungssystem. Hier wird zu dem auch zwischen normativen, klinischen und Forschungs- Definitionen unterschieden. (vgl. Bange 2004, S. 30 f). „Normative Definitionen beinhalten von vorneherein vorgenommene, abstrakte Bewertungen von Handlungen oder Ergebnissen, wie z.B., feministische Definitionen, welche männliche Dominanz und patriarchalische Gesellschaftsstrukturen betonen.“ (a.a.o.) Hierunter würde zum Beispiel die Haltung mancher Einrichtungen für Mädchen die Opfer sexuellen Missbrauchs wurden fallen, dass alle Männer Täter sind.
Für eine klinische Definition wäre entscheidend, ob sich das Opfer geschädigt fühlt. Da es allerdings in manchen Fällen erst zu späten Folgen von sexuellem Missbrauch kommt, ist dies direkt danach oft nicht festzustellen. Hinzu kommt, dass es hierbei immer auf das subjektive Erleben des Opfers ankommt, wobei die Objektivität auf der Strecke bleiben kann. Wenn ein Kind zum Beispiel über ausreichende Bewältigungsstrategien verfügt und deshalb nicht unter den negativen Folgen des Missbrauchs leidet, wird ihm nach dieser Definition quasi abgesprochen einen sexuellen Missbrauch erlebt zu haben.
Bei den Forschungs- Definitionen kommt es auf den gelegten Schwerpunkt an. Fragestellung und Erkenntnisinteresse der Forschenden sind hierbei die ausschlaggebenden Punkte, durch die je nach Schwerpunkt an den klinischen Erkenntnissen wie auch an den normativen Bewertungen angeknüpft werden kann. (vgl. a.a.o.)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Themas in den Medien und das Ziel der Arbeit, Betroffene aus pädagogischer Sicht besser unterstützen zu können.
2. Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel definiert sexuellen Missbrauch, erläutert die verschiedenen Formen und Täterstrategien sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das Dunkelfeld.
3. Folgen von sexuellem Missbrauch: Das Kapitel bietet eine detaillierte Übersicht über kurz- und langfristige psychische, somatische und psychosomatische Folgen sowie Störungsbilder.
4. Überlebensstrategien der Betroffenen: Hier wird die Kreativität und der Widerstandswille von Kindern und Jugendlichen beleuchtet, die versuchen, sich gegen Missbrauch zu schützen.
5. Umgang mit sexuellem Missbrauch: Das Kapitel widmet sich den Bewältigungswegen durch Betroffene, Eltern, Institutionen, Fachkräfte und Therapeuten.
6. Revikitimisierung: Hier werden Fakten und Präventionsmöglichkeiten hinsichtlich erneuter Opfererfahrungen im Lebensverlauf diskutiert.
7. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert ihren Lernprozess und die Schwierigkeit, in der Fachliteratur konkrete Handlungsanweisungen für den pädagogischen Alltag zu finden.
Sexueller Missbrauch, Kindesmissbrauch, Traumafolgen, Prävention, Reviktimisierung, Posttraumatische Belastungsstörung, Soziale Arbeit, Überlebensstrategien, Täterstrategien, Psychosomatik, Pädagogik, Dissoziation, Kinderschutz.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den vielschichtigen Folgen von sexuellem Missbrauch bei Minderjährigen und analysiert, wie pädagogische Fachkräfte sowie das Umfeld der Betroffenen professionell mit diesen traumatischen Erlebnissen und deren Auswirkungen umgehen können.
Zentrale Themen sind die Definition und Einordnung von sexuellem Missbrauch, die psychischen und körperlichen Auswirkungen auf die Betroffenen (wie PTBS oder Suchtverhalten), die Strategien zur Bewältigung sowie Maßnahmen zur Prävention von Reviktimisierung.
Das Ziel ist es, für pädagogische Fachkräfte eine theoretische Grundlage zu schaffen, um Sicherheit im täglichen Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen zu gewinnen und Wege der Unterstützung aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Publikationen sowie der Einbeziehung von Praxiserfahrungen der Autorin.
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemstellung (Definition, gesetzliche Grundlagen), eine detaillierte Analyse der Störungsbilder als Folgen des Missbrauchs, die Erläuterung von Überlebensstrategien der Kinder sowie konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene professionelle Ebenen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Reviktimisierung, traumatogene Dynamiken, Posttraumatische Belastungsstörung, Schutzbefohlene und die Rolle des pädagogischen Fachpersonals.
Täter handeln oft zielgerichtet, indem sie Vertrauen aufbauen, Grenzen systematisch austesten, das Kind isolieren und das Geschehene durch Drohungen oder Schuldumkehr zum Geheimnis erklären.
Da Menschen mit Missbrauchserfahrungen ein statistisch signifikant höheres Risiko haben, im späteren Verlauf erneut Viktimisierungen zu erfahren, ist eine präventive Arbeit essenziell, um die Autonomie und Schutzfähigkeiten der Betroffenen zu stärken.
Eltern sind nach der Aufdeckung oft selbst traumatisiert und leiden unter Schuldgefühlen. Sie benötigen gezielte Beratung, um ihren eigenen Schock zu verarbeiten und gleichzeitig eine unterstützende Ressource für ihr Kind zu werden.
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