Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Problemstellung
1.3 Hypothesen
1.4 Methoden
1.5 Gliederung und Vorgehensweise der Arbeit
1.6 Die in der Arbeit gebrauchte Quellen
2 Die Geburt der Katynlüge und die Rolle des Massakers von Katyn' im polnischen Bewusstsein
3 Das Thema Katyn' in der UdSSR
3.1 Die ersten Versuche der sowjetischen Parteiführung unter Chruščev, die Wahrheit über Katyn' zu erzählen, und die Ursachen ihren Scheiterns.
3.2 Das Verfahren von Katyn' in der Stagnationsepoche
3.3 Die Katyn'-Problematik während der Perestrojka und die offizielle Anerkennung der Verantwortung von Katyn' von sowjetischer Seite
4 Das Thema Katyn' in Russland
4.1 Die Katyn' - Frage unter El'zin
4.2 Die offizielle Position der Russischen Föderation zur Erschiessung in Katynʹ heute und ihre scheinbaren Wiedersprüche
4.2.1 Katyn' und die russische Gesellschaft
4.2.1.1 Die internationale Menschenrechtsorganisation „Memorial“
4.2.1.2 Die Vertreter der kommunistischen Ideologie und rechtsextreme Kräfte
4.2.1.3 Die offiziellen Massenmedien in Russland
5 Die Reaktionen auf Katyn' in Polen. Mögliche Auswege aus der „Sackgasse Katyn'“ und Lösungsperspektiven der Katyn'-Problematik für die russische Regierung
5.1 Die Kritik der polnischen Seite an der Politik des Kreml in der Katyn'-Problematik
5.2 Mögliche Auswege aus der „Sackgasse Katyn'“ und Lösungsperspektiven der Katyn'-Problematik für die russische Regierung
6 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die historischen Veränderungen der offiziellen Haltung der sowjetischen und späteren russischen Elite zum Massaker von Katyn'. Dabei steht im Zentrum, welche internen und externen Faktoren – wie politische Machtkonjunkturen, gesellschaftlicher Druck und der Umgang mit dem stalinistischen Erbe – die offizielle Anerkennung oder Verleugnung des Verbrechens beeinflussten und wie diese Problematik die heutigen polnisch-russischen Beziehungen belastet.
Die Geburt der Katynlüge und die Rolle des Massakers von Katyn' im polnischen Bewusstsein
„Katyn'“ deckt als Begriff ein sehr weites Feld ab, denn der Name steht nicht nur für die Erschießung polnischer Kriegsgefangener durch den NKVD im Wald von Katyn', sondern bezieht sich auch auf ähnliche Aktionen, die zur selben Zeit in benachbarten sowjetischen Gebieten und Republiken stattfanden. So wurden Massengräber nicht nur im Smolensker Gebiet gefunden, sondern auch nahe dem Dorf Mednoje im Kalininer Gebiet (heute Gebiet Tver') sowie unweit von Char'kov in einem Waldpark im Bezirk Pjatichatki.
Die Frage über das Verschwinden polnischer Offiziere wurde bereits 1941, nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion, ernsthaft gestellt. Während eines Treffens Stalins mit dem Vorsitzenden der polnischen Exilregierung, Sikorski, und dem polnischen General Anders am 3 Dezember 1941 fragten die Vertreter der polnischen Seite offiziell nach dem Verbleiben der vermissten Offiziere, worauf aber weder Stalin, noch Molotov eine klare Antwort gaben. In seinen Memoiren beschreibt Władisław Anders, dass Sikorski Stalin eine Liste mit den Namen etwa 4000 vermisster Offiziere übergab. Auf die Frage nach ihrem Schicksal gab Stalin die ausweichende Antwort, die Offiziere seien geflohen, vermutlich in die Mandschurei.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, begründet die Aktualität des Katyn-Massakers als Belastung für polnisch-russische Beziehungen und legt das methodische Vorgehen dar.
2 Die Geburt der Katynlüge und die Rolle des Massakers von Katyn' im polnischen Bewusstsein: Hier wird die historische Entstehung der sowjetischen Vertuschung („Katyn-Lüge“) sowie die tiefe Verwurzelung des Themas als nationale Tragödie im polnischen Gedächtnis dargestellt.
3 Das Thema Katyn' in der UdSSR: Dieses Kapitel analysiert die widersprüchliche offizielle Haltung der sowjetischen Führung von der Chruschtschow-Ära bis hin zur offiziellen Anerkennung der Verantwortung unter Gorbatschow.
4 Das Thema Katyn' in Russland: Hier werden der Wandel der russischen Position unter Jelzin und die unter Putin zunehmende Verdrängung sowie die teilweise Rehabilitierung stalinistischer Narrative untersucht.
5 Die Reaktionen auf Katyn' in Polen. Mögliche Auswege aus der „Sackgasse Katyn'“ und Lösungsperspektiven der Katyn'-Problematik für die russische Regierung: Das Kapitel beleuchtet die polnische Kritik an der aktuellen russischen Politik und diskutiert notwendige juristische Schritte zur endgültigen Lösung des Problemkomplexes.
6 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass aufgrund des stalinistischen Erbes und des aktuellen politischen Kurses in Russland eine ernsthafte Aufarbeitung derzeit unwahrscheinlich bleibt.
Katyn, Massaker, Sowjetunion, Russland, Polen, Stalinismus, NKWD, Memorial, Aufarbeitung, Geschichtspolitik, Vergangenheitsbewältigung, Perestrojka, Menschenrechte, Totalitarismus, Politische Elite.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der offiziellen Einstellung der sowjetischen und russischen politischen Elite zum Massaker von Katyn' und den damit verbundenen historischen und politischen Wandlungsprozessen.
Zentrale Themen sind die Verleugnung des Verbrechens durch die Sowjetunion, der Wandel unter Gorbatschow und Jelzin sowie der erneute Umgang mit der Geschichte im heutigen Russland unter Putin.
Ziel ist es, die politischen Faktoren zu identifizieren, die eine vollständige Aufklärung des Verbrechens in Russland bis heute verhindern oder erschweren.
Die Autorin nutzt eine kritische Analyse von Primärquellen (Archivdokumente), Fachliteratur, Medienberichten sowie eine vergleichende Untersuchung historischer Etappen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der „Katyn-Lüge“ in der UdSSR, die Entwicklung in der russischen Föderation nach 1991 und die Analyse der gegenwärtigen offiziellen Blockadehaltung gegenüber einer vollständigen juristischen Aufarbeitung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Katyn, Stalinismus, sowjetisches Erbe, Geschichtspolitik, polnisch-russische Beziehungen und staatliche Repressionen geprägt.
Die Autorin argumentiert, dass die heutige Elite durch ihr eigenes stalinistisches Erbe und machtpolitische Ambitionen kein Interesse an einer wahrheitsgemäßen historischen Aufarbeitung hat, da dies das aktuelle Machtgefüge destabilisieren könnte.
„Memorial“ ist eine der wenigen Organisationen, die konsequent für die restlose Aufklärung und juristische Rehabilitierung der Opfer eintritt, weshalb sie zunehmend unter staatlichen Druck gerät.
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