Doktorarbeit / Dissertation, 2013
121 Seiten, Note: Sehr gut
1. Vorwort
3. Einleitung
3.1. Gegenstand, Eingrenzung und Ziel der Untersuchung
3.2. Stand der Forschung
3.3. Aufbau der Arbeit
4. Geschichtliche Vorbemerkung
4.1. Historische Rahmenbedingungen
4.2. Geschichte des deutschsprachigen Schulsystems im Überblick
4.3. Der Humboldtsche Reformversuch um 1810
4.4. Die Folgen der Schulreform
5. Die Entwicklung der Schulterminologie im 19. Jh.
5.1. Einfluss der Schulreformen auf Lexik
5.2. Schülerbezeichnungen
5.3. Lehrerbezeichnungen
5.4. Schulfächer
5.5. Schulanstalten
5.5.1. Staatliche Anstalten
5.5.2. Privatanstalten
5.5.3. Sonderformen der Schulanstalten
6. Linguistische Tendenzen in der Schulterminologie im 19. Jh.
6.1. Entwicklungen im Wortschatz
6.1.1. Archaismen und Neologismen
6.1.2. Bedeutungswandel
6.1.3. Entlehnungen und Fremdwörter
6.1.4. Zusammensetzungen
7. Schlussbetrachtung
8. Wortregister
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert, mit Fokus auf preußische Verhältnisse, um den Zusammenhang zwischen dem strukturellen Wandel des Schulwesens und der sprachlichen Reproduktion in einer Zeit der zunehmenden Verstaatlichung und Verweltlichung zu analysieren.
5.2. Schülerbezeichnungen
Bereits mit der Einführung und Verbreitung des Christentums in den deutschen Staaten wurden die ersten Schulanstalten gegründet. Im gleichen Moment ergab sich selbstverständlich auch der Bedarf, die neu entstandenen Einrichtungen und die damit in Verbindung stehenden Vorgänge und Angelegenheiten mit Namen entsprechend zu charakterisieren. Synonyme Ausdrücke für sie zu finden oder entsprechende Neubildungen zu schaffen, war aber kein einfaches Unterfangen. Aus diesem Grunde holte man die nötigen Benennungen für die neuen schulischen Erscheinungen vor allem aus dem Latein, weil sie in dieser Sprache bereits vorhanden waren und auch das 19. Jahrhundert in hohem Maße beeinflussten.
Wie oben erwähnt, sind ihrem Ursprung nach die allermeisten Schülerbezeichnungen, die in dem folgenden Kapitel beschrieben werden, lateinisch und die meisten davon enden auf -us, -ist oder -ent. Doppeltes Suffix zeigen diejenigen Schülerbenennungen, in denen dem lateinischen Suffix -anus ein einheimisches -er angefügt wird (z. B. Primaner, Sekundaner, Tertianer, Quartaner, Quintaner etc.). Die einheimischen Schülerbezeichnungen sind dagegen vor allem durch Zusammensetzungen mit Schüler, Kind oder Knabe bzw. Junge zustande gekommen.
1. Vorwort: Einleitung des Autors zur Zielsetzung der Arbeit, die Lehrern und Studierenden als Orientierungshilfe in der Geschichte der Schulterminologie dienen soll.
3. Einleitung: Erläuterung des Untersuchungsgegenstands, der methodischen Herangehensweise und der begrifflichen Eingrenzung auf das preußische Schulwesen des 19. Jahrhunderts.
4. Geschichtliche Vorbemerkung: Überblick über die bildungspolitische und gesellschaftliche Transformation Preußens, geprägt durch den Humboldthschen Reformansatz.
5. Die Entwicklung der Schulterminologie im 19. Jh.: Detaillierte lexikologische Untersuchung der Bezeichnungen für Schüler, Lehrer, Fächer und Schulanstalten.
6. Linguistische Tendenzen in der Schulterminologie im 19. Jh.: Analyse sprachwissenschaftlicher Entwicklungsmechanismen wie Wortschatzwandel, Bedeutungswandel und Wortbildung.
7. Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse und Einordnung der Bedeutung des preußischen Vorbilds für die gesamtdeutsche Schulgeschichte.
8. Wortregister: Alphabetisches Verzeichnis der in den Kapiteln 5 und 6 behandelten Schulbegriffe mit Seitenverweisen.
9. Quellen- und Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der Primär- und Sekundärliteratur, die als Grundlage für die Untersuchung dienten.
Schulterminologie, Schulgeschichte, 19. Jahrhundert, Preußen, Schulwesen, Schulfächer, Schülerbezeichnungen, Lehrerbezeichnungen, Bildungspolitik, Sprachwandel, Neologismen, Historismen, Determinativkomposita, Reformpädagogik, Bildungsbegriff.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des preußischen Schulwesens.
Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche Schülerbezeichnungen, Lehrerbezeichnungen, Bezeichnungen für Schulfächer und Schulanstalten sowie linguistische Tendenzen im Wortschatz.
Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen des Schulwortschatzes aufzuzeigen und die enge Verflechtung zwischen gesellschaftlichen Reformen und sprachlicher Reproduktion im Bildungssektor zu verdeutlichen.
Der Autor führt eine sprachgeschichtliche und lexikologische Untersuchung durch, gestützt auf eine umfangreiche Quellensammlung aus zeitgenössischen Schulordnungen, ministerialen Erlassen und pädagogischer Publizistik.
Im Hauptteil (Kapitel 5 und 6) werden die vier Kernkategorien (Schüler, Lehrer, Fächer, Anstalten) lexikologisch aufgeschlüsselt und linguistische Prozesse wie Bedeutungswandel und Wortbildung analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulterminologie, 19. Jahrhundert, Preußen, Bildungsgeschichte, Sprachwandel und Determinativkomposita charakterisieren.
Preußen galt als der mächtigste deutsche Staat, der den Bildungssektor dominierte, als Systemexporteur fungierte und an dessen Standards sich die kleineren deutschen Länder maßgeblich orientierten.
Humboldt leitete als Sektionschef im preußischen Innenministerium maßgebliche Reformen ein, die das humanistische Bildungsideal prägten und einen nachhaltigen Einfluss auf die Strukturierung des Schulwesens ausübten.
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