Bachelorarbeit, 2013
81 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen Fraud
2.1 Begriff „Fraud“
2.2 Ursachen für Fraud
2.3 Fraud-Schema (Delikte)
2.4 Fraud und Compliance
3. Maßnahmen gegen Fraud
3.1 Risiken
3.1.1 Identifikation
3.1.2 Bewertung
3.1.3 Steuerung
3.2 Präventionsmaßnahmen
3.2.1 Organisatorische Sicherungsmaßnahmen
3.2.2 Unternehmenskultur
3.2.3 Fraud Schulungen
3.2.4 Vorkehrungen bei der Personalauswahl
3.2.5 Anreizsysteme
3.3 Proaktive Aufdeckungsmaßnahmen
3.3.1 Prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen
3.3.1.1 Prüfungsmethoden
3.3.1.2 Data Mining
3.3.2 Zwangsurlaub und Job-Rotationen
3.3.3 Austrittsinterview
3.3.4 Hinweisgebersystem (Whistleblowing-System)
3.3.5 Amnestieprogramme
3.4.6 Kommunikationswege
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten von Unternehmen zur internen Bekämpfung von Fraud, indem sie aktuelle Literatur, Statistiken und Praxisbeispiele analysiert sowie Umsetzungshemmnisse und Präventionsstrategien kritisch beleuchtet.
2.2 Ursachen für Fraud
Das in der Literatur weitverbreitetste Modell zur Erklärung von Fraud, ist das Fraud-Triangle von Donald R. Cressey. Dieses hatte er während seiner Dissertation in dem Fach Kriminologie an der Universität von Indiana in den 1940er-Jahren aufgestellt, als er Unterschlagungstäter zu ihren Motiven befragte (Kopetzky und Wells, 2012, 7).
Fraud/ Vertrauensbruch tritt nach Cressey dann auf, wenn drei Faktoren gleichzeitig erfüllt sind. Es muss eine Gelegenheit/ Möglichkeit zur Tat (Opportunity) geben. Cressey hatte sich extra Unterschlagungstäter denen Vertrauen entgegen gebracht wurde - welches sie dann ausnutzten - für seine Studie ausgewählt. Er nannte sie „Trust-Violators“. Damit war die Gelegenheit zur Tat gegeben. In aktueller Literatur gelten vor allem schwache oder keine Prozesskontrollen als Gelegenheit für Fraud.
Zudem muss der Täter einen Anreiz/ Motivation für die Tat gehabt haben (Pressure). Nach Cressey handelte es sich bei dieser Dimension um finanzielle Probleme des Täters, die er nicht preisgeben konnte. In späteren Studien kamen neben finanziellem Druck durch plötzliche Schulden, Gier, die Unfähigkeit finanzielle Vorgaben zu erreichen etc. auch nicht finanzieller Druck wie die Herausforderung ein System zu umgehen oder bessere Resultate berichten zu müssen als sie in Wirklichkeit waren, hinzu.
Außerdem muss die Tat im Nachgang vom Täter selbst gerechtfertigt (Rationalisation) werden können. Bei Cressey’s Befragungen haben die meisten Täter die Theorie aufgestellt, dass sie wussten, dass ihre Handlung illegal war, sie es sich aber eingeredet hatten, dass sie es nicht ist. Auch heute gelten Aussagen wie „es ist das Beste für das Unternehmen“ als innere Rechtfertigung (Kassam 2012).
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz von Fraud-Fällen und der daraus resultierenden Erwartungslücke sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen Fraud: Definition des Begriffs Fraud aus verschiedenen Perspektiven und Analyse der Entstehungsursachen durch das Fraud-Triangle.
3. Maßnahmen gegen Fraud: Detaillierte Darstellung von Risikomanagement, präventiven organisatorischen Maßnahmen sowie proaktiven Aufdeckungsmethoden wie Datenanalyse und Hinweisgebersystemen.
4. Fazit: Kritische Zusammenfassung der behandelten Maßnahmen und Bewertung der Wirksamkeit von Anti-Fraud-Strategien in Unternehmen.
Fraud, Compliance, Risikomanagement, Interne Revision, Fraud-Triangle, Prävention, Aufdeckung, Data Mining, Unternehmenskultur, Hinweisgebersystem, Anreizsysteme, Wirtschaftskriminalität, Betrugsprävention, Whistleblowing, Prüfungsmethoden
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Fraud in Unternehmen und untersucht, wie Organisationen durch präventive und proaktive Maßnahmen das Risiko von Betrug und Unregelmäßigkeiten intern bekämpfen können.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen (Ursachenforschung), die verschiedenen Arten von Präventionsmaßnahmen wie Compliance und Unternehmenskultur sowie proaktive Aufdeckungsmethoden.
Ziel ist es, einen Überblick über die Möglichkeiten der Fraud-Bekämpfung zu geben und aufzuzeigen, wo Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen in der Praxis entstehen.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, wertet Statistiken aus und zieht zahlreiche Praxisbeispiele (z.B. Enron, Siemens, WorldCom) heran, um die theoretischen Konzepte zu veranschaulichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Risikoidentifikation, die verschiedenen Präventionsansätze (Organisatorisch, Kultur, Schulung, Anreizsysteme) sowie spezifische Aufdeckungsmethoden (Data Mining, Hinweisgebersysteme).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Compliance, Risikomanagement, Interne Revision, Fraud-Triangle und Data Mining geprägt.
Es dient als theoretisches Erklärungsmodell, das die drei Dimensionen Gelegenheit, Druck/Motivation und Rechtfertigung definiert, die zusammenwirken, damit Fraud in einem Unternehmen entstehen kann.
Während die traditionelle Methode eher reaktiv bei bereits bestehenden Verdachtsmomenten ansetzt, verfolgt die datengeleitete Methode einen proaktiven, prozesshaften Ansatz, bei dem mittels Data Mining der gesamte Datenbestand auf Unregelmäßigkeiten hin untersucht wird.
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