Bachelorarbeit, 2013
38 Seiten, Note: 2,6
1. Einleitung
2. Das Staatsverständnis
3. Der Staatszerfall
3.1. Ursachen des Staatszerfalls
3.2. Indikatoren zu der Messung eines Staatszerfalls
3.3. Die Phasen des Staatszerfalls
4. Was ist peacebuilding?
5. Staatszerfall und peacebuilding am Beispiel Afghanistans
5.1. Ursachen des Staatszerfalls in Afghanistan
5.2 Die Möglichkeiten von peacebuilding in Afghanistan
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht die komplexe Wechselbeziehung zwischen dem Phänomen des Staatszerfalls und den Herausforderungen für internationale Peacebuilding-Missionen, wobei Afghanistan als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, zu erörtern, inwiefern ein zusammengebrochener Staat die Implementierung von Friedensprozessen erschwert und welche Strategien in einem solchen Kontext Erfolg versprechen.
3.3. Die Phasen des Staatszerfalls
Ein Staat durchläuft meist drei Phasen bis er schließlich im Zustand eines zerfallenen Staates ankommt. Die Phasen erstrecken sich von schwachen, scheiternden bis hin zu gescheiterten Staaten.
Ein schwacher Staat zeichnet sich durch Korruption seiner Eliten aus. Dies kann allerdings nicht als zwangsläufiger Auslöser eines Staatszerfalls betrachtet werden, da diese Art von Korruption auch in anderen Staaten zu beobachten ist. Allerdings beginnt die Entwicklung, hin zu einem geschwächten Staat, meist dann wenn die Bevölkerung auf die Korruption der Eliten mit Widerstand antwortet. Weitere Merkmale eines schwachen Staates sind der Verfall der formellen Institutionen und die Fragmentierung der Gesellschaft. Wenn es keine Akzeptanz der Bevölkerung für die Institutionen eines Staates durch die Bevölkerung gibt, werden diese dysfunktional. Eine Institution kann zwar als solche robust sein, allerdings garantiert dies nicht, dass ihre Beamten nicht korrupt sind. Die Chance, dass sie korrupt sind, besteht sehr wohl. Durch die Korruption der Eliten verlieren diese ihre Legitimität und gefährden somit die Funktion der Institutionen.
Dies geschieht aus dem Grund, dass Institutionen auf die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen sind, welche hier nicht existiert. Durch diese Tatsache legt sich die Macht eines Staates nach und nach auf die informellen Parallelinstitutionen: Durch diesen Vorgang wird die Kluft zwischen Gesellschaft und Staat sowie zwischen Gesellschaft und Eliten immer größer.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas nach den Ereignissen des 11. Septembers 2001 und führt in die Fragestellung ein, wie Peacebuilding in einem zerfallenen Staat wie Afghanistan gelingen kann.
2. Das Staatsverständnis: Dieses Kapitel definiert den Staat durch klassische und funktionalistische Ansätze, um eine theoretische Basis für das Verständnis von Staatszerfall zu schaffen.
3. Der Staatszerfall: Hier werden die theoretischen Ursachen, Messindikatoren und der idealtypische Phasenverlauf eines Staatszerfalls von schwachen bis hin zu gescheiterten Staaten analysiert.
4. Was ist peacebuilding?: Das Kapitel erläutert den Begriff des Peacebuildings, grenzt ihn von Peacemaking und Peacekeeping ab und stellt verschiedene taktische Ansätze sowie Dimensionen vor.
5. Staatszerfall und peacebuilding am Beispiel Afghanistans: Diese Sektion wendet die erarbeiteten Theorien auf Afghanistan an, untersucht die spezifischen Ursachen für den dortigen Staatszerfall und diskutiert die Möglichkeiten sowie Probleme des internationalen Peacebuildings.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Forschungsfrage und unterstreicht die Notwendigkeit, Peacebuilding-Strategien kontextsensibel und unter Einbeziehung lokaler Akteure anzupassen.
Staatszerfall, Peacebuilding, Afghanistan, Staatsverständnis, Gewaltmonopol, Warlords, Failed State, Internationale Intervention, Good Governance, Sicherheitssektor, Bürgerkriegsökonomie, Institutionenaufbau, Fragile Staaten, Gesellschaftliche Akzeptanz, Außenpolitik.
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Zusammenbruch staatlicher Strukturen und den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, durch Peacebuilding-Missionen Frieden und Stabilität in diesen Ländern zu etablieren.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Staatlichkeit, die Analyse der Ursachen und Phasen von Staatszerfällen sowie die kritische Betrachtung verschiedener Peacebuilding-Strategien.
Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit ein Staatszerfall eine Herausforderung für das Peacebuilding darstellt, und wie diese Herausforderungen am konkreten Beispiel Afghanistans bewältigt werden können.
Der Autor verfolgt ein empirisch-analytisches Vorgehen, bei dem fundierte Sekundärliteratur zu den Themen Staatszerfall und Peacebuilding ausgewertet und auf den Fall Afghanistan angewendet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Staatszerfall und Peacebuilding sowie einen umfangreichen empirischen Teil, der die historische und politische Entwicklung Afghanistans sowie die internationale Reaktion darauf beleuchtet.
Besonders prägend für die Arbeit sind die Begriffe "Staatszerfall", "Peacebuilding", "Afghanistan", "Gewaltmonopol" und "Warlords".
Aufgrund der Zersplitterung in zahlreiche kleine, von Warlords kontrollierte Herrschaftsgebiete fehlte eine zentrale staatliche Autorität, was effektive Verwaltungsstrukturen und die Legitimität staatlicher Institutionen von Beginn an erschwerte.
Externe Akteure wie die UN oder ISAF-Truppen laufen laut Autor oft Gefahr, ihre eigenen Vorstellungen zu exportieren, ohne die lokalen Bedürfnisse und kulturellen Gegebenheiten ausreichend zu berücksichtigen, was eine nachhaltige Akzeptanz in der Bevölkerung gefährden kann.
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