Examensarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung
2 Sportpädagogische Definition und Abgrenzung von Bewegung und Bildung
2.1 Bildung – Ein Definitionsversuch
2.2 Abgrenzung des Begriffs Bildung vom Begriff Erziehung
2.3 Bewegung – Ein Definitionsversuch
2.4 Abgrenzung des Begriffs Sport vom Begriff Bewegungshandeln
3 Bildungstheorien
3.1 Entwicklungsgeschichte in Deutschland nach 1945
3.2 Merkmale einer klassisch pädagogischen Bildungstheorie
3.3 Der kategoriale Bildungsbegriff nach Klafki
4 Bewegung aus bildungstheoretischer Perspektive
4.1 Bewegung als Bildungskategorie
4.2 Erfahrung als Bildungskategorie
4.2.1 Erfahrung durch Bewegung
4.2.2 Ästhetische Erfahrungen aus bildungstheoretischer Sicht
4.2.3 Die Erfahrung des Scheiterns - Voraussetzung von Bildung
4.2.4 Erfahrung als Motivation - Motor für lebenslange Bildung
4.2.5 Erfahrung als Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung
5 Anspruch und Wirklichkeit des Sportunterrichts
5.1 Kompetenzbildung durch Bewegung
5.2 Kompetenzbildung als Legitimationsstrategie?
5.3 Das Problem der doppelten Paradoxie
5.4 Didaktisch-methodische Umsetzung
5.4.1 Die Überwindung der systembedingten Grenzen
5.4.2 Didaktische Transformation - Ästhetik-Bildung im Turnunterricht
5.4.3 Le Parkour - Eine erweiterte Perspektive von Turnunterricht
6 Bewegung bildet!
6.1 Fazit
6.2 Ausblick auf die Arbeit in der Schule
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Bewegung und Bildung mit dem Ziel, die These "Bewegung bildet!" vor dem Hintergrund bildungstheoretischer Grundlagen kritisch zu überprüfen und für den Sportunterricht zu legitimieren.
4.2.2 Ästhetische Erfahrungen aus bildungstheoretischer Sicht
Der Begriff Ästhetik lässt sich sowohl als Theorie des Schönen, Theorie der Kunst als auch als Theorie der sinnlichen Erkenntnis beschreiben. Doch den Ästhetikbegriff rein unter der umgangssprachlich verstandenen Bedeutung als Schönheitsideal zu betrachten, wäre in einem bildungstheoretischen Kontext unpassend und sogar irreführend. Auch die Theorie der Kunst, die einen „Kontakt mit künstlerischen Produktionen“ vorgibt, wäre in diesem Zusammenhang schwierig zu begründen, da ästhetische Bildung unter diesen Umständen ausschließlich durch die Auseinandersetzung mit künstlerischen, musischen oder tänzerischen Bereichen entstehen könnte.
Dadurch würde nur ein Bereich der Ästhetik beschrieben, der „isoliert neben einem Bereich der Bildung stände“. Daher sollte insbesondere dem ästhetischen Verständnis einer „sinnlichen Erkenntnis“ erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden, da es den Begriff der Ästhetik erweitert und die Grundlage für eine individuelle Wahrnehmung schafft. Denn auch Probst (2006, S. 12) sieht „Ästhetische Bildung als Basis subjektiver Wahrnehmung“, die ein „durchgängiges Prinzip innerhalb jeglicher Bildungsprozesse“ darstellen sollte.
Dem ständigen Streben nach abstrakten Formeln, theoretischen Modellen sowie der Technisierung und Spezialisierung entgegenzuwirken und einem „fühl- und respektlosen, unästhetischen Umgang mit der Natur um uns und in uns“ zu begegnen, kann nach Trebels (2010, S. 117 f.) nur durch eine „ästhetische Erziehung“ erreicht werden. Auch Lange und Klenk (2010, S. 184) sehen als konstitutive Voraussetzung für Bewegungshandeln die „aisthetische Wahrnehmung der Welt“. Dabei geht es nicht in erster Linie um die reflexive Wahrnehmung ästhetischer und schöner Bewegungen, sondern um eine differenzierte und ganzheitliche Körperwahrnehmung und die Adaptionsfähigkeit von „Körper und Geist“ an die Umwelt, die essenzieller Bestandteil von bewussten oder unbewussten Bewegungshandlungen und ebenso des Bewegungslernens ist (ebd.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die bildungstheoretische Problematik von Bewegung ein, definiert das Ziel der Arbeit und den weiteren methodischen Gang der Untersuchung.
2 Sportpädagogische Definition und Abgrenzung von Bewegung und Bildung: Hier werden die zentralen Begriffe Bildung, Erziehung, Bewegung und Sport definiert und scharf voneinander abgegrenzt, um ein klares Verständnis für die weiteren bildungstheoretischen Analysen zu schaffen.
3 Bildungstheorien: Kapitel 3 skizziert die Entwicklungsgeschichte der Bildungstheorie nach 1945, benennt Merkmale klassisch-pädagogischer Bildungstheorien und erläutert den kategorialen Bildungsbegriff nach Klafki als Orientierungsrahmen.
4 Bewegung aus bildungstheoretischer Perspektive: Dieses Kapitel setzt Bewegung in Beziehung zur Bildung und untersucht, welche bildenden Eigenschaften von Bewegung ausgehen, wobei insbesondere die Erfahrung als entscheidende Bildungskategorie im Mittelpunkt steht.
5 Anspruch und Wirklichkeit des Sportunterrichts: Das Kapitel reflektiert den bildungstheoretischen Anspruch gegenüber der schulischen Praxis, thematisiert paradoxe Anforderungen und zeigt didaktisch-methodische Möglichkeiten der Transformation auf, unter anderem am Beispiel von Le Parkour.
6 Bewegung bildet!: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt und die zentrale These der Arbeit "Bewegung bildet!" diskutiert, gefolgt von einem Ausblick auf die praktische Umsetzung im schulischen Alltag.
Bildung, Bewegung, Sportunterricht, Bewegungshandeln, Erfahrung, Ästhetische Bildung, Kompetenzbildung, Kategoriale Bildung, Sportpädagogik, Le Parkour, Reflexion, Persönlichkeitsentwicklung, Weltaneignung, Schulsport, Ganzheitlichkeit.
Die Arbeit untersucht, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Bewegung und Bildung gibt, und begründet diesen aus einer sportpädagogischen und bildungstheoretischen Perspektive.
Die Arbeit behandelt die Begriffe Bildung und Bewegung, klassische und moderne Bildungstheorien, die Bedeutung von Erfahrung und Wahrnehmung sowie die didaktische Gestaltung von Sportunterricht.
Das Ziel ist es, die These "Bewegung bildet!" zu überprüfen und eine bildungstheoretische Argumentationsstruktur zu schaffen, die den Sportunterricht in der Schule legitimiert.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener sportpädagogischer und bildungstheoretischer Ansätze sowie deren Bezugnahme auf Praxisbeispiele basiert.
Der Hauptteil analysiert, wie Bewegung als Bildungskategorie fungiert, welche Rolle ästhetische Erfahrungen spielen und wie der Sportunterricht trotz systembedingter Paradoxien bildend gestaltet werden kann.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bildung, Bewegung, Sportunterricht, Kompetenzbildung, ästhetische Erfahrung, kategoriale Bildung und Sacherschließung.
Le Parkour dient als Praxisbeispiel für eine didaktische Transformation, da es eine schülernahe, offene Alternative zum traditionellen Gerätturnen bietet und selbstständige, effiziente Bewegungslösungen fördert.
Dies beschreibt das Spannungsfeld der Schule zwischen staatlichen Anforderungen an Qualifikation und Selektion sowie dem individuellen Bildungsanspruch der Schüler, gepaart mit der Pflichtteilnahme am Sportunterricht.
Nein, die Arbeit plädiert dafür, den traditionellen "Sportartensport" zugunsten eines offeneren "Bewegungsunterrichts" zu erweitern, der stärker auf Bewegungsbedeutungen und individuelle Bildung zielt.
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