Bachelorarbeit, 2013
66 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Posthume Mystifizierung eines Stars
2.1 (Post-)strukturalistische Ansätze
2.1.1 Barthes
2.1.2 Middleton
2.2 Fans, Medien und Vermarktung
3. Der Postpunk-Begriff
3.1 Reaktionen auf Punk
3.2 Die Gegenkultur
3.3 Die Postpunk-Initiativen
3.4 Das Ende
4. Postpunk in Manchester
4.1 Voraussetzungen und Einflüsse
4.1.1 Post-Industrial
4.1.2 Politische Veränderungen
4.1.3 Grim Manchester
4.1.4 Musiklandschaft und Identität
4.1.5 Kulturelle Diversität
4.2 Entwicklung
4.2.1 Die Sex Pistols in der Lesser Free Trade Hall
4.2.2 Factory Records und der Haçienda Club
4.3 Fazit Manchester
5. Joy Division
5.1 Bandgeschichte
5.2 Banddeutung
5.3 Ian Curtis und die Bedeutung seines Selbstmordes
5.3.1 Gründe für seinen Selbstmord
5.3.2 Mythoskonstruktion Joy Division
5.3.3 Veränderung der Wahrnehmung von Songtexten
5.3.4 Postpunk in Manchester: Selbstmord-Voraussetzungen?
5.4 Medien, Kult und Vermarktung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die posthume Mystifizierung der Band Joy Division vor dem Hintergrund der soziokulturellen Bedingungen des Postpunk in Manchester. Ziel ist es zu analysieren, wie der Selbstmord von Ian Curtis in Verbindung mit medialer Inszenierung und Vermarktungsstrategien einen anhaltenden Kultstatus generierte.
3.1 Reaktionen auf Punk
Wie der Name Postpunk selbsterklärend vermittelt, handelt es sich bei diesem Begriff um die Zeit und die Musik, die nach dem Punk auftauchte. Dabei handelte es sich allerdings um jegliche Musik nach Punk, sondern um die Musik, die unmittelbar auf Punk reagierte - an der Stelle, an der Punk, vor allem für die Jugendgeneration, nicht mehr ausreichte sich auszudrücken und eine Identitätsplattform darzustellen. Punk war eine „wütende Stimme der Straße“, eine Gegenkultur und gleichzeitig ein Ort der Zuflucht vor Kommerz, sozialen Missständen und Langeweile.
Auch musikalisch war Punk eine Antwort auf die Mitt-70er, die Zeit der „dinosaur bands“ wie Led Zeppelin, Rory Gallagher, Black Sabbath oder Deep Purple. Diese Bands wurden bald zum „worrying genre of prog rock“ und lähmten vor allem die junge Generation mit Veröffentlichungen von Dreifach-Alben wie die der Band Yes oder psychedelischen Produktionen von Pink Floyd. Sie spiegelten gleichzeitig Konservatismus (und ironischerweise Progress) und Kommerz der Mainstream-Gesellschaft wider: „Der bevorzugte Musikstil war Progressive Rock, also alles, was teuer und aufwendig war.“
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen Postpunk und die Fragestellung bezüglich der posthumen Mystifizierung von Joy Division.
2. Posthume Mystifizierung eines Stars: Theoretische Untersuchung mittels strukturalistischer Ansätze von Barthes und Middleton sowie soziologischer Perspektiven.
3. Der Postpunk-Begriff: Definition des Postpunk als Reaktion auf Punk und Einordnung in den Kontext von Gegenkulturen.
4. Postpunk in Manchester: Analyse der lokalen Voraussetzungen, ökonomischen Bedingungen und kulturellen Einflüsse auf die Musikszene in Manchester.
5. Joy Division: Detaillierte Betrachtung der Band, des Suizids von Ian Curtis und der damit verbundenen Mythoskonstruktion.
6. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnisse über die Rolle des frühen Todes von Curtis für den heutigen Kultstatus der Band.
Joy Division, Postpunk, Manchester, Ian Curtis, Mythos, Kult, Musikwissenschaft, Popkultur, Factory Records, Selbstmord, Vermarktung, Identität, Gegenkultur, Rezeption, Authentizität
Die Arbeit untersucht, wie und warum die Band Joy Division einen anhaltenden Kultstatus erlangt hat und welche Rolle dabei die posthume Mystifizierung ihres Sängers Ian Curtis spielt.
Die zentralen Felder sind die Theorie der Mythenbildung, die Geschichte der Postpunk-Bewegung, die soziokulturelle Situation im Manchester der 1970er Jahre sowie die Mechanismen der Musikvermarktung.
Die Arbeit fragt nach dem Zusammenhang zwischen dem Suizid von Ian Curtis, der Veränderung der Wahrnehmung seiner Lieder und der bewussten oder unbewussten Konstruktion eines Mythos Joy Division durch Medien und Fans.
Es werden kulturwissenschaftliche und (post-)strukturalistische Ansätze (u.a. von Roland Barthes und Richard Middleton) genutzt, um Prozesse der Wahrnehmung und Mystifizierung zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Postpunk-Begriffs und der speziellen Szene in Manchester sowie eine spezifische Fallstudie zu Joy Division und Ian Curtis.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Postpunk, Manchester, Mythosbildung, Kultstatus, Factory Records, Musikvermarktung und posthume Identitätskonstruktion geprägt.
Factory Records und insbesondere Tony Wilson trugen wesentlich dazu bei, die Band durch ein spezifisches Image und ästhetische Gestaltung als kulturelles Phänomen zu etablieren und zu vermarkten.
Der Suizid fungierte als Katalysator, der die Wahrnehmung der Songtexte rückwirkend veränderte und die Band in den Augen der Rezipienten mit einer Aura von Authentizität und Tragik auflud.
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