Masterarbeit, 2013
149 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung und Thesen
1.4 Allgemeine Methodik
1.5 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Diffusion der Innovation E-Bike im Tourismussektor
2.1.1 Geographische Innovations- und Diffusionsforschung
2.1.2 Einordnung in die eigene Thematik
2.2 Fahrradtouristische Grundlagen
2.2.1 Entwicklung des Fahrradtourismus
2.2.2 Typisierung von Fahrradfahrern
2.2.3 Bewertungskonzept für den Schwierigkeitsgrad von Radwegen
2.2.4 Destinationswahl
2.3 Das Elektrofahrrad und dessen Nutzung im Alltag
2.3.1 Begrifflichkeiten
2.3.2 Reichweite
2.3.3 Marktsituation von Elektrofahrrädern
2.3.4 Motive für die Benutzung eines E-Bikes
2.3.5 Nutzungsgelegenheit
2.3.6 Soziodemographisches Profil von E-Bike-Nutzern
2.4 Das E-Bike in der Tourismuswirtschaft
2.4.1 Nutzen und Ziele von Elektrofahrrädern für Tourismusdestinationen
2.4.2 Touristische E-Bike-Infrastruktur
2.4.3 Die touristische Nachfrage
2.4.4 Motive für die touristische E-Bike-Nutzung
2.4.5 Typologisierung von E-Bike-Touristen
2.4.6 Soziodemographische Merkmale von E-Bike-Touristen
2.4.7 Destinationswahl
3 Empirischer Teil
3.1 Die Untersuchungsgebiete
3.1.1 Liebliches Taubertal
3.1.2 Naturpark Südschwarzwald
3.1.3 Dachstein-Region
3.1.4 Die Untersuchungsgebiete im Vergleich
3.2 Konzeption und Methodik
3.2.1 Auswahl der Erhebungsmethoden
3.2.2 Online-Befragung: E-Bike-Verleiher
3.2.3 Experteninterviews
3.2.4 Online-Befragung: E-Bike-Urlauber
3.2.5 Teilnehmende Beobachtung
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Online-Befragung der E-Bike-Verleiher
3.3.2 Experteninterviews
3.3.3 Online-Befragung von E-Bike-Urlaubern
3.4 Methodenkritik
4 Synthese
Die Masterarbeit untersucht aus raumwissenschaftlicher Sicht, inwiefern die Innovation E-Bike dazu beiträgt, neue fahrradtouristische Aktionsräume in Gebieten mit bewegter Topographie zu erschließen, die zuvor für den Fahrradtourismus eher unattraktiv waren. Ziel ist es, den Status quo zu erfassen, Erfolgsfaktoren für E-Bike-Konzepte zu identifizieren und die zukünftige touristische Entwicklung dieses neuen Angebots einzuschätzen.
2.1.1 Geographische Innovations- und Diffusionsforschung
Die Geographie ist nur eine von vielen wissenschaftlichen Disziplinen, welche in der Tradition der Diffusionsforschung mitwirkte. 1995 betrug der Anteil geographischer Diffusionsstudien mit 160 Veröffentlichungen nur 4 % (ROGERS, 2003, S. 90).
Das heutige gemeine Begriffsverständnis von „Innovation“ entspricht am ehesten des von SCHUMPETER in die Wirtschaftswissenschaften eingeführten Begriffsverständnis, welcher Innovation erstmalig als „die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre[r] Erfindung“ beschreibt (vgl. SCHUMPETER, 1911/1987, S. 110f.). Zeitlich parallel wurde der ursprünglich aus der Botanik stammende Begriff in der ersten Hälfte des 20. Jh. von der Anthropologie, Ethnologie und Soziologie verwendet und bezeichnete die Ausbreitung kulturellen Fortschritts (BORCHERDT, 1961, S. 13). Die auf diesen Auffassungen aufbauende, moderne geographische Innovationsforschung beginnt mit der Dissertation des schwedischen Geographen HÄGERSTRAND (1952), welcher die Ausbreitung von Innovationen am Beispiel des Automobils und des Radios in der ehemaligen schwedischen Provinz Schonen untersuchte.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Forschungsstand sowie Definition der zentralen Forschungsfrage und Methodik.
2 Theoretischer Teil: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Innovations- und Diffusionsforschung, der allgemeinen Entwicklung des Fahrradtourismus sowie der Rolle des E-Bikes als Produktinnovation.
3 Empirischer Teil: Vorstellung der drei ausgewählten Untersuchungsgebiete, Erläuterung des Forschungsdesigns und detaillierte Präsentation der Ergebnisse aus den Online-Befragungen und Experteninterviews.
4 Synthese: Zusammenführende Interpretation der Ergebnisse, Überprüfung der eingangs aufgestellten Thesen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des E-Bike-Tourismus.
E-Bike, Elektrofahrrad, Fahrradtourismus, Tourismusdestinationen, Innovationsforschung, Diffusionsforschung, Aktionsraum, Topographie, Mittelgebirge, Hochgebirge, Pedelec, Tourismusmarkt, touristische Infrastruktur, Empirische Sozialforschung, Erfolgsfaktoren.
Die Arbeit untersucht den Wandel im Fahrradtourismus, der durch die Einführung von E-Bikes als Innovation ausgelöst wird, insbesondere im Hinblick auf die Erschließung neuer Aktionsräume.
Sie befasst sich mit der geographischen Innovationsforschung, den Grundlagen des Fahrradtourismus, der Technik und Marktsituation von Elektrofahrrädern sowie deren konkreter Anwendung in touristischen Destinationen.
Die Arbeit untersucht, ob die bisherige Limitierung des Fahrradtourismus auf weitestgehend flache Topographien durch die Innovation E-Bike aufgehoben wird und ob dadurch auch bewegte Landschaftstypen wie Mittel- und Hochgebirge als Aktionsräume erschlossen werden können.
Es wird ein Methodenpluralismus angewandt: Eine Kombination aus Literaturrecherche, einer Online-Befragung von E-Bike-Verleihern, Experteninterviews mit Tourismus-Koordinatoren sowie eine ergänzende Online-Befragung von E-Bike-Urlaubern.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Innovationsdiffusion und einen empirischen Teil, in dem drei spezifische Beispielregionen (Liebliches Taubertal, Südschwarzwald, Dachstein-Region) detailliert analysiert und verglichen werden.
Zu den zentralen Begriffen gehören E-Bike, Innovationsforschung, Radtourismus, Topographie, Destinationswahl und touristische Infrastruktur.
Im Taubertal liegt der Fokus primär auf Akkuladestationen in einer flussgeprägten Region, während der Südschwarzwald als Mittelgebirgsregion ein kombiniertes Netzwerk aus Lade- und Wechselstationen bietet, um die stärkere Topographie zu bewältigen.
Die Studie zeigt, dass E-Bike-Touristen tendenziell „Genussradler“ sind, denen das Erlebnis wichtiger als sportliche Höchstleistungen ist, und dass das E-Bike insbesondere für „Nicht-Radfahrer“ den Zugang zu neuen, auch steileren Regionen ermöglicht.
Die Einschätzungen sind gemischt; während einige Destinationen von einem stetigen Anstieg berichten, sehen viele das E-Bike-Angebot eher als ein langfristiges Zusatzangebot zur Profilierung der Region denn als unmittelbaren Umsatzbringer mit hohen Zuwachsraten bei den Touristenzahlen.
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