Magisterarbeit, 2011
117 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Überblick Rumänien
2. Beschreibung der Methoden
2.1. Erhebungsinstrumente
2.2. Fallauswahl
2.3. Datenschutz
2.4. Durchführung der Erhebung
2.5. Teilnahmebereitschaft der Befragten
2.6. Auswertungsverfahren
3. Empirischer Teil
3.1. Interview P1
3.2. Interview P3
3.3. Interview P5
3.4. Zusammenfassung der Interviews der deutschen Studierenden
3.5. Interview P2
3.6. Interview P4
3.7. Interview P6
3.8. Zusammenfassung der Interviews der rumänischen Studierenden
3.9. Vergleich Rumänische und Deutsche Interviews
3.9.1. Erstwahrnehmung
3.9.2. Interaktion und Alltag
3.9.3. Bilder über Rumänien und Deutschland vor der Anreise und Danach
3.9.4. Kommunikation und Interaktion in Rumänien und Deutschland
3.9.5. Eigenbild und Bild der Anderen
4. Theoretische Reflexion der Fallstudien
4.1. Der Fremde als Synthese von Nähe und Entferntheit
4.2. Der Fremde in Abhängigkeit zu seiner Kultur
4.3. Unterschiede in der deutschen und rumänischen Kultur
4.4. Kulturschock
4.5. Vom Fremden zum Vorurteil
5. Schlussfolgerungen
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die gegenseitige Wahrnehmung von deutschen und rumänischen Studierenden. Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse von Einzelinterviews zu dokumentieren, wie diese Studierenden das jeweils fremde Land erleben, welche Stereotype existieren und inwiefern ein Auslandsaufenthalt zu einem differenzierteren Bild beiträgt.
1.1. Überblick Rumänien
Rumänien ist ein Land, das in seiner Entwicklung sehr unterschiedliche Etappen zu bewältigen hatte. Es gibt zudem diverse Ungereimtheiten, wenn man über die Lage Rumäniens spricht. Erstens besteht keine Einigkeit darüber, zu welchem Teil Europas es eigentlich gehört: zu Osteuropa, der Balkanregion oder Zentraleuropa. Von einem strikt geographischen Standpunkt aus ist offensichtlich, dass Rumänien nicht dem Balkan zugehört (Boia 2001:11). Aus kultureller Sicht weist es jedoch Ähnlichkeiten mit den balkanischen Ländern auf. Ein Kompromiss für Rumänien stellt der Terminus Südosteuropa dar.
Rumänien besteht aus drei geschichtlichen Regionen: der Walachei, Moldau und Transsilvanien. Stark vereinfacht besitzt die Walachei tendenziell Ähnlichkeiten mit dem Balkan, Moldau mit Polen sowie Russland und Transsilvanien mit Westeuropa (Boia 2001:12). Somit gehört Rumänien, geographisch wie kulturell zu all den aufgezählten Gebieten und ist alles gleichzeitig: „So here we have a country that looks towards all the cardinal points of Europe. Its individuality lies in the fact that it has not yet opted decisively for a single direction“ (Boia 2001:12).
Das rumänische Territorium war in seiner Geschichte immer ein Grenzgebiet und ein Treffpunkt unterschiedlicher Zivilisationen und Kulturen: es war die Grenze des römischen Reiches, des Byzanz und später des Ottomanischen Reiches. Die westliche Zivilisation ist auch nur bis hier gelangt. (Boia 2001:13) Zu Beginn der Moderne haben sich die drei großen Reiche (das Ottomanische, Habsburgische und das Russische Reich) in dem Punkt getroffen, wo heute Rumänien liegt. (Boia 2001:13) In der politischen Geographie der Gegenwart bildet Rumänien die Grenze der Europäischen Union. Dieser Status als permanentes Grenzgebiet hat einerseits zu einem Festhalten an traditionellen Werten, andererseits hat es zu einer Offenheit gegenüber fremden Kulturen geführt: „Romania is a country which has assimilated, in different periods and in different ways from one region to another, elements as diverse as Turkish and French, Hungarian and Russian, Greek and German“ (Boia 2001:13).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der gegenseitigen Wahrnehmung zwischen deutschen und rumänischen Studierenden ein und formuliert die zentralen Thesen und Forschungsziele.
2. Beschreibung der Methoden: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Arbeit erläutert, inklusive Fallauswahl, Leitfaden-Erstellung, Durchführung der Einzelinterviews und der angewandten Auswertungsverfahren.
3. Empirischer Teil: Dieser Teil präsentiert die Analyse der geführten Einzelinterviews mit deutschen und rumänischen Studierenden und arbeitet die zentralen Motive und Thematisierungsregeln heraus.
4. Theoretische Reflexion der Fallstudien: Hier werden die empirischen Ergebnisse theoretisch fundiert, unter anderem durch soziologische Konzepte über den Fremden sowie kulturwissenschaftliche Ansätze zu nationalen Mentalitäten.
5. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Bedeutung der individuellen Auslandserfahrung für den Abbau von Vorurteilen.
Rumänien, Deutschland, Studierende, Wahrnehmung, Stereotype, Vorurteile, Fremder, Qualitative Sozialforschung, Kultur, Kommunikation, Interaktion, Identität, Soziologie, Kulturschock, Individualismus.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung der gegenseitigen Wahrnehmung von Rumänien und Deutschland aus der Perspektive von Studierenden, die jeweils im anderen Land gelebt haben.
Zu den zentralen Themen zählen die Konstruktion des "Fremden", kulturelle Identität, Kommunikationsstile, unterschiedliche Lebenswelten und die Rolle von Stereotypen in der Wahrnehmung des anderen Landes.
Das Ziel ist die Dokumentation eines differenzierteren Bildes von Rumänien durch deutsche Studierende und vice versa, um bestehende Stereotype zu hinterfragen und die Prozesse der interkulturellen Wahrnehmung zu beleuchten.
Die Studie nutzt qualitative Methoden, basierend auf sechs Einzelinterviews. Die Auswertung erfolgt durch eine integrativ texthermeneutische Analyse, ergänzt durch die Positioning-Analyse und die Metaphernanalyse.
Im Hauptteil werden die Interviews einzeln analysiert und kontrastiert. Dabei stehen Motive wie die Andersartigkeit, Zeitauffassung, Distanziertheit der Deutschen und die Kollektivität in Rumänien im Vordergrund.
Die zentralen Schlagworte sind Rumänien, Deutschland, Wahrnehmung, Stereotype, kulturelle Identität und die soziologische Reflexion des Fremden nach Georg Simmel und Geert Hofstede.
Die Interviews verdeutlichen eine Zäsur: Während Rumänen eine direktere und herzlichere Offenheit bevorzugen, wird der deutsche Umgang oft als reservierter, distanzierter oder zeitlich "getakteter" wahrgenommen.
Der Kommunismus wird von den rumänischen Studierenden oft als Erklärungsmechanismus für die aktuelle Arbeitsmoral oder gesellschaftliche Strukturen herangezogen, während er in den expliziten Deutschlandbildern eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Die Autorin argumentiert, dass dieses Image ein veraltetes Konstrukt ist, das westliche Standards zur Deutungshoheit erhebt und der tatsächlichen sozialen Realität im modernen Rumänien nicht mehr gerecht wird.
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