Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Rechnungslegung
2.1. Begriffliche Abgrenzung
2.2. Relevanz für Investitionsentscheidungen
2.3. Literaturüberblick
2.3.1. Der Einfluss negativer Unternehmenskennzahlen
2.3.2. Weitere Einflussfaktoren auf das Reporting Lag
2.3.3. Auswirkungen des Reporting Lag auf die Kursentwicklung
2.3.4. Sonstige Forschungsschwerpunkte
3. The Pace of Life
3.1. Der Rhythmus des Lebens - die Ausgangsstudie
3.1.1. Levine´s/Norenzayan´s Untersuchungsdesgin
3.1.2. Levine´s/Norenzayan´s Methodik
3.2. Eine Landkarte der Zeit - die Ergebnisse
4. Untersuchung
4.1. Hypothesen
4.2. Univariate Statistik
4.3. Multivariate Statistik
4.3.1. Korrelationsanalyse
4.3.2. Lineare Regressionsanalyse
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der sozio-kulturellen Geschwindigkeit einer Gesellschaft, gemessen durch den "Overall Pace Index" von Levine und Norenzayan, und der Dauer des Rechnungslegungsprozesses (Reporting Lag) von Unternehmen besteht.
2.1. Begriffliche Abgrenzung
Die vorliegende Arbeit untersucht einen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit einer Gesellschaft und dem Rechnungslegungsprozess. Als Basisvariable zur Messung der Geschwindigkeit einer Gesellschaft wird der Overall Pace Index von Levine und Norenzayan (1999) herangezogen. Auf das Zustandekommen dieses Indexes wird im nächsten Abschnitt detaillierter eingegangen. Im folgenden Abschnitt erfolgt eine Abgrenzung des Begriffs Rechnungslegung.
Rechnungslegung wird definiert als die systematische Aufstellung und Offenlegung von betrieblichen Aktivitäten. Der Jahresabschluss bildet hierbei das Kernstück der Dokumentation. Die Rechnungslegung ist ein zentraler Bestandteil der unternehmerischen Tätigkeit anhand dessen u.a. der Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens deutlich wird. Ferner lassen sich aus der Rechnungslegung auch Rückschlüsse auf die Kapitalstruktur und die Unternehmensgröße ziehen.
International agierende Unternehmen erstellen häufig nach unterschiedlichen Richtlinien und in unterschiedlichen Sprachen ihre Jahresabschlüsse, weshalb sich mannigfaltige Synonyme und Übersetzungen für den Begriff der Rechnungslegung entwickelten. Im Englischen ist in diesem Zusammenhang oftmals von Financial Reporting, Company Statement, Financial Statement oder Earnings Announcement die Rede. Sämtliche Begriffe werden in dieser Arbeit synonym für Rechnungslegung verwendet. Ein Großteil der empirischen Forschung zur zeitlichen Verteilung, dem sog. Timing, der Rechnungslegung ist in englischer Sprache verfasst worden, weshalb häufig von Earnings Announcement Dates zu lesen ist. Da sich diese Arbeit über weite Teile an bereits bestehende Forschungsarbeiten anlehnt, werden im Folgenden großteils die englischen Fachtermini verwendet, um Missverständnisse zu vermeiden.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Untersuchung ist die Berechnung des Zeitverzugs zwischen dem Ende des fiskalischen Geschäftsjahres und der Veröffentlichung des Jahresabschlusses. Dieser Zeitverzug wird als Reporting Lag bezeichnet. Um auch hier aufkommende Missverständnisse zu vermeiden, wird sich die Nomenklatur dieser Arbeit an den internationalen Literaturstandards orientieren und nicht an den Gesetzmäßigkeiten der deutschen Sprache.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Timings bei der Veröffentlichung von Unternehmenskennzahlen ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen nationaler Geschwindigkeit und dem Rechnungslegungsprozess.
2. Rechnungslegung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Rechnungslegung und bietet einen ausführlichen Literaturüberblick über bisherige Forschungsergebnisse zum Reporting Lag, unterteilt in verschiedene Einflussfaktoren.
3. The Pace of Life: Das Kapitel beschreibt die psychologische Ausgangsstudie von Levine und Norenzayan, die Methodik zur Errechnung des Overall Pace Index und die daraus resultierenden Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den untersuchten 31 Ländern.
4. Untersuchung: In diesem Hauptteil werden die Hypothesen formuliert, die Stichprobe und Variablen operationalisiert sowie die uni- und multivariaten statistischen Analysen inklusive der Regressionsmodelle durchgeführt und ausgewertet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach sich nur eine schwache Beziehung zwischen der Geschwindigkeit eines Landes und der Dauer des Reporting Lags feststellen ließ, und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Rechnungslegung, Reporting Lag, Overall Pace Index, Earnings Announcement, Zeitverzug, empirische Forschung, Unternehmensgröße, kulturelle Unterschiede, Timing, Financial Reporting, Jahresabschluss, Investitionsentscheidungen, Kapitalmarkt, statistische Analyse, Performance.
Die Arbeit untersucht, ob die kulturell bedingte Geschwindigkeit einer Gesellschaft (gemessen als Overall Pace Index) einen Einfluss darauf hat, wie schnell Unternehmen ihre Jahresabschlüsse nach Ende des Geschäftsjahres veröffentlichen.
Die zentralen Felder sind die Finanzberichterstattung (Rechnungslegung), internationale kulturelle Geschwindigkeitsunterschiede und empirische Kapitalmarktforschung.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob der Overall Pace Index von Levine und Norenzayan als Erklärungsfaktor für die Dauer des Reporting Lags in einer multinationalen Unternehmensstichprobe dienen kann.
Es werden uni- und multivariate statistische Verfahren genutzt, namentlich Korrelationsanalysen nach Bravais-Pearson sowie lineare Regressionsmodelle zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden die Hypothesen hergeleitet, die Stichprobe aus Thomson Reuters Datastream bereinigt, Variablen operationalisiert und der statistische Zusammenhang zwischen dem Pace Index, der Unternehmensgröße und dem Erfolg (Earnings per Share) auf das Reporting Lag berechnet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reporting Lag, Overall Pace Index, Rechnungslegung, Timing und empirische Analyse charakterisiert.
Eine Begrenzung auf 360 Tage wurde vorgenommen, da längere Zeitspannen den internationalen Rechnungslegungsrichtlinien (IFRS) widersprechen würden und die betreffenden Abschlüsse keinen nennenswerten Informationsgehalt für den Kapitalmarkt mehr bieten.
Hypothese I (positiver Zusammenhang zwischen Pace Index und Reporting Lag) und Hypothese II (Einfluss der Unternehmensgröße) konnten vorläufig verifiziert werden, während Hypothese III (Einfluss des EPS) abgelehnt werden musste.
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