Bachelorarbeit, 2011
54 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung & Standortbestimmung
2. Onlinebefragungen
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Definition "Onlinebefragung"
2.3 Eigenschaften von Onlinebefragungen
2.3.1 Asynchronität
2.3.2 Alokalität
2.3.3 Automatisierbarkeit
2.3.4 Dokumentierbarkeit
2.3.5 Objektivität
2.3.6 Flexibilität
2.3.7 Ökonomie
2.4 Methodeneffekte bei Internetbefragungen
3. Stichprobenziehung im Internet
3.1 Probleme bei der Stichprobenziehung im Internet
3.1.1 Undercoverage und der Digital Divide
3.1.2 Nicht definierbare Auswahlgesamtheit
3.1.3 Overcoverage
3.2 Verfahren der Stichprobenziehung im Internet
3.2.1 Nichtprobabilistische Auswahlverfahren
3.2.1.1 Selbstselektion
3.2.1.2 nichtprobabilistische E-Mail-Verfahren
3.2.2 Probabilistische Auswahlverfahren
3.2.2.1 Intercept-Befragungen
3.2.2.2 Stichprobenziehung in E-Mail-Listen mit geschlossenem Teilnehmerkreis
3.2.2.3 Stichprobenziehung mittels Medienbruch
3.2.3 Konzept einer Mixed-Mode-Rekrutierung
4. Online-Access-Panels
4.1 Abgrenzung: Panel - Online-Access-Panel
4.1.1 Stärken des Panelmodus und ihre Übertragbarkeit in ein Online-Access-Panel
4.1.2 Schwächen des Panelmodus und deren Wirksamkeit im Online-Access-Panel
4.2 Merkmalsdimensionen und Typen von Online-Panels und Einordnung des IfK-Online-Access-Panels
4.3 Das Online-Access-Panel zum IfK-DNN-Barometer
5. Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des IfK-DNN-Barometers, wie die Umstellung von einer traditionellen telefonischen Befragung auf eine internetbasierte Methode erfolgreich umgesetzt werden kann, um den Herausforderungen sinkender Ausschöpfungsquoten und veränderter Kommunikationsgewohnheiten zu begegnen.
2.3.1 Asynchronität
Mit Asynchronität ist die Zeitunabhängigkeit der Befragung gemeint (Batinic & Bosnjak 2000, S. 311). Das heißt, dem Probanden bleibt es selbst überlassen, wann er den Fragebogen ausfüllt (Chang & Krosnick 2009, S. 643). Die Asynchronität ergibt sich aus dem selbstadministrierten Durchführungsmodus (Bosnjak 2002, S. 8) und bedingt einige der wesentlichen Vorteile von Onlinebefragungen. Weil der Befragte selbst über den Zeitpunkt der Befragung entscheiden kann, wird er nicht von einem Interviewer bei anderen Tätigkeiten gestört. Derartige Störungen führen häufig zur spontanen Ablehnung bei einer Telefon- oder Haustürbefragung (Hollaus 2007, S. 33) und haben einen dementsprechend negativen Einfluss auf die Ausschöpfungsquote. Die Flexibilität zu entscheiden, wann der Proband den Fragebogen ausfüllt, das heißt wann er sich die Zeit und die Ruhe dafür nimmt, kann eine bessere Datenqualität durch präzisere Antworten zur Folge haben (Chang & Krosnick 2009, S. 647). Begründet wird diese Annahme durch die Tatsache, dass Pausen durch langes Nachdenken über die Fragestellung oder die zu gebende Antwort bei einer selbstadministrierten Internetbefragung keine Rolle spielen. Der Befragte kann sich Zeit lassen und seine Antworten in Ruhe durchdenken und reflektieren oder bei Bedarf eine Pause einlegen (ebd.).
1. Einleitung & Standortbestimmung: Einführung in die Problematik sinkender Ausschöpfungsquoten bei Telefonumfragen und die zunehmende Relevanz von Internetmethoden als notwendige Alternative.
2. Onlinebefragungen: Klärung grundlegender Begriffe sowie Analyse der sieben Merkmalsdimensionen von Onlinebefragungen, einschließlich derer Vor- und Nachteile gegenüber traditionellen Erhebungsmethoden.
3. Stichprobenziehung im Internet: Detaillierte Betrachtung der Herausforderungen bei der Stichprobenziehung, wie Undercoverage, Digital Divide und die Problematik der nicht definierbaren Auswahlgesamtheit.
4. Online-Access-Panels: Erörterung der Konzeption und Implementierung von Online-Access-Panels als strategische Antwort auf die Schwächen von Ad-hoc-Internetbefragungen, inklusive einer Einordnung des Fallbeispiels IfK-DNN-Barometer.
5. Zusammenfassung und Diskussion: Fazit über die Notwendigkeit von Qualitätsstandards bei Internetbefragungen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Erforschung der Panelpflege.
Onlinebefragung, Stichprobenziehung, Online-Access-Panel, IfK-DNN-Barometer, Internetnutzung, Digital Divide, Repräsentativität, Ausschöpfungsquote, Mixed-Mode-Rekrutierung, Datenerhebung, Umfrageforschung, Panelmortalität, Paneleffekt, Methodenvergleich, Online-Panel-Typologien.
Die Arbeit befasst sich mit dem methodischen Wandel in der sozialwissenschaftlichen Umfrageforschung, speziell der Umstellung von klassischen Telefonumfragen hin zu internetbasierten Methoden am Beispiel des IfK-DNN-Barometers.
Die zentralen Felder umfassen die Vor- und Nachteile von Onlinebefragungen, die komplexen Herausforderungen der Stichprobenziehung im Web sowie den Aufbau und die Pflege von Online-Access-Panels.
Ziel ist es zu evaluieren, wie eine internetbasierte Methodik erfolgreich konzipiert und implementiert werden kann, um trotz der inhärenten Verzerrungsprobleme valide und qualitativ hochwertige Daten zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Umfragemethodik sowie einer praxisorientierten Fallstudienanalyse des IfK-DNN-Barometers, inklusive der Anwendung von Mixed-Mode-Rekrutierungskonzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Analyse der Online-Befragungseigenschaften, eine tiefgreifende Diskussion der Stichprobenproblematik (inkl. Digital Divide) und die detaillierte Darstellung des Aufbaus eines Online-Access-Panels.
Wesentliche Begriffe sind Onlinebefragung, Stichprobenziehung, Online-Access-Panel, Repräsentativität und Mixed-Mode-Rekrutierung.
Die Studie zeigt anhand von Daten der Kommunalen Bürgerbefragung auf, dass auch im Raum Dresden signifikante Unterschiede in der Internetnutzung existieren, die bei der Stichprobenziehung für das IfK-DNN-Barometer eine direkte Verzerrungsquelle darstellen.
Aufgrund fehlender Listen aller Internetnutzer und systematischer Unterschiede zwischen Online- und Offlinebevölkerung ist eine reine Internetbefragung ohne entsprechende Korrekturmaßnahmen oder Panelstrukturen kaum repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.
Das Konzept nutzt einen "Mixed-Mode-Ansatz", bei dem Probanden zunächst über eine klassische CATI-Umfrage (Telefon) kontaktiert und anschließend für das Online-Access-Panel rekrutiert werden, um eine kontrolliertere Stichprobenauswahl zu ermöglichen.
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