Examensarbeit, 2003
133 Seiten, Note: sehr gut
A. Geschichte Israels und Arabiens
1. Israel
1.1. Die Zeit vor der Landnahme
1.2. Die Landnahme
1.3. Wagnis Königreich
1.4. Spiel der Mächte
1.5. Zweiter Versuch - Großreich Juda
1.6. Die Römer – der geographische Untergang
1.7. Unermüdliche Energien
2. Arabien.
2.1. Arabien im 1.Jahrtausend v. Chr.
2.2. Wieder streiten sich die Mächte – Rom (Byzanz) und Persien
2.3. Der große Frieden
2.4. Wiederaufnahme des Krieges – Voraussetzungen des aufkommenden Islam
2.5.Religiöse Situation zur Zeit Muhammads
2.6. Muhammad und die Gründung des Kalifats
2.7. Von den Abbasiden bis zu den Osmanen – ein Schnelldurchlauf
2.8. Mit Europa kommt eine neue Idee
3. Resümee und Weiterführung
B. Entstehung, Entwicklung und Verständnis der Schrift
1. Entstehung der Schriften des Alten Testaments
1.1. Der Prozess der Einordnung von Überliefertem und Neuem
1.1.1. Mündliche Überlieferung
1.1.2. Die Autorenschaft
1.2. Der Kanon
1.3. Die zeitliche Entwicklung der Texte
1.3.1. Entwicklung bis zu den Aufständen der Makkabäer
1.3.2. Abschluss des Kanons
1.4. Textverständnis und Bedeutung - Zur Hermeneutik
1.4.1. Der Kanon
1.4.2. Die Propheten
1.4.3. Das Gottesbild
1.4.3.1. Die Offenbarung
1.4.3.2. Der Monotheismus
1.4.3.3. Verhältnis Gott – Mensch
1.4.3.4. Liebe und Furcht
1.5. Resümee und Überleitung
2. Entstehung der koranischen Schrift
2.1. Der Koran
2.1.1. Die schriftliche Fixierung
2.1.2 Die utmanische Koranausgabe
2.1.3. Wirkung und Bedeutung des Koran
2.2. Konfrontation mit den Juden und ihre Auswirkungen auf den Koran
2.2.1. Muhammads Hoffnung auf die Juden (1-3 mekkanische Periode)
2.2.2. Falsche Hoffnungen und Bruch (die medinische Periode)
2.2.3. Auswirkung auf den Koran
2.3. Textverständnis und Bedeutung – Zur Hermeneutik
2.3.1. Der Koran
2.3.2. Wer war Muhammad?
2.3.3. Das Gottesbild
2.3.3.1. Der Mensch vor Gott
2.3.3.2. Der Monotheismus
2.3.3.3. Liebe und Furcht
2.3.3.4. Die Eschatologie
3. Resümee und Überleitung
C. Recht und Gesetz in Alten Testament und Koran
1. Überleitung und Einführung
2. Erscheinungsformen von Recht und Gesetz
2.1. Das Alte Testament
2.1.1. Kasuistische Rechtssätze
2.1.2. Apodiktische Rechtssätze – „Du sollst“, „Du sollst nicht“
2.1.3. Die Talionsformel
2.1.4. Zwischenresümee
2.2. Der Koran
2.2.1. Schwierigkeiten und Missverständnisse
2.2.2. Einteilung und Grundprinzipien des koranischen Rechts
2.2.3. Die Talionsformel
3. Die großen Rechtskorpora des Alten Testaments im Vergleich zu koranischem Recht
3.1. Recht und Gesetz im Alten Orient
3.2. Das Bundesbuch
3.2.1. Aufbau
3.2.2. Verbindung von Recht und Geschichte – das Wesen des Bundesbuches
3.3. Das Deuteronomium
3.3.1. Ursprung und zeitliche Einordnung
3.3.2. Besonderheiten des Deuteronomiums
3.3.3. Das Wesen des Deuteronomiums
3.4. Die Priesterschrift
3.4.1. Ursprung, Aufbau und Umfang
3.4.2.. Die Besonderheiten
3.4.3. Das Wesen- die Theologie
3.5. Der Streit um die Gunst Gottes
4. Verständnis und Bedeutung – Zur Hermeneutik
4.1. Verbindung von Gottesbild und Gesetz im Alten Testament
4.1.1. Der gesetzgebende und strafende Gott
4.1.2. Der liebende und zugewandte Gott
4.1.3. Zusammenfassung
4.2. Verbindung von Gottesbild und Gesetz im Koran
4.2.1. Der gesetzgebende und strafende Gott
4.2.2. Der barmherzige und gerechte Gott
4.2.3. Zusammenfassung
4.3. Bedeutung des Gehorsams
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie das Rechtsverständnis im Alten Testament und im Koran. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit diese Schriften als strikte Gesetzesreligionen fungieren und welche Rolle der Gehorsam gegenüber göttlichen Geboten im Hinblick auf das individuelle und gemeinschaftliche Leben einnimmt.
Die Schwierigkeit der Quellenzusammenführung
Die Schwierigkeit einer kurzen Darstellung der Geschichte verschiedener Völker, Länder oder Ereignisse besteht darin, die verschiedenen, z.T. unsicheren Quellen zusammenzufügen und ein relativ klares Bild entstehen zu lassen.
In Bezug auf die Geschichte Israels liegen am greifbarsten die Schriften des Alten Testamentes vor. Bei den geschichtlichen Darstellungen des Alten Testaments handelt es sich nicht „um Konzeptionen aus einem Guß, sondern um Traditionswerke, deren Verfasser aus einem größeren Quellenbestand ausgewählt und in ihrer Geschichtsdarstellung ältere Literaturwerke, Einzelüberlieferungen und eigene Betrachtungen nebeneinandergestellt haben.“
Die außerbiblischen Texte helfen dabei, Lücken zu füllen, die Verflechtung Israels in die Geschichte der Nachbargebiete mit einzubeziehen und so ein relativ stabiles Gesamtbild zu entwerfen.
Die archäologischen Funde sind von Bedeutung, „weil sie Stand und Entwicklung der materiellen Kultur in einer bestimmten Epoche widerspiegeln“, auch wenn sie immer noch der Interpretation durch Texte bedürfen.
A. Geschichte Israels und Arabiens: Bietet einen historischen Überblick über die politischen Rahmenbedingungen in Israel und Arabien, die für das Verständnis der späteren Schrift- und Rechtsentwicklung essenziell sind.
B. Entstehung, Entwicklung und Verständnis der Schrift: Analysiert die Genese der Heiligen Schriften des Judentums und des Islams sowie die zentralen hermeneutischen Konzepte der jeweiligen Traditionen.
C. Recht und Gesetz in Alten Testament und Koran: Vergleicht die juristischen Erscheinungsformen, Rechtskorpora und die theologischen Begründungen des Gesetzes in beiden Religionen unter besonderer Berücksichtigung des Gehorsamsbegriffs.
Altes Testament, Koran, Rechtsentwicklung, Gesetzesreligion, Jahwe, Allah, Offenbarung, Kanon, Gehorsam, Theokratie, Hermeneutik, Sündhaftigkeit, Barmherzigkeit, Eschatologie, Monotheismus.
Die Publikation untersucht das Rechts- und Gesetzesverständnis im Judentum und im Islam durch einen Vergleich des Alten Testaments mit dem Koran.
Die zentralen Themen sind die historische Genese der Texte, die verschiedenen Rechtsstrukturen sowie das Verhältnis zwischen göttlichem Gesetz und menschlichem Gehorsam.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Rechtskonzeption und im Gottesbild beider Religionen objektiv darzustellen, ohne die Traditionen gegeneinander auszuspielen.
Die Arbeit nutzt einen historisch-kritischen Ansatz, um die Entwicklung der Texte, ihre Entstehungsgeschichte und die daraus resultierenden hermeneutischen Konsequenzen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, die Analyse der Schriftentstehung sowie eine vergleichende Untersuchung der Rechtsordnungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Offenbarung, Kanon, Gehorsam, Gesetz, Talion, Monotheismus und Barmherzigkeit.
Das Gottesbild im Koran wird als durchgängig allmächtig und absolut geschildert, während im Alten Testament das Bild durch einen starken Bundescharakter und ein persönliches Gegenüber-Verhältnis geprägt ist.
Der Gehorsam ist im islamischen Recht als notwendige Antwort auf die göttliche Rechtleitung und als grundlegende Lebenshaltung definiert, wobei der Fokus auf der Hingabe an Gott liegt.
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