Diplomarbeit, 2003
68 Seiten, Note: 1,0
1. Film zwischen Wirtschaft und Kultur – die « exception culturelle »
2. Die staatliche Umverteilung als Besonderheit des französischen Filmförderungssystems
3. L’aide à la production
3.1 Der Produktionssektor in Frankreich
3.2 Der Beitrag der Fernsehsender
3.3 Förderung auf nationaler Ebene
3.3.1 Le CNC- Centre National de la Cinématographie
3.3.2 Les SOFICA- Sociétés pour le Financement du Cinéma et de l’Audiovisuel
3.3.3 L’IFCIC-Institut pour le Financement du Cinéma et des Industries Culturelles
3.3.4 La Fondation GAN pour le Cinéma
3.4 Förderung auf regionaler Ebene am Beispiel des Finanzierungssystems der Region Rhône-Alpes
3.4.1 Die Koproduktionsgesellschaft Rhône-Alpes Cinéma
3.4.2 La Commission du Film Rhône-Alpes
3.5 Fallbeispiel: Budgetierung des Films « L’homme du train »
3.6 Aktuelle Situation der französischen Filmproduktion
4. L’aide à la distribution
4.1 Der Sektor Filmverleih in Frankreich
4.2 Verleihförderung auf nationaler und regionaler Ebene
4.2.1 Le CNC -Centre National de la Cinématographie
4.2.2 L’ACID- L'Agence du Cinéma Indépendant pour sa Diffusion
4.2.3 L’ADRC- L’Agence pour le Développement Régional du Cinéma
4.3 Exportförderung durch die Organisation Unifrance
4.4 Exportbilanz des französischen Films
5. L’aide à l’exploitation
5.1 Der Sektor « exploitation » in Frankreich
5.2 Zielsetzung staatlicher Förderung: «diversité des salles»
5.2.1 Die Regulierung der Multiplex-Kinos
5.2.2 Le CNC- Centre National de la Cinématographie
5.2.3 L’IFCIC-Institut pour le Financement du Cinéma et des Industries Culturelles
5.3 Die Association des Cinémas d’Art et Essai zur Sicherung des Programmkinos
5.4 Regionale Förderung am Beispiel der Region Rhône-Alpes
5.4.1 L’ADRC-L’Agence pour le Développement Régional du Cinéma
5.4.2 Le GRAC – Le Groupement Régional d’Actions Cinématographiques
5.5 Fallbeispiel: Der Kinobetrieb « Les Alizés » in Bron
5.6 Besucherzahlen und Marktanteil des französischen Kinos
6. Filmförderung im Vergleich mit Deutschland
Die Arbeit analysiert das französische Filmförderungssystem, dessen Ziel es ist, den Schutz und den Aufbau der nationalen Filmwirtschaft zu sichern, um kulturelle Vielfalt inmitten des wirtschaftlichen Drucks zu erhalten. Dabei steht die Untersuchung der drei Sektoren Produktion, Verleih und Kinobetrieb im Fokus, wobei insbesondere die Rolle der Region Rhône-Alpes als Fallbeispiel dient.
3.1 Der Produktionssektor in Frankreich
Das Dictionnaire du Film definiert den Bereich der Produktion als «la branche économique du cinéma rattachée à la réalisation d’un film». Der Produzent ist demnach «la personne responsable du financement et de l’administration d’un film, de l’état de projet jusqu’à sa sortie». Das heißt, er ist insbesondere für die Sicherung der Finanzierung des Films zuständig. Doch die Investitionen sind sehr hoch, denn die durchschnittliche Höhe von Filmbudgets liegt bei 4,36 Millionen Euro. Die Einnahmen sind hingegen ungewiss, da der Erfolg des Films beim Publikum nicht vorhersehbar ist, und dazu kommt, dass der Preis für die Eintrittskarten unabhängig von den Produktionskosten fixiert ist. Aufgrund des hohen Investitionsvolumens und des großen Risikos kann der Produzent die Mittel nicht alleine aufbringen und muss deshalb auf Fremdfinanzierung durch Koproduzenten oder in Form öffentlicher und privater Unterstützung, zurückgreifen. An dieser Stelle wird deutlich, dass monetäre Förderung nötig ist, um die Finanzierung einer Produktion überhaupt erst zu ermöglichen. Außerdem wird durch die Subventionen dem Produzenten die Möglichkeit eröffnet, künstlerische Ansprüche zu berücksichtigen, anstatt aus rein wirtschaftlichem Kalkül zu handeln. Die unterschiedlichen Maßnahmen zur Produktionsförderung in Frankreich werden im Folgenden eingehender behandelt.
1. Film zwischen Wirtschaft und Kultur – die « exception culturelle »: Dieses Kapitel erläutert die Ambivalenz zwischen Film als Kultur- und Wirtschaftsprodukt und die französische Forderung nach einer kulturellen Ausnahmebestimmung gegenüber dem globalen Markt.
2. Die staatliche Umverteilung als Besonderheit des französischen Filmförderungssystems: Hier wird das zentrale staatliche Instrumentarium, insbesondere das Centre National de la Cinématographie (CNC) und der „compte de soutien au cinéma“, als Mechanismus zur Autofinanzierung der Branche beschrieben.
3. L’aide à la production: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen Förderinstrumente für die Filmproduktion auf nationaler und regionaler Ebene, einschließlich privater Stiftungen und Fernsehsenderbeiträge.
4. L’aide à la distribution: Der Fokus liegt hier auf den Herausforderungen des Filmverleihs, der Exportförderung durch Unifrance sowie der Rolle von Organisationen wie ACID und ADRC bei der Unterstützung des Vertriebs.
5. L’aide à l’exploitation: Dieses Kapitel analysiert die Situation der Kinobetriebe, die Regulierung von Multiplex-Kinos und die gezielte Förderung von Filmkunsttheatern sowie regionaler Initiativen.
6. Filmförderung im Vergleich mit Deutschland: Abschließend werden die zentralistischen Strukturen Frankreichs den deutschen Gegebenheiten gegenübergestellt, wobei die institutionelle Trennung von Kultur- und Wirtschaftsförderung in Deutschland als zentraler Kritikpunkt identifiziert wird.
Filmförderung, Frankreich, Kino, Produktion, Filmverleih, exploitation, CNC, exception culturelle, Filmwirtschaft, Koproduktion, Kinobetrieb, Filmkunst, Rhône-Alpes, Subventionen, Diversität.
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Formen und Mechanismen staatlicher sowie regionaler Unterstützung für das französische Kinosystem, um kulturelle Vielfalt zu wahren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Filmproduktion, dem Filmverleih und dem Kinobetrieb als den drei tragenden Säulen der Filmförderung in Frankreich.
Das Ziel ist es, die komplexen Mittel der Förderung transparent zu machen und aufzuzeigen, wie Frankreich den Schutz seiner Filmkultur gegenüber ökonomischen Marktkräften organisiert.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung aktueller Berichte von Fachinstitutionen wie dem CNC, statistische Daten und Interviews mit Branchenexperten.
Der Hauptteil analysiert detailliert die staatlichen Subventionswege, den Einfluss der Fernsehsender, die Arbeit von Verleih- und Kinoverbänden sowie die Spezifika regionaler Förderung in Rhône-Alpes.
Die wichtigsten Begriffe sind Filmförderung, exception culturelle, Kinobetrieb, Produktion, Filmverleih und Filmwirtschaft.
Es handelt sich um einen speziellen Fonds des CNC, der durch Steuern auf die Vermarktung von Filmen gespeist wird und die Umverteilung von Mitteln innerhalb der Filmbranche ermöglicht.
Die Region dient als Fallbeispiel für dezentrale Förderbemühungen, in der Einrichtungen wie die Koproduktionsgesellschaft Rhône-Alpes Cinéma aktiv in den Finanzierungsprozess eingreifen.
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