Diplomarbeit, 1997
155 Seiten, Note: 1,0
I. DIE MODERNE
I.1. DIE STRATEGIEN DER MODERNE
I.1.1. “Moderne und Ambivalenz”
I.1.2. Schluß
I.2. DIE ‘UNTERIRDISCHE GESCHICHTE’
I.2.1. Ausgangspunkt: Die moderne ‘Haßliebe gegen den Körper’
I.2.2. Der Formierung des Körpers zum ‘Marsch in die Moderne’
I.2.3. Schluß
II. TANZGESCHICHTE
II.1. WISSENSWERTES ÜBER DEN TANZ IM ALLGEMEINEN
II.1.1. Die Kennzeichen der Modernität und des ‘modernen Tanzes’
II.1.2. Allgemeine Probleme der Tanzwissenschaft
II.I.3. Tanzgeschichte
II.2. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES MODERNEN TANZES
II.2.1. Das Merkmal der Zufälligkeit
II.2.2. Die Anfänge
II.2.3. Die Entstehung des ‘Ausdruckstanzes’ in Deutschland und des ‘modern dance’ in den USA
II.2.4. Die Rolle des ‘Ausdruckstanzes’ im Dritten Reich
II.2.5. Entwicklung des Tanzes nach dem zweiten Weltkrieg bis heute
II.3. SCHLUß
III. DEKONSTRUKTION
III.1. BEJAHUNGEN
III.2. DAS ‘KONZEPT’ DERRIDAS
III.2.1. Dekonstruktion - eine Operation von Innen
III.2.2. Différance - “eine glückliche Wendung Derridas”
III.2.3. Dekonstruktion
III. 3. BEJAHUNGEN
IV. BEWEGTE DEKONSTRUKTION
IV.1. ZUSAMMENHANG UND SCHNITTPUNKTE
VI.1.1. Zusammenhänge
IV.1.2. Schnittstellen
IV.2. EIN ENTWURF DER ‘BEWEGTEN DEKONSTRUKTION’
IV.2.1. ‘Bewegte Dekonstruktion’ als Prozeß
IV.2.2. ‘Bewegte Dekonstruktion’ als Aufführung
IV.3. ENDE UND ANFANG
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen für eine "Bewegte Dekonstruktion" zu schaffen, indem moderne pädagogische Texte hinsichtlich ihres Körperverständnisses analysiert und mit dekonstruktivistischen Ansätzen nach Jacques Derrida verknüpft werden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie der Körper in modernen Diskursen als Instrument der Dekonstruktion fungieren kann.
Die Klassifizierungs- und Benennungsfunktion der Sprache
Mittels Sprache verständigen sich die Menschen untereinander. Sie benennen einen Gegenstand, ein Ereignis oder ein Gefühl und ordnen damit jenen Gegenstand, jenes Ereignis oder Gefühl einer eindeutig bestimmten und dadurch erlernbaren Kategorie zu. Klassifizieren und Benennen sind zwei der wichtigsten Funktionen der Sprache und so verwundert es nicht, daß sich Probleme und Unsicherheiten ergeben, wenn eine eindeutige Klassifizierung nicht möglich ist, wenn ein zu Benennendes mehr als nur einer Kategorie zugeordnet werden kann. Denn Mehrdeutigkeit zerstört die angestrebte Ordnung, die die Verständigung erleichtern und einen ‘klaren Durchblick’ sicherstellen soll und schafft statt dessen Unordnung und Ambivalenz. “Das Hauptsymptom der Unordnung ist das heftige Unbehagen, das wir empfinden, wenn wir außerstande sind, die Situation richtig zu lesen und zwischen alternativen Handlungen zu wählen.”
Doch anders als zunächst zu vermuten, ist Ambivalenz - die im Fall der Sprache auch Mehrdeutigkeit heißen kann - kein Zeichen für das Versagen von Sprache, vielmehr entsteht sie ebenfalls durch den Vorgang der Klassifizierung. “Ambivalenz ist deshalb das alter ego der Sprache und ihr permanenter Begleiter - ja, ihr Normalzustand.” Und trotzdem kommt diesen beiden Seiten der gleichen Medaille keine gleichwertige Bedeutung zu, denn sie bedienen nicht in gleicher Weise das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit. Während die Möglichkeit, Klassen zu bilden und Ordnung zu schaffen, sich also eindeutig mitzuteilen bzw. die gemeinte, klare Botschaft deutlich zu verstehen, ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, weil sie die Welt strukturiert und die Ereignisse vorhersagbar und berechenbar macht, bedeutet Ambivalenz einen Verlust dieser mühsam erworbenen Kontrolle.
I. DIE MODERNE: Analyse der ordnungsschaffenden Strategien der Moderne und ihrer historischen Auswirkungen auf das Körperverständnis.
II. TANZGESCHICHTE: Untersuchung des Tanzes als Ausdrucksmedium und kritische Reflexion seiner Rolle in der Moderne.
III. DEKONSTRUKTION: Einführung in Derridas Dekonstruktionskonzept und dessen Anwendung zur Infragestellung metaphysischer Hierarchien.
IV. BEWEGTE DEKONSTRUKTION: Entwicklung eines Entwurfs, der Bewegung als dekonstruktives Instrument begreift.
Moderne, Dekonstruktion, Körper, Tanz, Ambivalenz, Ordnung, Jacques Derrida, Zygmunt Bauman, Leib, Schrift, Metaphysik, Differenz, Ausdruckstanz, Identität, Körpergeschichte.
Die Diplomarbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem modernen Körperbegriff und dekonstruktivistischen Theorien, um eine neue Form der "Bewegten Dekonstruktion" zu entwerfen.
Zu den Schwerpunkten gehören moderne Ordnungsstrategien, die Geschichte der Körperdegradierung, die Theorie von Jacques Derrida und die Entwicklung des modernen Tanzes.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Körper in einer durch moderne Strategien fragmentierten Welt zum Instrument der Dekonstruktion und somit zum aktiven Medium der Kritik werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse philosophischer und tanzhistorischer Texte, die durch eine eigene theoretische Verknüpfung und Entwurfsperspektive ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit der Moderne, eine historische Aufarbeitung der Tanzgeschichte und eine explizite theoretische Fundierung der Dekonstruktion.
Zentrale Begriffe sind Moderne, Dekonstruktion, Körper, Leib, Ambivalenz, Tanz, Identität und Differenz.
Das Konzept wird als "Alphabetisierung des Körpers" verstanden, wobei durch gezielte Übungen und textbezogene Bewegungsarbeit der Körper als lesbarer Text und Interpret seiner eigenen Geschichte entdeckt wird.
Der Film dient als Fallbeispiel, an dem die Verwebung von philosophischen Gedanken der Dekonstruktion mit künstlerischen Ausdrucksformen illustriert wird, um das Labyrinth des Exils und die Nicht-Eindeutigkeit des Lebens darzustellen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

