Magisterarbeit, 2001
87 Seiten, Note: sehr gut
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Rezeption griechischer Epigramme im Werk des römischen Lyrikers Catull. Sie analysiert den Einfluss hellenistischer Epigramme auf Catulls eigene Gedichte und beleuchtet das Selbstverständnis des Dichters im Kontext seiner Rezeption griechischer Traditionen.
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in die Persönlichkeit und das Werk Catulls und beleuchtet die besonderen Herausforderungen, die sich aus der spärlichen Quellenlage ergeben. Im zweiten Kapitel wird das Selbstverständnis der "poetae novi", zu denen auch Catull zählt, untersucht und der Einfluss hellenistischer Literaturelemente auf ihre poetischen Ziele hervorgehoben. Das dritte Kapitel analysiert die Verbreitung des hellenistischen Kunstprinzips in Rom vor Catull, wobei die Entwicklung des griechischen Epigramms und der Einfluss von Kallimachos besonders hervorgehoben werden. In Kapitel 4 werden Einflüsse griechischer Literatur in Catulls Werk außerhalb der Epigramme betrachtet, während das fünfte Kapitel sich mit der Rezeption hellenistischer Epigramme in Catulls eigenen Epigrammen beschäftigt. Dabei werden sowohl direkte als auch indirekte Einflüsse anhand konkreter Beispiele analysiert.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Rezeption griechischer Epigramme im Werk Catulls, wobei die Rolle des hellenistischen Kunstprinzips, die "poetae novi" und die Analyse von Catulls Selbstverständnis als Dichter im Kontext der Epigrammtradition im Vordergrund stehen.
Die „poetae novi“ (neue Dichter) waren eine Gruppe römischer Lyriker, zu denen Catull gehörte, die sich von der traditionellen Epik abwandten und stattdessen kürzere, kunstvolle und persönlichere Gedichte nach hellenistischem Vorbild verfassten.
Kallimachos war ein bedeutender Vertreter der hellenistischen Dichtung. Sein Ideal der „leptotes“ (Feinheit und Kürze) prägte Catulls Stil maßgeblich, was sich in direkten Übernahmen und strukturellen Ähnlichkeiten in den Epigrammen zeigt.
Catulls Epigramme zeichnen sich durch die Verbindung von hoher literarischer Kunstfertigkeit (alexandrinisches Prinzip) und dem Ausdruck scheinbar unmittelbarer, subjektiver Gefühle aus.
Die Überlieferungslage ist problematisch, da fast alle modernen Ausgaben auf einem einzigen Codex aus dem 13. Jahrhundert basieren. Biographische Fakten über Catull sind zudem spärlich und teils widersprüchlich.
In der Forschung wird oft diskutiert, ob Catulls Gedichte spontane Gefühlausbrüche sind oder ob diese Emotionalität eine bewusst konstruierte literarische Maske nach griechischem Vorbild ist.
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