Examensarbeit, 2003
97 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Ansätze zum Textverstehen
2.1. Wissenschaftsgeschichtlicher Kontext
2.2. Ebenen des Verstehens
2.2.1. Die sensorische Rezeption
2.2.2. Die Bedeutung der Wörter
2.2.3. Die Satzverarbeitung
2.2.4. Die semantische Rezeption
2.2.5. Die pragmatische Rezeption
2.3. Verstehenstheorien
2.3.1. Das Konstruktions-Integrations-Modell von Walter Kintsch
2.3.1.1. Vorüberlegungen
2.3.1.2. Konstruktion und Integration
2.3.1.3. Der Kontext der Theorie
2.3.2. Die Theorie mentaler Modelle von Philipp N. Johnson-Laird
2.4. Die Interaktion
2.5. Die Situation
3. Konzepte der Lesekompetenz
3.1. Lesekompetenz nach Hurrelmann und Groeben
3.1.1. Die Kompetenz
3.1.2. Die Dimensionen
3.1.3. Einflussfaktoren und Bedingungen
3.2. Das Konzept und die Theorien im Vergleich
3.2.1. Kognitive Elemente
3.2.2. Die Situation
3.3. Schlussfolgerungen
3.4. Lesekompetenz nach PISA
3.4.1. Rahmenbedingungen
3.4.2. Das Konzept
3.5. Das Konzept und die Theorien im Vergleich
3.6. Überlegungen zur Umsetzung
4. Entwicklung einer Methode
4.1. Notwendige Bestandteile der Methode
4.2. Bestehende Mikro- und Mesostrategien
4.2.1. Mikrostrategien
4.2.1.1. Der Text
4.2.1.2. Das Wissen
4.2.1.3. Die Darstellung
4.2.1.4. Die Motivation
4.2.2. Mesostrategien
4.2.2.1. Die SQ3R-Methode
4.2.2.2. Das MURDER-Schema
4.2.2.3. REDUTEX
4.2.3. Vorteile einer Mesostrategie
4.3. Die Effektivität von Lernstrategien
4.4. Die Methode
4.4.1. Der Aufbau der Methode
4.4.2. Die Rahmenbedingungen
5. Anbindung an die Fachdidaktik
5.1. Eine Aufgabe der Fachdidaktik
5.2. Einordnung in den Diskussionskontext
6. Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel, theoretisch fundierte Ansätze zum Textverstehen in eine praktische, fachdidaktisch anwendbare Methode für den Deutschunterricht zu überführen, um der geringen Lesefähigkeit deutscher Schüler entgegenzuwirken.
2.2.1 Die sensorische Rezeption
Die sensorische Rezeption umfasst das Erkennen sprachlicher Zeichen. Beim Lesen geht es um die Erkennung und Decodierung der Buchstaben.
Der Blick gleitet nicht kontinuierlich über den Text, sondern springt von einem Ruhepunkt zum nächsten. Nur in den Ruhepausen zwischen den Sprüngen, den Fixationen, wird Information aufgenommen. Eine Fixation dauert durchschnittlich 250 ms. Ein Sprung, auch Sakkade genannt, dauert ca. 15 ms und umfasst etwa 8 Zeichen. In 90% der Fälle ist sie der Leserichtung entsprechend nach rechts gerichtet. Einige Sprünge geschehen entgegengesetzt zur Leserichtung. Diese Regressionen erfolgen, wenn der Leser glaubt, etwas nicht verstanden zu haben. (Rickheit, Sichelschmidt & Strohner, 2002; Richter & Christmann, 2002; Rayner & Sereno, 1994; Gross, 1994; Günther, 1988)
Die Fixation liegt meistens in der Mitte eines Wortes. Die Wahrnehmungsspanne um die Fixation herum ist asymmetrisch und zwar in Abhängigkeit von der Leserichtung. Im Englischen erstreckt sie sich beispielsweise weiter nach rechts als im Hebräischen. Das Auge greift beim Erfassen des Wortes also vor. (Gross, 1994; Günther, 1988)
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die geringe Lesefähigkeit deutscher Schüler und stellt die Notwendigkeit dar, theoretische Ansätze zum Textverstehen praxisnah in den Deutschunterricht zu integrieren.
2. Ansätze zum Textverstehen: Dieses Kapitel liefert eine wissenschaftsgeschichtliche Einordnung und erläutert kognitive Ebenen sowie zentrale Verstehenstheorien, um eine Basis für den praktischen Teil der Arbeit zu schaffen.
3. Konzepte der Lesekompetenz: Hier werden bestehende Konzepte, insbesondere das von Hurrelmann und Groeben sowie das PISA-Modell, analysiert und kritisch mit den theoretischen Ansätzen verglichen.
4. Entwicklung einer Methode: Basierend auf den vorangegangenen Analysen wird eine neue Methode zur Förderung des Textverstehens bei Schülern konstruiert, wobei bestehende Strategien als Bausteine dienen.
5. Anbindung an die Fachdidaktik: Dieser Abschnitt ordnet die entwickelte Methode in den aktuellen fachdidaktischen Diskussionskontext ein und formuliert Aufgaben für die praktische Umsetzung.
6. Resümee: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont das Potenzial der Methode, zwischen theoretischer Fundierung und praktischer Anwendbarkeit zu vermitteln.
Textverstehen, Lesekompetenz, Sprachverarbeitung, Kognition, Lesestrategien, PISA-Studie, Didaktik, Interaktion, Mentale Modelle, Situation, Lernstrategien, Mikrostrategien, Mesostrategien, Wissensbasis, Bedeutungskonstruktion
Die Arbeit untersucht Ansätze zum Textverstehen, um eine praktisch anwendbare Methode für den Deutschunterricht zu entwickeln, die Schülern bei der Verbesserung ihrer Lesekompetenz hilft.
Die zentralen Felder umfassen kognitive Theorien der Textverarbeitung, Konzepte der Lesekompetenz sowie die Entwicklung und Einordnung von Lernstrategien in die Fachdidaktik.
Das Ziel ist die Konstruktion einer methodischen Handlungsanleitung für Schüler, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und den gesamten Verstehensprozess unterstützt.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, der kognitionswissenschaftliche Grundlagen und existierende Kompetenzkonzepte sowie Strategieforschung vergleicht und für die Unterrichtspraxis neu modelliert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung kognitiver Verarbeitungsebenen, den Vergleich von Lesekompetenzkonzepten (PISA, Hurrelmann/Groeben) und die praktische Herleitung einer eigenen Lesemethode.
Die wichtigsten Begriffe sind Textverstehen, Lesekompetenz, Kognition, Lernstrategien, Didaktik, Mentale Modelle und Wissensbasis.
Die entwickelte Methode integriert den situativen Kontext expliziter als reine Standardstrategien und ist speziell darauf ausgerichtet, Schüler schrittweise an die komplexe Bedeutungskonstruktion heranzuführen.
Die Autorin argumentiert, dass Textverstehen kein isolierter Prozess ist, sondern in einen Handlungszusammenhang eingebettet ist, der Ziele, Vorwissen und die jeweilige Kommunikationssituation umfasst.
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