Diplomarbeit, 2003
130 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. ENTSCHEIDUNG UND RATIONALITÄT
2.1. Rationalität
2.1.1. Rationalität im ökonomischen Sinn
2.2. Entscheidungen
2.2.1. Einblicke in die Konfliktpsychologie
2.2.2. Entscheidungsmodelle
2.2.3.1. Normative Theorie
2.2.3.2. Deskriptive Theorie
2.2.3.3. Explikative Theorie
2.2.3.4. Präskriptive Theorie
2.2.4. Statistische Entscheidungsmodelle
2.2.4.1. Subjektiver und objektiver Wert
2.2.4.2. Subjektive und objektive Wahrscheinlichkeit
2.2.4.3. Das SEU – Modell
2.3. Schwächen menschlichen Entscheidungsverhalten
2.3.1. Heuristiken zur Komplexitätsreduzierung
2.3.1.1. Vereinfachungen
2.3.1.2. Mental acconting
2.3.1.3. Verfügbarkeitsheuristik
2.3.1.4. Vernachlässigung von Informationen
2.3.2. Urteilsfindung
2.3.3. Wahrnehmungs- und Bewertungsschwächen
2.3.3.1. Relative Bewertung
2.3.3.2. Kognitive Dissonanz
2.3.3.3. Das Kontrollmotiv
2.4. Fazit
3. STANDORTENTSCHEIDUNGEN
3.1. Einführung in die Standortproblematik
3.1.1. Wirtschaftsstandort Deutschland
3.1.2. Begriffliche Grundlagen von Standortentscheidungen
3.2. Standortentscheidungsprozesse
3.2.1. Standortakteure
3.2.2. Phasen der Entscheidungsfindung
3.2.2.1. Standortprobleme
3.2.2.2. Standortsuche und Informationsbeschaffung
3.2.2.3. Standortbewertung und Standortauswahl
3.3. Standortanalyse
3.3.1. Strategische Standortanalyse
3.3.1.1. SWOT Analyse
3.3.2. Methoden der Standortanalyse
3.3.2.1. Standortpotentialanalyse
3.3.2.2. Konkurrenz-, Markt- und Umfeldanalyse
3.3.2.3. Portfolioanalyse
3.4. Standortmarketing
3.4.1. Entwicklung von Standortmarketing – Konzeptionen
3.4.2. Instrumente des Standortmarketing
3.4.3. Strategien zur Standortverbesserungen
3.4.3.1. Stadtgestaltung
3.4.3.2. Infrastrukturen
3.4.3.3. Dienstleistungen
3.4.3.4. Attraktionen
3.5. Imageentwurf eines Standortes
3.5.1. Vorgehensweise der Imagebestimmung
3.5.2. Instrumente der Imageverbreitung
3.5.2.1. Slogans und visuelle Symbole
3.5.2.2. Werbung und Direktmarketing
3.5.2.3. Verkaufsförderung und Public Relation
3.5.2.4. sonstige Instrumente
4. EINFÜHRUNG – FASZINATION OLYMPISCHE SPIELE
4.1. Entscheidungsträger gemäß der Olympischen Charta
4.1.1. Das Internationale Olympische Komitee
4.1.2. Das Nationale Olympische Komitee
4.1.2.1. Aufbau des NOK
4.1.2.2. Aufgaben
4.1.3. Das Organisationskomitee
4.2. Die Olympischen Spiele in Deutschland
4.2.1. Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin
4.2.2. Die Olympischen Spiele 1972 in München
4.2.2.1. Die Bewerbung
4.2.2.2. Die Organisation und Finanzierung
4.2.2.3. Bauten und Infrastruktur
4.2.2.4. Personal, Werbung und Öffentlichkeit
4.2.2.5. Nachnutzung
4.3. Olympische Spiele in Deutschland - „Rationale“ Standortentscheidung?
5. DIE BEWERBUNG FÜR DIE OLYMPISCHEN SPIELE 2012
5.1. Die nationale Evaluierung
5.1.1. Methode und Vorgehen
5.1.2. Darstellung des Evaluierungssystems
5.1.3. Vorstellung der Bewerber
5.1.4. Ergebnisse der Evaluierung
5.1.4.1. Kriterium „Unterstützung und Öffentliche Meinung“
5.1.4.2. Kriterium „Allgemeine - und Sportinfrastruktur“
5.1.4.3. Kriterium „Olympisches Dorf und Umwelt“
5.1.4.4. Kriterium „Beherbergung und Transport“
5.1.4.5. Kriterium „Großereignisse und Finanzierung“
5.1.4.6. Kriterium „Bewerbungskonzept und Regionaler Sport“
5.1.4.7. Kriterium „Kulturprogramm und Jugendlager“
5.1.4.8. Kriterium „Paralympics und Reason Why“
5.1.4.9. Kriterium „Leitmotiv“
5.1.5. Leipzig macht das Rennen in Deutschland – Eine rationale Entscheidung?
5.2. „Applicant City“ Phase
5.3. „Candidate City“ Phase
5.4. Die Internationale Konkurrenz
6. ÖKONOMISCHE ASPEKTE DER OLYMPISCHEN SPIELE
6.1. Verdrängungseffekte
6.2. Einkommenseffekte
6.3. Beschäftigungseffekte
6.4. Preisniveauänderungen
6.5. Intangible Effekte
6.6. Zusammenfassung
7. AUSBLICK
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Implikationen sowie strategische Aspekte von Standortentscheidungen anhand des Beispiels der Olympischen Spiele in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, inwieweit die Vergabe der Olympischen Spiele an deutsche Städte rationalen Kriterien unterliegt oder durch politische sowie emotionale Faktoren beeinflusst wird, wobei insbesondere der Bewerbungsprozess für die Spiele 2012 im Detail analysiert wird.
2.3.1.2. Mental acconting
Diese Art der Komplexreduzierung zeichnet sich durch die Vernachlässigung von Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projekten aus. Das bedeutet, dass ein Akteur nicht die Gesamtheit aller Projekte und deren Konsequenzen berücksichtigt, sondern für jede Aktion ein „mentales Konto“ führt. Im Verlaufe seiner Überlegungen bewegt sich der menschliche Geist zu einem gewissen Zeitpunkt ausschließlich in einem mentalen Konto. Diese Art der Komplexreduzierung ist einerseits wirkungsvoll, birgt aber auf der anderen Seite Probleme in sich. Folgendes Beispiel soll die Vorgehensweise des Mental accountings veranschaulichen.
Situation 1: Stellen sie sich vor, sie sind ein sportbegeisterter Mensch und haben das Glück eine Eintrittskarte für die Tribüne im Wert von 30 Euro für das German Meeting in einer deutschen Stadt zu ergattern. Auf dem Weg dorthin verlieren sie ihre Eintrittskarte, jedoch haben sie die Möglichkeit eine gleichwertige Karte noch an der Tageskasse zu erhalten. Was machen sie? Kaufen sie eine neue Karte?
Situation 2: Durch gute Beziehung zum Veranstalter ist es ihnen möglich gewesen, eine Eintrittskarte für den Sportevent zu reservieren. Dort angekommen bemerken sie, dass sie die 30 benötigten Euro verloren haben, aber glücklicherweise noch genügend Geld dabei haben. Kaufen sie die Karte?
Im Grunde genommen sind beide Fälle identisch. Es wird jeweils ein Verlust von 30 Euro festgestellt und es muss eine Entscheidung getroffen werden, ob erneut dieser Betrag bereitgestellt wird, um den Event zu erleben oder nicht. Empirische Untersuchungen ergaben, dass sich die Mehrheit der Befragten im ersten Fall von einem Besuch der Sportveranstaltung absieht und im zweiten Fall die Karte einlöst. Wie lässt sich dieses Verhalten erklären? In beiden Situationen führt die entscheidende Person mentale Konten, ein „Sporteventkonto“ und ein „Geldkonto“. Die freigesetzten positiven Emotionen wie Freude und Unterhaltung während der Veranstaltung werden auf dem „Sporteventkonto“ verbucht und stehen dem Preis der Eintrittskarte gegenüber. In der ersten Situation ist der Preis der Karte schon auf dem „Sporteventkonto“ verbucht, sodass dem Besuch ein relativ hoher Preis von 60 Euro gegenübersteht. Für viele Eventbesucher scheint dieser Preis nicht gerechtfertig.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 für Deutschland und führt in die zentralen Forschungsfragen zu strategischen Standortentscheidungen ein.
2. ENTSCHEIDUNG UND RATIONALITÄT: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen rationalen Handelns und zeigt auf, warum Menschen zur Komplexitätsreduzierung Heuristiken anwenden.
3. STANDORTENTSCHEIDUNGEN: Hier werden Modelle und Strategien der Standortanalyse sowie Konzepte des Standortmarketings detailliert betrachtet.
4. EINFÜHRUNG – FASZINATION OLYMPISCHE SPIELE: Der historische und organisatorische Rahmen der Olympischen Spiele, einschließlich der Akteure gemäß Olympischer Charta, wird dargestellt.
5. DIE BEWERBUNG FÜR DIE OLYMPISCHEN SPIELE 2012: Dieses Kapitel analysiert das nationale Evaluierungssystem für die deutschen Bewerberstädte und bewertet den Entscheidungsprozess hinsichtlich seiner Rationalität.
6. ÖKONOMISCHE ASPEKTE DER OLYMPISCHEN SPIELE: Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Spiele auf die Austragungsstadt, wie Beschäftigungseffekte und Preisniveauänderungen, werden hier systematisch untersucht.
7. AUSBLICK: Der abschließende Teil reflektiert die Chancen deutscher Städte im internationalen Wettbewerb und diskutiert die Rolle nicht-rationaler Faktoren bei der Entscheidung über den Austragungsort.
Olympische Spiele, Standortentscheidung, Rationalität, Standortmarketing, Deutschland, Leipzig, Bewerbung, Evaluierung, Ökonomische Implikationen, Entscheidungstheorie, Heuristiken, Sportinfrastruktur, Public Relation, Nachhaltigkeit, volkswirtschaftliche Effekte.
Die Arbeit untersucht die strategischen Standortentscheidungen und ökonomischen Implikationen bei der Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele am Beispiel Deutschlands.
Die Themenfelder umfassen die Entscheidungstheorie, Standortmarketing, die Organisation der Olympischen Bewegung, den nationalen Bewerbungsprozess für 2012 sowie volkswirtschaftliche Auswirkungen von Großveranstaltungen.
Das Ziel ist zu analysieren, ob die Entscheidung für einen Austragungsort auf rationalen Kriterien beruht oder durch andere Faktoren wie Politik, Image oder Emotionen geprägt ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung von Entscheidungsmodellen sowie der Anwendung des Evaluierungssystems des NOK für die Bewerberstädte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Rationalität, Standorttheorie) und die praktische Anwendung am Beispiel des Bewerbungsprozesses für die Olympischen Spiele 2012 in Deutschland.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Olympische Spiele, Standortmarketing, Rationalität, Standortentscheidung, Evaluierung und volkswirtschaftliche Effekte.
Die "Applicant City"-Phase dient der nationalen Vorauswahl und Prüfung grundlegender Fähigkeiten, während die "Candidate City"-Phase die finale, formalisierte Bewerbung vor dem IOC darstellt.
Die Arbeit legt dar, dass trotz des mathematisch-analytischen Evaluierungssystems politische und emotionale Faktoren, wie das Narrativ der "friedlichen Revolution" von 1989, maßgeblich zum Sieg Leipzigs beigetragen haben.
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